Der Betreiber dieser nichtkommerziellen Webseite ist der hoch-engagierte Martin Mitchell in Australien (ein ehemaliges “Heimkind” in kirchlichen Heimen im damaligen West-Deutschland)

► Damalige Heimerziehung: Dreiteilige Ansprache von Michael-Peter Schiltsky
Vereinsberater:
Verein ehemaliger Heimkinder e.V.
an die Anwesenden der Veranstaltung am 9. Juni 2006 in Idstein im Taunus,
eine Tagung, die vom Landeswohlfahrtsverband Hessen angesetzt worden war.


Aus der Geschichte lernen –
die Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren,
die Heimkampagne und die Heimreform


Veranstaltung des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen mit der
Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH) und dem
SPIEGEL-Buchverlag bei DVA – am 9. Juni 2006 in Idstein im Taunus


Ausschnitt aus der Tagungsdokumentation (Kassel, August 2006)
ISBN: 3-9251-65-2
ISBN: 13:978-3925146-65-7

[ ERSTE TEIL (Seite 68): ]

Michael-Peter Schiltsky:
Mein Name ist Michael-Peter Schiltsky, ich bin auch ein ehemaliges Heimkind. Wenn man die ganze Fragestellung, von Herrn Schrapper [d.h., u.a. von Prof. Dr. Christian Schrapper, Professor für Pädagogik und Sozialpädagogik an der Universität Koblenz-Landau] [die hier] noch einmal [von ihm] aufgeworfen worden ist, reduziert auf die Frage – warum ist, obwohl es seit 1949 ein Grundgesetz gegeben hat, in dem Menschenrechte formuliert worden sind, dennoch so gehandelt worden – dann muss man einfach und klar feststellen: Wir haben es einerseits mit einem eklatanten Machtmissbrauch zu tun. Und wir haben es andererseits damit zu tun, dass eine Gesellschaft bis in die noch nicht so lang zurückliegende Vergangenheit, auch in Bezug auf die Aufarbeitung dieser Problematik, ein mangelndes Unrechtsbewusstsein gezeigt hat! Wenn diese Veranstaltung hier etwas bewirken kann oder soll, dann sollte es sein: Dass allgemein in der Gesellschaft ein Rechtsbewusstsein entsteht für das, worum es hier geht.
Auch Kinder sind Menschen, auch für Kinder gelten die Menschenrechte uneingeschränkt!

Danke.


[ ZWEITE TEIL (Seite 70-72): ]

Michael-Peter Schiltsky:
Das Wichtigste, was glaube ich, gelernt werden muss aus dieser Vergangenheit, ist, dass es notwendig ist, dass wir lernen, ein Rechtsbewusstsein für Menschenrechte zu entwickeln. Das steht ganz vorne. Ohne dieses Rechtsbewusstsein in der gesamten Gesellschaft können wir auch nicht damit rechnen, dass Politiker, das Funktionäre in den verschiedenen Bereichen von Kirche und Gesellschaft überhaupt richtig reagieren werden für die Zukunft.

Wenn man versucht, direkt Erfahrungen aus der Vergangenheit auf die Gegenwart zu beziehen und sich zu fragen, gibt es Vergleichbares wie das was hier heute Vormittag vorgetragen worden ist, heute auch in unserer jetzigen Gesellschaft, dann weiß wahrscheinlich jeder von Ihnen, dass er diese Frage mit ja beantworten muss. In jeder Stadt befinden sich Altenheime, von denen bekannt ist, dass Ursachen auf einem ähnlichen Feld anzusiedeln sind, wie dies damals der Fall war, nämlich: Es gibt keine vernünftige Heimaufsicht!

Und wenn man sich die augenblickliche Situation anschaut, wie sie in verschiedenen Bundesländern geplant zu sein scheint, dann ist man wieder dabei, den Täter zu dem zu machen, der der Suchende nach dem Täter ist. Sprich Heimaufsicht wird Trägern übertragen, das ist vollkommen Unsinn. Es ist zwingend erforderlich, dass Heimaufsicht in allen Bereichen von Heimen die es gibt, eine Instanz von außen ist, die streng und klar auf jeden Hinweis, der aus den Heimen kommt, reagiert und wirkliche, deutliche Arbeit leistet.

Wir dürfen bitte auch nicht vergessen, dass wir auch eine weitere Form von Heimen heute noch in unserer Gesellschaft haben, in denen ähnliches passiert, wie uns damals passiert ist, nämlich in den Behinderteneinrichtungen, in denen auch heute wieder Menschen ausgenutzt werden mit dem Vorwand, dadurch, dass man sie zur Arbeit führe, wolle man ihnen helfen. In Wirklichkeit ist es aber so, dass keiner von ihnen unbedingt freiwillig jetzt diese Tätigkeiten macht, die er dort ausüben muss, sondern es wird ihm gesagt: "Das machen Sie jetzt." Wenn er sagt: "Nö, ich will nicht", dann wird ihm das nicht gut bekommen und es gibt reichliche Klagen aus diesen Bereichen, die auch uns erreichen.

Was muss man zusätzlich noch tun oder was ist zu fordern von unserer Seite?

Da gibt es ja so eine Verquickung von dem, was kann man daraus lernen, was wollen wir, und was müssen wir einklagen bei der Gesellschaft. Ich sage ganz bewusst: "bei der Gesellschaft" und nicht "die Kirche", "die einzelnen Institutionen" oder sonst was, sondern hier ist die gesamte Gesellschaft gefordert, die Politik, die einzelnen Einrichtungen und die Menschen, die Bürger im Land.

Es gibt einerseits das schon Gesagte, wir brauchen ein Rechtsbewusstsein für die Menschenrechte.
Dann gibt es die Problematik, dass viele der Betroffenen jahrelang haben erzwungene, unbezahlte Arbeit leisten müssen, für die keine Rentenversicherungsbeiträge gezahlt worden sind, und die ihnen heute fehlen. Das kann im Einzelfall bedeuten, dass jemandem sechs Jahre Rentenanwartschaften fehlen. Da muss etwas getan werden.

Dann haben wir das Problem einer vernünftigen Hilfe zur Lebenshilfe. Viele Betroffene kommen in schwierige Situationen in ihrem Alltag und haben keine Anlaufstellen, zu denen sie gehen können, um sich die notwendige Hilfe zu holen.

Selbstverständlich könnte man jetzt sagen, das gilt für jeden anderen, der Sozialhilfe zu empfangen hat auch, nur müssen Sie sich klar machen, dass Sie es mit Menschen zu tun haben, die wirklich Ängste vor Amtsträgern mit sich führen und Schwierigkeiten haben im Umgang mit dem, was man Obrigkeit nennt. Sie brauchen Angebote, die für sie zugänglich sind, und wo sie das Gefühl haben, dass dort Menschen sitzen und arbeiten, die wissen, worum es geht. Die selber Kenntnis von den Problemen haben. Wir wissen, dass es solche Stellen ansatzweise schon gibt, aber sie sind noch nicht bekannt genug und es ist noch nicht klar genug, wie sie in Zukunft werden finanziert werden können, und welche Wege dort für die Zukunft gegangen werden.

Dann: Wir müssen uns heute auch damit befassen, was damals geschehen ist in Bezug auf Kinderarbeit, die stattgefunden hat, und an die heute keiner mehr denkt. Es sind Kinder unter 14 jahren tagtäglich zu Arbeitseinsätzen gezwungen worden in den Heimen. Das ist etwas, was also noch nicht einmal mit Rentenanwaltschaften auszugleichen wäre!

Und wir haben das Problem, dafür zu sorgen, dass die Therapien, die für Menschen notwendig sind, die betroffen sind, finanziert werden.

Es bedarf also daher erstens einer Form von, nennen wir es "Stiftung", die bundesweit getragen werden muss, von allen ehemaligen Trägern, von dem Staat, von den Kirchen, in die Mittel hineinfließen, um es möglich zu machen, die notwendigen Forderungen, die da benannt werden auch irgenwo erfüllen zu können!

Und zweitens: Wir haben das Problem, dass für die betroffenen Menschen eine wirkliche Anerkennung ihres Leidens da sein muss, dass sie anerkannt werden müssen als Opfer von Menschenrechtsverletzungen!

Und drittens, daraus resultiert, ist aber auch zwingend die Notwendigkeit zu sehen, Sorge dafür zu tragen, dass soetwas weder in der Gegenwart noch in der Zukunft jemals wieder vorkommt. Wir wissen, dass es heute noch Heime gibt, in welchen solche Probleme auftauchen. Zum Glück ist es so, dass dem relativ schnell nachgegangen worden ist in der letzten Zeit, aber wir müssen da auch schon wieder den Anfängen wehren. Denn den Ideen, die da im Raum stehen, von wegen Wiedereinführung geschlossener Einrichtungen und neue Kasernierung von "auffälligen" Jugendlichen, muss Einhalt geboten werden, bevor sie überhaupt dazu kommen, diskutiert zu werden in den Landtagen oder gar im Bundestag.

Danke.


[ DRITTE TEIL (Seite 89): ]

Michael-Peter Schiltsky:
Seit Januar [2006] versuchen wir für alle ehemaligen Heimkinder durch Petitionen an den Bundespräsidenten [Horst Köhler], an die Bundeskanzlerin [Angela Merkel], an den Deutschen Bundestag und an die verschiedenen kirchlichen Einrichtungen diesen gerade auch von Ihnen wieder benannten "Runden Tisch", sowohl Herr Lehmann [d.h., Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann (Katholische Kirche)], als auch Herr Huber [d.h., EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber (Evangelische Kirche)], als auch Herr Köhler [Bundespräsident], als auch Frau Merkel [Bundeskanzlerin] und wer da sonst noch in irgendwelchen verantwortlichen Positionen auch in den einzelnen Bundesländern ist, [herbeizuführen], denn man könnte sich durchaus vorstellen, dass solche "Runden Tische" auch in den einzelnen Ländern arbeiten und von da einander zuarbeiten können.

Lassen Sie mich zum Schluss einfach nur noch sagen: Dankeschön! Danke an den Landeswohlfahrtsverband Hessen, dass er diese Tagung möglich gemacht hat, danke an den "Spiegel", dass er mitgearbeitet hat an dieser Tagung. Danke an die Referenten, die hier gesprochen haben und, wie ich finde, deutlich gemacht haben, dass es Menschen in unserem Land gibt, die sich durchaus mit der Problematik auseinandergesetzt haben und sie auch ernst nehmen und somit uns, den ehemaligen Heimkindern gezeigt haben, dass sie auch unsere Problematik ernst nehmen und danke an Peter Wensierski, der mit seinem Buch etwas geleistet hat, was 30 Jahre Versuche zu schreien, nicht geschafft haben.

[ Für die vollständige – 102 Seiten umfassende – Tagungsdokumentation wird ein Unkostenbeitrag von 8.00 Euro erhoben. Bestelladresse: Landeswohlfahrtsverband Hessen, Pressestelle, Ständeplatz 6-10, 34117 Kassel, Bunderepublik Deutschland ∙ Germany

Pressestelle Ansprechspartner, u.a.:
Jörg Daniel

Telefon: (05 61) 10 04 - 22 13

joerg.daniel@lwv-hessen.de ]

Leserbrief zu Herrn Schiltskys Ansprache
(erhalten in Australien am 01.10.2006, als dieses digitale Manuskript noch in Vorbereitung war):

"
Vernünftige Heimaufsicht" - ich weiß nicht, wie die aussehen könnte.

Damals, wenn Besuch kam, war alles gebohnert und geschmückt, die Kinder hatten ihre Sonntagskleidchen an, führten Reigen auf, und alles war, ach, so wunderschön und nett. Niemals hätten die Kinder es gewagt, etwas Böses über die Schwestern, die so nahe bei Gott waren, außerhalb des Heims zu sagen. Indoktrination wirkt Wunder, das wissen alle Mächtigen. Indoktrination schafft sogar artige Schmeichelkatzen, die um eines kleinen Vorteils willen üble Mächtige umschnurren und verteidigen. Das war damals so, das ist heute so, und das wird immer so sein.

Das, was wirken könnte: die Kirchen müssen zahlen, so viel zahlen, dass es ihnen richtig weh tut - und damit es als peinlicher Posten im Wirtschaftsteil der Zeitungen erscheint. Dann werden sie eine Weile aufpassen - um nicht wieder zahlen zu müssen. Aufpassen wird aber auch bedeuten: raffiniertes Kaschieren von Schweinereien; denn das Grundübel ist der Mensch; und damit bin ich bei Bert Brecht.

Heimerfahrene
 


Leserbrief zu Herrn Schiltskys Ansprache [ vom 09.06.2006 ]
von Marion Jolene Zagermann
(erhalten in Australien am 05.10.2006, nachdem dieses digitale Manuskript auf der Heimkinder-Ueberlebende.org Webseite veröffentlicht worden war):

Die Staatskassen sind leer? Kein Wunder, wenn man bedenkt wohin die Gelder fließen und schon immer geflossen sind:

Die millardenschweren Subventionen des Staates an die Kirchen
Tabelle aus Frerks Buch

Verzicht auf Einnahmen:
3,50 Mrd. Euro - Absetzbarkeit der Kirchensteuer
1,40 Mrd. Euro - Befreiung von Zinsabschlags- und Kapitalertragssteuer
1,20 Mrd. Euro - Befreiung von der Umsatzsteuer
0,15 Mrd. Euro - Sonstige Befreiungen
6,25 Mrd. Euro - Verzicht auf Einnahmen gesamt.

Direkte Subventionen (unvollständig)
2,45 Mrd. Euro - Kofession. Religionsunterricht
0,62 Mrd. Euro - Ausbildung der Theologen
1,00 Mrd. Euro - Ersparnis durch staatl. Einzug der Kirchensteuer
0,04 Mrd. Euro - Denkmalpflege
0,03 Mrd. Euro - Militärseelsorge
0,72 Mrd. Euro - Zahlungen der Bundesländer
2,50 Mrd. Euro - Zahlungen der Kommunen (geschätzt, v.a. Baubereich, Geschenke, Kultur)
0,05 Mrd. Euro - Baulast-Verpflichtungen
0,19 Mrd. Euro - Zuschüsse an Missionswerke u.a.
0,30 Mrd. Euro - Sonstiges, z.B. Orden, Medien, Kirchentage
7,90 Mrd. Euro - Direkte Subventionen (zirka)

Staatliche Subventionen an die Kirchen insgesamt:
14,15 Mrd. Euro

Quelle: C. Frerk, Finanzen und Vermögen der Kirchen, Alibri-Verlag, Aschaffenburg 2002

Es gab auch mal ein PANORAMA Program, diesbetreffend, @ http://www.ndrtv.de/panorama/archiv/20021017/kirchen.html (der Text ist aber leider nicht mehr online; mag aber vielleicht noch gegen Zahlung einer Gebühr beim NDR-TV erhältlich sein).

Die Nutzung eckiger Klammern für spezifische Zwecke ist international: eckige Klammern werden benutzt um zu kennzeichnen, dass ein Wort oder ein Text so eingeklammert, nicht im zitierten oder reproduzierten Original vorhanden ist, aber zur besseren Erklärung hinzugefügt worden ist.

[ Erstveröffentlichung auf dieser Webseite: 4. Oktober 2006 ]


Subindex Nr. 11

SPIEGEL-Buch: "Schläge im Namen des Herrn –
Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik"
|
Buchauthor, Dokumentarfilmer und Fernsehjournalist: Peter Wensierski |
ISBN: 342105892X | Ab 07.02.2006 auch in Buchläden erhältlich.


Zum ersten Jahrestag der Veröffentlichung des SPIEGEL-Buches
"Schläge im Namen des Herrn - Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik"
11. Februar 2007 - „Herzlichen Dank“ sagt Peter Wensierski „an“ „alle“, „die“ zuvor
und seither „mitgewirkt" und „mitgeholfen“ „haben" „das jahrzehntelange Schweigen
über eines der dunkelsten Kapitel der Nachkriegsgeschichte zu brechen“.


HEIMKINDER-SCHICKSALE: "Wie geprügelte Hunde" - Von Peter Wensierski
Sie wurden geschlagen, erniedrigt und eingesperrt. Unter oft unvorstellbaren
Bedingungen wuchsen in den fünfziger und sechziger Jahren Hunderttausende Kinder und Jugendliche
in kirchlichen Heimen auf.
"Wir waren Zwangsarbeiter", sagen sie heute. Ein dunkles Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte


Jürgen Schubert – Fünfzehn Jahre Leid im Heim under der Macht des ORDEN
DER RECHTHABENDEN, der Barmherzigen Schwestern in Marsberg.
SPIEGEL-online-Panorama 19.05.2006 – “20 Euro für 15 Jahre Leid.”
Kirchen und Politik in Deutschland nehmen sich jetzt erstmalig des Schicksals
der Ehemaligen Heimkinder der bundesrepublikanischen Nachkriegszeit an.


Heimkinder weinen noch immer – auch noch 30, 40, 50, 60, 70 Jahre später,
nach den Qualen und Misshandlungen, denen sie als “Schutzbefohlene”
von ihren damaligen ‘Erziehern’ in christlichen sowie auch in staatlichen Heimen ausgesetzt wurden.
Ihre Traumata und ihr Leiden begleitet sie ihr ganzes restliches Leben !!!

( Aktuelle Ausgabe, Hessische Zeitung, Guxhagen, Mittwoch, 8. März 2006 )

Die Neue Westfälische, Paderborner Kreiszeitung,
Ostwestfalen-Lippe, No. 273 , am Montag, 24 November 2003, berichtet auf Seite 4 –
Heimkinder wollen nicht vergessen werden
Landschaftsverband sagt Betroffenen Hilfe zu.


Offizieller Bericht und Beschlüsse – LWL - Landschaftsverband Westfalen-Lippe
– Landesjugendamt – in Münster – Vorlage 11/1891 vom 16.12.2003
betreffend "Aufarbeitung der Fürsogeerziehung in den 60er- und 70er-Jahren",
und der Anfang, diesbetreffend, gemacht von Gisela Nurthen und Marion Zagermann.


BUCHVORSTELLUNG – SPIEGEL-Buch – "Schläge im Namen des Herrn –
Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik"
– WENSIERSKI, Peter –
Deutsche Verlags-Anstalt, München 2006 – ISBN 342105892X – Gebunden, 249 Seiten, 19,90 EUR
– Buchvorstellung verfasst von Marion Zagermann am 1. Februar 2006 –


Deutschlandfunk - dradio.de : 27.03.2006 - Vorstellung und Rezension drei verschiedener Bücher:
Politische Literatur -
eins davon: damalige Heimerziehung "Schläge im Namen des Herrn -
Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik"
von Peter Wensierski.
Redakteur am Mikrofon:
Hermann Theißen;
Rezensenten:
[ 1.) ] Volker Ullrich, [ 2.) ] Otto Langels, [ 3.) ] Marcus Heumann.


Kurzvorstellung des neusten SPIEGEL-Buches von Peter Wensierski: "Schläge im Namen des Herrn -
Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik"
von lär/bor
vom 22.05.2006 in "Die Berliner Literaturkritik", unter der Überschrift
"Knute und Halleluja" - "Die Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik".


"IN DEN-KLAUEN DER KIRCHE" - Mai 2006 Buchrezension : TIP Berlinonline
von
Margit Miosga zum SPIEGEL Buch
»SCHLÄGE IM NAMEN DES HERRN -
Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik
«, Peter Wensierski,
ISBN 342105892X, erschienen im SPIEGEL-Verlag, 11.02.2006.


Buch-Rezension des neusten SPIEGEL-Buches von Peter Wensierski: "Schläge im Namen des Herrn -
Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik"
von Victoria Gross
vom 04.09.2006 in "Die Berliner Literaturkritik", unter der Überschrift
"Kirchlicher Fürsorgeknast - Rohrstockrepublik Deutschland".
"Ein Buch über Menschenrechtsverletzungen in westdeutschen Heimen".


Frühere Heimkinder haben (Ende 2003) eine Interessengemeinschaft gegründet:
Sie wollen entschädigt werden für erlittenes Unrecht, Prügel und Zwangsarbeit, denen
sie in vielen staatlichen sowohl wie auch konfessionellen Heimen ausgeliefert waren.


Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren:
LWV-Verbandsversammlung entschuldigt sich
bei damaligen Heimkindern für erlittene Gewalt:
„Der Landeswohlfahrtsverband Hessen spricht sein tiefstes Bedauern
über die damaligen Verhältnisse in seinen Heimen aus
und entschuldigt sich bei den ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohnern,
die körperliche und psychische Demütigungen und Verletzungen erlitten haben.“


Die Verbandsversammlung des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen
hat in ihrer Plenarsitzung am 5. April 2006 einstimmig beschlossen
sich bei den ehemaligen Heimkindern aller ihrer damaligen Einrichtungen
zu entschuldigen.
Rede auf der Plenarsitzung der Verbandsversammlung 2006 des
Landeswohlfahrtsverbandes Hessen am 5. April 2006.


Frankfurter Rundschau 06.04.2006.
Entschuldigung bei Heimkindern.
Landeswohlfahrtsverband spricht "tiefstes Bedauern" über Gewalt
in Erziehungsanstalten der Nachkriegszeit aus
Der Landeswohlfahrtsverband LWV will ehemaligen Heimkindern bei ihrem Kampf
um Anerkennung und Unterstützung helfen. Das hat die Verbandsversammlung
am Mittwoch einstimmig beschlossen. In manchen Erziehungsanstalten
wurden bis in die 70er Jahre hinein Kinder misshandelt.


Frankfurter Rundschau 06.04.2006.
Entschuldigung aber keine Entschädigung.
Beim Formulieren der Erklärung des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen
am Mittwoch den 5. März 2006, wurde alles vermieden,
was Ansprüche gegen den Heimträger begründen könnte.


►Heimerziehung: Lektüre / Tagungsbeitrag von Prof. Dr. Christian Schrapper
Professor für Pädagogik und Sozialpädagogik an der Universität Koblenz –
an die Anwesenden der Veranstaltung am 9. Juni 2006 in Idstein im Taunus,
mit Kommentaren, u. a., von Wolfram Schäfer
(Philipps Universität Marburg)
und Peter Wensierski
(SPIEGEL - Berlin).


Jürgen Schubert, Vorsitzende des Verein ehemaliger Heimkinder e.V., 09.06.2006, auf der
vom Landwohlfahrtsverband Hessen angesetzten Tagung in Idstein im Taunus,
klar und deutlich trägt vor die Forderungen der ehemaligen Heimkinder
an Kirche und Staat – d.h. an die beiden deutschen Amtskirchen und an die
Bundesrepublik Deutschland, sowie an alle damals beteiligten Landesregierungen.


► Damalige Heimerziehung: Dreiteilige Ansprache von Michael-Peter Schiltsky
Vereinsberater: Verein ehemaliger Heimkinder e.V.
an die Anwesenden der Veranstaltung am 9. Juni 2006 in Idstein im Taunus,
eine Tagung, die vom Landeswohlfahrtsverband Hessen angesetzt worden war.


►Heimerziehung: Tagungsbeitrag/Diskussionsbeitrag
von Prof. Dr. Mechthild WolffFachhochschule Landshut
und Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen
(IGfH), am 9. Juni 2006, auf der
vom Landeswohlfahrtsverband Hessen angesetzten Tagung in Idstein im Taunus.


►Damalige Heimerziehung: Tagungsbeitrag/Diskussionsbeitrag
von Pro. Dr. Dr. hc. Reinhard Wiesner,
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen, und Jugend
(Deutscher Bundestag = German Federal Parliament), am 9. Juni 2006, auf der
vom Landwohlfahrtsverband Hessen angesetzten Tagung in Idstein im Taunus.


►Damalige Heimerziehung: Tagungsbeiträge/Diskussionsbeiträge
(1.) von Frau Evelin Schönhut-Keil, Erste Beigeordnete des Landeswohlfahrtsverbandes
Hessen
, und
(2.) von Frau Susanne Nöcker, Hessisches Sozialministerium, 09.06.2006,
auf der vom Landeswohlfahrtsverband Hessen angesetzten Tagung in Idstein im Taunus.


►Damalige Heimerziehung: Tagungsbeitrag/Diskussionsbeitrag
von Dr. Matthias Almstedt, Leiter der Abteilung Sozialpädagogik an der Käthe-Kollwitz-
Schule in Marburg
, vom 9. Juni 2006, auf der
vom Landeswohlfahrtsverband Hessen angesetzten Tagung in Idstein im Taunus.


►Damalige Heimerziehung: Tagungsbeitrag/Diskussionsbeitrag
von Herrn Andreas Prinz, Leiter des Landesjugendamtes Giessen, in Hessen, 09.06.2006,
auf der vom Landeswohlfahrtsverband Hessen angesetzten Tagung in Idstein im Taunus.


►Heimerziehung: Tagungsbeitrag/Diskussionsbeitrag von MdP Marlene Rupprecht
(SPD)Mitglied des Petitionsausschusses im Deutschen Bundestag, am 9. Juni 2006,
auf der vom Landeswohlfahrtsverband Hessen angesetzten Tagung in Idstein im Taunus.


Menschenwürde und Menschenrechte:
Die Aufgabe des Bundestags-Ausschusses für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe
ist es, unter anderem, "Verletzungen zu korrigieren".
Das Forum Menschenrechte ist ein Netzwerk von mehr als 40 deutschen
Nichtregierungsorganisationen
(NGOs), die sich für einen verbesserten, umfassenden
Menschenrechtschutz einsetzen.


LWV-Landes-direktor vom Landeswohlfahrtsverband Hessen, Uwe Brückmann,
über die Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den 50ern und 60ern.
"Damals fehlte die Kontrolle" – FORUM – HNA-online – Interview vom 31.03.2006.


Zwei wichtige Leserbriefe - unter anderen - @ Kobinet Nachrichten.
Leserbriefe
(1.) von Diplom Psychologin, Gertrud Zovkic, vom 04.04.2006
und
(2.) von einem damalig Betroffenen, Heinz-Peter Junge, vom 19.04.2006.


In Anerkennung und zur Erinnerung an die Initiatorin der Heimkinder-Sache,
Gisela Nurthen, und all ihre Arbeit und all ihre Bemühungen
zur Aufdeckung der Schandtaten begangen an Hunderttausenden
von Kindern und Jugendlichen in Heimen in der Bundesrepublik Deutschland
während des “Wirtschaftswunders” der Nachkriegsjahrzehnte.
Auszüge aus dem SPIEGEL-Buch von Peter Wensierski
“Schläge im Namen des Herrn – Die verdrängte Geschichte der Heimkinder
in der Bundesrepublik”


Der Spiegel, 16/2006 – Späte Reue – Kirchen unter Erklärungsdruck
zur Geschichte der Heimerziehung und schwarzen Pädagogik
in der Bundesrepublik Deutschland.


Fotogalerie zwangarbeitender Jungens.
Zwangsverpflichtet im Vaterland!

"ZWANGSARBEIT" – "ARBEITSDIENST" – "ARBEITSTHERAPIE" – "KEIN PFENNIG JOBS"
– Fürsorgeerziehung, Jugendwohlfahrt und Arbeiterwohlfahrt und ihre Abarten
in der Geschichte Deutschlands


Siehe auch Heimkinderopfer-Fotogalerie @ http://www.flickr.com/photos/heimkinderopfer/

Fotogalerie zwangarbeitender Mädchen.
Zwangsverpflichtet im Vaterland!

"ZWANGSARBEIT" – "ARBEITSDIENST" – "ARBEITSTHERAPIE" – "KEIN PFENNIG JOBS"
– Fürsorgeerziehung, Jugendwohlfahrt und Arbeiterwohlfahrt und ihre Abarten
in der Geschichte Deutschlands


Braunschweiger Hauszeitschrift des Marienstiftes "Doppelpunkt" - Heft Nr. 3/2000
Aus der Geschichte des Marienstiftes
[und anderen solcher Einrichtungen]:
So, ungefähr, sah es aus – über einen Zeitraum von zwischen 50 bis 70 Jahren –
für ‘verwahrloste’ Mädchen unter dem "Jugendwohlfahrtsgesetz"
in allen deutschen (Mädchen)Erziehungsanstalten / Mädchenheimen
( ob evangelisch-lutherisch oder katholisch ! ),
also auch in der Nachkriegszeit, im "Wirtschaftswunder Westdeutschland".


Ehemalige Insassin des "Haus Weiher"(1964-1968), Sieglinde Alexander, möchte
wissen: Wer kennt Waltraud Jung aus dem
"Mädchenheim Weiher"? - "Haus Weiher" -
eine evangelisch-lutherische Erziehungsanstalt für 'schwererziehbare' Mädchen,
damalig, bis 1972, ein Teil der Rummelsberger Anstalten, in Hersbruck,
nord-nord-westlich von Nürnberg.


Siehe auch Heimkinderopfer-Fotogalerie @ http://www.flickr.com/photos/heimkinderopfer/

Bisher unbeantwortete Korrespondenz an Renate Schmidt MdB (SPD)
Heimkinder-Überlebene bemühen sich um Gehör bei der Bundesregierung
Zuständige Bundesministerien aber schweigen




Siehe auch "Ehemalige Heimkinder" @ heimkinderopfer.blogspot.com und heimkinderopfer2.blogspot.com


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