( 26.08.2003 )

Martin Mitchell aus Australien in Antwort auf Beitrag im Bethel Gästebuch
von dem Benutzer von Email "
solltollsein@yahoo.de" 24.07.2003, 19:18:07

Das ist aber wirklich was Neues! So mußte ich wohl in den 1960er Jahren im Freistätter Wietingsmoor als Zwangsarbeiter für die Bodelschwinghschen Anstalten Bethel knechten wegen dem "Arbeiter-Mangel" der dort existierte? Und weil sie Geld sparen wollten, wurde ich nicht bezahlt? Der Arbeiter-Mangel existierte wohl, weil viele Soldaten die ungerechtfertigt zum Kriegsdienst eingezogen worden waren, im Krieg gefallen waren; und das Geld war knapp weil viel während des Krieges in Bethel zerstört worden war. So mußte ich halt auch leiden um da mitzuhelfen Bethel wieder mächtig zu machen, anstatt mit meinen Eltern zu wohnen und einen erwünschten Beruf zu erlernen. Hab ich das richtig verstanden?

Und, da dachte ich die ganze Zeit, daß ich dort in Freistatt eingesperrt worden war, weil man mich mit Gewalt und durch Schwerarbeit zu einem gläubigen evangelischen Christen erziehen wollte (obwohl da überhaupt keiner in meiner Familie evangelisch war, und man mich auch nicht in der Schule gezwungen hatte am Religionsunterricht teilzunehmen). Übrigens, war nicht auch Religionsfreiheit in West-Deutschland durch das Grundgesetz garantiert?

Was meinen die jetzigen Bethel-Machthaber von diesen Dingen?

War es damals, im Wirtschaftswunder des deutschen Bundesstaates überall so üblich, daß man jugendliche Schwerarbeiter knechtete ohne ihnen dafür zu bezahlen? Oder war das nur so üblich in den Bodelschwinghschen Anstalten Bethel und ihren Teilanstalten? Wie lange hielt das dort so an? Was war die gesetzliche Grundlage für solches Handhaben?

Diese Fragen sind völlig gerechtfertigt. Wer wird sie beantworten?

[ Erstveröffentlichung auf dieser Webseite: 26. August 2003 ]


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