Der Betreiber dieser Webseite ist der hoch-engagierte Martin Mitchell in Australien (ein ehemaliges “Heimkind” in kirchlichen Heimen im damaligen West-Deutschland)

( 01.09.2003 )

Auszüge von einer schon um 1910 veröffentlichten Betheleigenen Publikation
[mit hinzugefügten zur Aufklärung dienenden nicht aus der Luft gegriffnen Komentaren]

[ . . . . . . . . ] Es war also natürlich, daß am 27. Juni 1865 nach einer Sitzung des Rhein-Westfäl[ischen] Ausschusses der Inneren Mission der Beschluß gefaßt wurde, für die von der christlichen Liebe bisher vergessenen Klasse der Epileptischen eine Anstalt [für unentlohnte epileptische Arbeiter] im Ravensberger Lande zu errichten. Am 21. Februar 1866 wurde dann am Fuße der Sparrenburg bei Bielefeld ein kleines Bauernhaus mit ca 30 Morgen [ca 12,15 ha] Landbesitz erworben, in welches am 4. Juni 1867 der erste Hausvater Unsöld einzog, welchem am 14. Oktober die ersten vier Epileptischen folgten. Am 6. November weihte Generalsuperintendent Wiesmann dann diese Wiege der Bodelschwinghschen Anstalten ein. Sie erhielt den Namen Eben-Ezer.

[ . . . . . . . . ] Und das Geheimnis dieser Harmonie war sein felsenfester, unerschütterlicher, in den schwersten Proben bewährter, kindlicher Glaube. Alles was er [Vater Bodelschwingh] geschaffen, ist durch freiwillige Gaben entstanden. [ . . . . . . . . ] [Die erzwungene Schwerarbeit der vielen Zwangsfürsorgeerziehungszöglinge waren ganz bestimmt nicht eine „freiwillige Gabe“ !]

[ . . . . . . . . ] Mit der Macht seiner Liebe hat er [Vater Bodelschwingh] erbitterte Gegner entwaffnet. Der Prozeß Paßler, gen. Kadner 1897 ist ja noch nicht vergessen, nicht deshalb bloß, weil die einzelnen Anklagepunkte gegen die Anstalt Bethel als schändliche Verleumdung erwiesen wurden, [ . . . . . . . . ].

Die Anstalt besteht aus drei selbständigen Korporationen: 1. die Anstalt Bethel selber; 2. das Mutterhaus Sarepta, gegründet 1872, mit 1 200 [unentlohnten] Schwestern auf zirka 400 Stationen des In- und Auslandes; 3. das Brüderhaus Nazareth, gegründet 1877, mit zirka 400 [unentlohnten] Diakonen auf zirka 140 Arbeitsplätzen. Diese [drei selbständigen Korporationen] wurden am 1. April 1892 als „Zionsgemeinde“ vereinigt und mit Parochialrechten versehen.

Die vielen „auch Fallsüchtigen“ [Brüder] von der Landstraße, welche an Bethels Küchentür klopften, führten zu einem wichtigen Schritt in der Entwickling Bethels weit über seine Grenzen hinaus.

[ § ]

Am 22. März 1882 zogen die ersten 18 [unentlohnten] [ehemalig (aber seither geheilten ! )] epileptischen Arbeiter nach der Senne [bzw., auf das Heideland auserhalb Bielefeld] hinaus und legten für ihre „auch Fallsüchtigen“ Brüder von der Landstraße den Grund zur ersten deutschen Arbeiterkolonie Wilhelmsdorf um durch das „Scheidewasser der Arbeit“ die Vagabunden von den Arbeitswilligen zu sondern und letzteren ein stilles, heimatliches Plätzchen mit Arbeit [für die keiner von ihnen einen Pfennig Lohn bekommen würde] zu schaffen. Bereits im folgenden Jahre begründete [Vater] Bodelschwingh den Zentralvorstand deutscher Arbeiterkolonien für die Einrichtung von Arbeiterkolonien [von denen insgesamt 35 beim Jahre 1910 existieren werden, die alle Bethel und der Inneren Mission gehörten, und die auch wärend des „Dritten Reiches“ — und viele von ihnen auch später noch — benutzt wurden].

[ . . . . . . . ] Er [Vater Bodelschwingh] durfte doch großen Segen seiner Aussaaten schauen: aus einer Arbeiterkolonie [ im Jahre 1882] sind bis heute [im Jahre 1910] 35 Arbeiterkolonien geworden; eine Provinz nach der anderen wird mit einem Netz von Wanderarbeitsstätten und Herbergen überzogen

[zur Unterstützung der Zuführung unentlohnter Arbeiter in die Arbeiterkolonien]; im Wietingsmoor in Hannover [zwischen Diepholz und Sulingen] enstand 1899 die [Arbeiter] Kolonie Freistatt mit ihren beiden Filialen [Erziehungsanstalt] Moorstatt und [Erziehungsanstalt] Moorhort für jugendliche Arbeitslose und Z w a n g s z ö g l i n g e [= für „Jungens“ und „Jünglinge“ gedacht, die alle zur unentlohnten Schwerarbeit im Moor herangezogen werden, und dort jahrelang umsonst für Bethel knechten müssen];

[ § ]

1905 wurde die [Arbeiter] Kolonie Hoffnungstal mit Lobetal und Gnadental bei Bernau
[einem Vorort, nord-nordöstlich von Berlin] gegründet.

Die sprechensten Zeugen aber dessen , was er [Vater Bodelschwingh] war , sind wohl die von ihm gesammelten Bewohner seiner Anstalten und [Arbeiter] Kolonien [diese hunderttausenden von unbezahlten Arbeitern, viele von ihnen minderjährig, schwach und körperlich gebrechlich oder geistig krank einschließlich der tausenden von Z w a n g s z ö g l i n g e n in seinen Erziehungsanstalten die alle zur unentlohnten Schwerarbeit im Moor und in der Landwirtschaft herangezogen werden, und dort jahrelang umsonst für Bethel und die Innere Mission knechten müssen]; wenige werden unter der großen Schar sein, die nicht unter dem tiefen Empfinden stehen, daß sie in ihm ihren Freund, ihren Vater verloren haben, zu dem sie ein Verhältnis persönlicher Gemeinschaft hatten [Er war ihr Herscher – wußte sie zu regieren – sie waren seine Sklaven; und auch nach seinem Tode bleiben sie weiterhin Bethels Sklaven – Sklaven der Inneren Mission und der evangelischen Kirche].

Niemand sollte das Gefühl haben, ein unnützes Glied in der menschlichen Gesellschaft zu sein [ein "unnützer Esser" zu sein], daher seine [35] Arbeiterkolonien, sein Hoffnungstal, seine Werkstätten jeder Art für seine Epileptischen und Elenden [und das große weite Moor für seine große Schar von ‚schwererziehbaren‘ Z w a n g s z ö g l i n g e n].

Die einzelnen [sehr profitabelen] [privat-kirchlichen Wirtschafts] Unternehmen zu schildern , die in Bethel , die auf dem Johannisberg , die in der Senne , [die in Freistatt im Wietingsmoor] , die in Hoffnungstal , Gnadental und Lobetal , die theologische Schule in Bethel , die Missionsstation in Ruanda in Ostafrika , dazu gehören Bücher. [ . . . . . . . . ]

Pastor v. Bodelschwingh [sprich „Vater Bodelschwingh“] war eine westfälische Kraftnatur, mutig, zähe, unbeugsam in der Vertretung seiner Überzeugung, überaus klug in der Wahl der Mittel [unentlohntes Schuften für sein Werk – „das Werk Gottes auf Erden“ behauptete er], mit dem Blick stets auf das Ziel gerichtet [sein Grundbesitz zu vermehren – für Bethel , die Innere Mission , und für die ganze evangelische „Christenheit“ sagte er – und wenn es auch oftmals nur durch Zwang erreicht werden konnte, daß machte ihm nichts aus].

[ § ]

Was er [Vater Bodelschwingh] wollte, setzte er durch, es mochte kosten, was es wollte. Er [Vater Bodelschwingh] baute, ob sein Vorstand einwilligte oder nicht, wenn er es für recht und nötig hielt. Formalien waren ihm verhaßt; Pedanterie und Bureaukratismus zuwider. [ . . . . . . . . ].

[ . . . . . . . . ] Er [Vater Bodelschwingh] suchte mit kindlichem Glauben und männlicher Tatkraft das Königreich Jesu an seinem Teil auf Erden aufzurichten. Darum seine Teilnahme ebenso für die Äusere wie für die Innere Mission.

[ . . . . . . . . ] Er [Vater Bodelschwingh] konnte, was so wenige recht können, sich freuen mit den Fröhlichen, und weinen mit den Weinenden. Er hatte die Gabe, sich ganz in die Lage der anderen Menschen zu versetzen, und ihre Not zu empfinden als seine eigene; er dachte, er fühlte, er lebte, wie seine ärmsten Brüder denken, fühlen und leben; [ . . . . . . . . ] [Wirklich ? !]

[ . . . . . . . . ] Weil er [Vater Bodelschwingh] ein Kind Gottes war mit dem Reichtum der erfahrenen göttlichen Liebe, darum war er der Vater der Armen, der Freund der Müden, der Sonnenschein der Kranken, der Wegweiser und Helfer der Elenden [ der Z w a n g s z ö g l i n g e ] [in allen seiner Anstalten , Arbeiterkolonien , und Zwangsfürsorgeerziehungseinrichtungen].

[ . . . . . . . . ]

[ . . . . . . . . ] [Vater Bodelschwingh] Ein klarer, scharfer Verstand war ihm geschenkt. Dazu beherrschte ihn im besten Sinne der Wille zur Macht. Er wollte Einfluß gewinnen, nicht für sich, aber für die Verwirklichung der Gedanken sozialer Hilfsarbeit , die ihn erfüllten. Alle seine Diakonie war mit der sozialen Arbeit verbunden.

[ § ]

Anfangs mag die letztere mehr patriarchalischen Character an sich getragen haben. [ . . . . . . . . ]

[ § ]

Die Politik war ihm nicht Selbstzweck, aber Mittel, um Wege der Gerechtigkeit und Liebe für den
um seine Existenz ringenden wirtschaftlich schwachen Teil des Volkes gangbar zu machen, welche diesen zu einer höheren Stufe führen sollte [und den Zögling etwa, wie er es sich vorstellte, durch Religions- und Arbeitszwang]. Dabei [so würde er behaupten] war alles gemessen an bibilischen Gedanken.

[ § ]

Die christliche Fundamentierung der Einzelpersönlichkeit [des Zöglings], wie des ganzen Volkes war sein letztes und oberstes Ziel. Dazu solltem ihm die Anstalten dienen, welche er als Vater versorte, dazu ihm seine Theologische Schule helfen, in welcher er Männer ausbilden wollte mit Missionsgeist im Herzen und Liebeskraft, ein Leben der Tat einzusetzen für die Evangelisierung des Volkes, wie der ganzen Menschheit.

[ § ]

Sein Erbarmen mit der letzteren trieb ihn zur Missionsarbeit an der Heidenwelt [in zehn Hauptstationen: „Äuseren“ Kolonien für Einheimische im schwarzen Kontinent, die er sich, unter Betreuung seiner Bethelboten, zum arbeiten für sein Werk erzog], wie zur Barmherzigkeitsübung an den am schwersten Leidenden im eigenen Volk [die er sich, unter Betreuung seiner Diakone und Diakonissen, in 35 „Inneren“ Arbeiter Kolonien und Erziehungseinrichtungen, wiederum, zum arbeiten für sein Werk erzog]. [Natürlich bekam niemand einen Lohn; „die Arbeit selbst wurde zur Ehre und zum Lohn“, behauptete er.] Die Liebe Christi verzehrte ihn, daß er sich keine Ruhe gönnte, sondern alles einsetzte, was er war und was er hatte.

[ Erstveröffentlichung auf dieser Webseite: 1. September 2003 ]



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