Der Betreiber dieser nichtkommerziellen Webseite ist der hoch-engagierte Martin Mitchell in Australien (ein ehemaliges “Heimkind” in kirchlichen Heimen im damaligen West-Deutschland)

Betreffend SPIEGEL-Buch: "Schläge im Namen des Herrn –
Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik"

Buch-Rezension, Oktober 2006, von
Prof. Barbara Rose, Sozialpädagogin,
Rektorin bis 30.09.2006 – Evangelische Fachhochschule für Sozialpädagogik
der
"Diakonenanstalt des Rauen Hauses", Hamburg.
( Rezension veröffentlicht in dem zweimonatlichen evangelischen Magazin "Der Bote" )


[ Enthoben aus dem Internet @ www.rauheshaus.de/uploads/media/Der_Bote_2.06.pdf,
DER BOTE – Berichte aus Brüder- und Schwesternschaft des Rauen Hauses – 3+4/2006 (Redaktionsschluss 30.10.2006), Seite 74-79 ]

Schläge im Namen des Herrn
„Nicht für alle waren die fünfziger und sechziger Jahre der Bundesrepublik eine Zeit des Aufbruchs. Im Abseits der Gesellschaft verbrachten einige hunderttausend Heimzöglinge unter heute unvorstellbaren Bedingungen ihre Kindheit in kirchlichen oder staatlichen Einrichtungen“.

So heißt es im Klappentext des im Mai [sic] in der Deutschen Verlags-Anstalt in München erschienenen Buches von Spiegel-Redakteur Peter Wensierski: „Schläge im Namen des Herrn. Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik“.

Angeregt und aufgebracht durch den irischen Spielfilm „Die unbarmherzigen Schwestern“ über Misshandlungen von Kindern in irischen katholischen Heimen recherchierte Wensierski die Praxen in deutschen Erziehungsheimen in den 50er und 60er Jahren und veröffentlichte seine skandalösen Ergebnisse 2003 in einem Spiegel-Artikel. Damit hatte der Autor einen Stein ins Rollen gebracht: Mehr als 500 ehemalige Zöglinge nahmen Kontakt zu ihm auf; die Recherche weitete sich mit Hilfe dieser Zeitzeugen aus und führte schließlich zum Erscheinen des oben

erwähnten Buches.

Die Lektüre lässt den Leser/die Leserin nicht kalt – immer wieder stockt man und wagt kaum weiter zu lesen angesichts der Ungeheuerlichkeiten, die ehemalige Heimkinder zu berichten haben und konfrontiert mit den fortdauernden tief sitzenden Verletzungen und Schädigungen, die sie durch die Routinen in den Einrichtungen und durch die Behandlung der Erziehenden erlitten. Neben Prügel und Karzer als Bestrafung bei kleinsten Verfehlungen der rigiden Alltagszwänge, neben der Ausbeutung durch extrem harte körperliche Arbeit (deren Erlös von den Heimen eingesteckt wurde), war es aber vor allem die Haltung des Personals den Zöglingen gegenüber, die von Missachtung und Entwertung, Zuschreibung von Mängeln und Fehlern geprägt war. „Alle“ dem Autor bekannt gewordenen ehemaligen Zöglinge leiden noch heute unter dem Makel, ein Heimkind und damit jemand Minderwertiges zu sein. Dieses Leiden hat sich in vielfältigen Symptomen manifestiert: von Klaustrophobien über Bindungsangst über ausgeprägtes Suchtverhalten bis zu suizidalen Phasen. Bis zur ersten Veröffentlichung Wensierskis 2003 hat ein Grossteil der ehemaligen Heimkinder ihren „Makel“ geheim gehalten, selbst gegenüber Lebensgefährten und eigenen Kindern.

Deshalb versteht Wesnierski seine Arbeit als advokatorisch für diese nicht kleine Gruppe (schätzungsweise lebten im Verlaufe der 50er und 60er Jahre gut eine halbe Million Kinder und Jugendliche in Erziehungs- und Fürsorgeheimen), die dem kollektiven Trauma kaum aus eigener Kraft zu entkommen vermag. Mit seiner Unterstützung haben Ehemalige mittlerweile ein Netzwerk gebildet, das sich um Aufarbeitung der Schicksale, Aufklärung der Öffentlichkeit, Konfrontation mit den ehemals Verantwortlichen und um nachträgliche Rentenansprüche für die geleistete Arbeit bemüht. Hier können die Ereignisse in Irland nach der Veröffentlichung des Filmes „Die unbarmherzigen Schwestern“ als Vorbild gelten: Die irische Regierung richtete einen Beratungsservice für ehemalige Heimkinder ein und beauftragte eine Kommission, die Fälle körperlicher Misshandlungen und sexueller Gewalt in den genannten Einrichtungen zu untersuchen. Außerdem wurde ein Entschädigungsausschuss gebildet, der Anträge von Betroffenen entgegen nimmt und die Summe von 1,128 Mio € Entschädigungsgeld (davon 128 Mio € von der katholische Kirche Irlands) an die Opfer zu verteilen hat.

So weit ist man in der Bundesrepublik noch längst nicht. Von den heute noch übrig gebliebenen 400 Nachfolge-Einrichtungen aus den ehemals gut 3000 halten viele ihr Archivmaterial, sofern es nicht vernichtet oder unkenntlich gemacht wurde, zurück. In den Festschriften dieser Heime, die anlässlich der 100-jährigen Bestehen angefertigt wurden und werden, ist nur selten ein kritischer Blick auf diese Zeitspanne enthalten. Nachfragen des Autors während der Erstellung des Buches bei der Deutschen Bischofskonferenz, bei Caritas und Diakonie erbrachten zunächst Unkenntnis oder Beschwichtigungen und Allgemeinplätze über diese unrühmliche historische Phase der Erziehungsanstalten. Mittlerweile, nach Erscheinen des Buches, positionierte sich das Diakonische Werk ein klein wenig deutlicher: Dessen zu der Zeit noch amtierender Präsident Gohde sagte den Betroffenen aktive Unterstützung bei der Aufarbeitung zu: „Unsere Archive sind offen. Wir werden jeden dabei unterstützen, seine Akte einzusehen.“ Und an die diakonischen Erziehungseinrichtungen gerichtet mahnte er: „Wenn Ihr Festschriften veröffentlicht, lasst diese Zeit nicht aus!“ (in: chrismonplus 6/2006, S.47). Künftige Entschädigungsforderungen der ehemaligen Zöglinge steht Gohde abwartend gegenüber, wichtiger ist ihm eine wissenschaftliche Aufarbeitung: „was wirklich passiert ist“. Einen Anknüpfungspunkt bietet die Erforschung der Geschichte des Erziehungsheims Freistatt, einer Einrichtung der von Bodelschwinghschen Anstalten, die auch in Wensierskis Buch unrühmlich erwähnt ist; Fotoaufnahmen aus dem Archiv Freistatt vermitteln dort einen kleinen Eindruck vom „Arbeitslager“ Freistatt: In der Moorkolonie stachen die Zöglinge Torf und verlegten Schwellen für die Torfbahn, alles im Akkord.

Die kritische bundesrepublikanische Fachdiskussion zur Heimerziehung begann erst Anfang der 70er Jahre, überwiegend in den neu gegründeten Fachhochschulen für Soziales und befasst sich schwerpunktmäßig mit der „Institution“ Heim als „totaler Institution“ und/oder ihrer „gesellschaftlichen Funktion“, weniger mit den darin lebenden und arbeitenden Menschen und deren Beziehungen (vergl. Autorenkollektiv: Gefesselte Jugend. Fürsorgeerziehung im Kapitalismus (Frankfurt 1974). Ausnahmen waren Veröffentlichungen im Zusammenhang mit der sogenannten Heimrevolte, in denen explizit die unwürdigen und schikanösen Erziehungspraxen im Mittelpunkt standen (vergl. Ulrike Meinhof: Bambule. Fürsorge - Sorge für wen? (Berlin 1971) und Peter Brosch: Fürsorgeerziehung. Heimterror und Gegenwehr (Frankfurt 1971)). Diese Zeit der Heimrevolten um 1969 ist für Wesnierski Zäsur; er platziert seine Schilderungen von Heimschicksalen zwischen NS-Praxis und Heimkampagne und interpretiert die Erziehungspraxis der 50er und 60er Jahre bewusst in Kontinuität zur vorgängigen NS-Epoche. Schon die Tatsache, dass ein großer Teil der Heime sich nach 1945 in solchen ehemaligen Lagern befand, in denen „Asoziale Ballastexistenzen“ zusammen gesammelt und teilweise auch dort getötet wurden, ist ihm Beleg für die Ungebrochenheit einer die Heimkinder missachtenden und entwertenden Erziehungspraxis. Auch wenn dann mit der Heimrevolte (ihr ist ein eigenes Kapitel gewidmet) nicht alles anders wurde, so kamen doch zweifellos die skandalösen Zustände an die breite Öffentlichkeit, und eine rechtlich, politisch und fachlich motivierte Diskussion um die Notwendigkeit der Veränderung von Strukturen und Konzepten der Heimerziehung begann endlich.

Dieser Reformprozess lässt sich gut am Beispiel des Rauhen Hauses nachvollziehen: Überkommene Strukturen und Organisationsweisen wurden in der ersten Hälfte der 70er Jahre entformalisiert und dezentralisiert, Konzepte wurden entspezialisiert und alltagsorientiert neu entworfen.

Parallel dazu erfolgte bundesweit eine Aufwertung der pädagogischen Qualifizierung des Personals. Im Unterschied zur im Rauhen Haus seit vielen Jahren praktizierten Ausbildung zur Erziehungsarbeit zeichneten sich die große Mehrheit Heime bis zum Beginn der 70er Jahre dadurch aus, dass das Personal in der Regel über keine pädagogische Qualifizierung verfügte.

Peter Wesnierski kommt das große Verdienst zu, diesen Teil bislang verdeckter bundesrepublikanischer Geschichte sichtbar gemacht zu haben. Den Opfern hat er eine Stimme verschafft und sie ermutigt, mit einer neuen Perspektive auf die eigene Geschichte zu schauen.

Dass Schläge nicht nur „im Namen des Herrn“ ausgeteilt wurden, sondern ebenfalls „im Namen des Staates“, hätte der Autor deutlicher herausstellen sollen. Zwar befand sich der überwiegende Teil der Heime in konfessioneller Trägerschaft – und hier noch einmal mehrheitlich in katholischer; aus solchen Einrichtungen stammen auch die meisten Fallschilderungen. Aber es gab auch staatliche Heime, die sich – bis auf fromme Worte – in keiner Weise vom rigiden Mainstream der Erziehungspraxis unterschieden. Und es gab Jugendämter, die – wenngleich die Heimaufsicht erst 1961 eingeführt wurde – sehenden Auges, wegschauend oder gar profitierend die Praxen in den Heimen gedeckt haben. Über die Funktion dieser Bürokratien im Kontext des alten, aus der Weimarer Zeit wiederaufgelegten Jugendwohlfahrtsgesetzes wäre hier mehr Information hilfreich gewesen.

Überhaupt handelt Wensierski die Auseinandersetzung mit der sogenannten Wiederaufbauzeit sehr kurz und plakativ ab und wird dabei der „Normalität“ dieser historischen Phase nur punktuell gerecht. Die Vielfalt der existenziellen Gründe, warum Kinder und Jugendliche damals in Heimen landeten, wird nicht deutlich, und zwischen der freiwilligen Heimerziehung und der Fürsorgeerziehung in geschlossenen Heimen differenziert Wensierski überhaupt nicht. In so fern ist auch die von ihm angeführte Zahl von „einigen hunderttausend Heimzöglingen“, die unter den Fallgeschichten vergleichbaren Zuständen gelitten haben, spekulativ.

Darüber hinaus: Das, was uns während und nach der Lektüre vergangener Heimpraxen so ungeheuerlich und abartig, wie auf einem anderen Planeten spielend, erscheint, entsprach ja weitestgehend den damals vorherrschenden Normen und Werten. Ich selber bin in den 50ern Kind und Jugendliche gewesen, habe prügelnde katholische Kindergärtnerinnen (Nonnen) erlebt, habe Züchtigung in der Familie und eine rigide geschlechterspezifische Erziehung genossen, habe mitbekommen, wie die Lehrer in der Grundschule ein besonderes skeptisches Augenmerk auf die „unehelichen Kinder“ hatten. Bereits im Lyzeum, habe ich die schulöffentliche Stigmatisierung zweier Mitschülerinnen mit erlebt, die sich als Elvis-Anhängerinnen zu outen und zu stylen wagten und dazu noch mit 14 bereits „mit einem Jungen gingen“ – Verhaltensweisen, die unter wenig gesicherten Lebensbedingungen bereits zu Heimeinweisungen führen konnten, wie Wensierski berichtet.

Das alles war völlig normal und spielte sich in integrierten gesellschaftlichen Bereichen ab. Nicht vergessen soll man, dass Körperstrafen als Erziehungsmittel in der Schule erst 1973 in der BRD abgeschafft wurden und dass das Züchtigungsrecht der Eltern erst seit dem Jahr 2000 durch eine Änderung im BGB ausdrücklich gesetzlich verboten ist. Seit diesem Zeitpunkt erst haben Kinder in der BRD ein Anrecht auf gewaltfreie Erziehung!

Auch der Sichtweise Wensierskis einer Kontinuität von der NS-Erziehung zur Heimerziehung der 50er und 60er Jahre ist nur bedingt zu folgen, sie springt zu kurz. Aus der Weimarer Zeit sind eindrucksvolle Quellen bekannt, die nahezu identische Zustände in Erziehungsheimen schildern (vergl. Peter Martin Lampel: Jungen in Not. Berichte von Fürsorgezöglingen (Berlin 1928) und ders.: Revolte im Erziehungshaus. Schauspiel der Gegenwart in drei Akten (Berlin 1929)).

Abschließend zwei Anregungen:
1. Gott sei Dank, „Schläge im Namen des Herrn“ werden heute nicht mehr verteilt. Geschichte wiederholt sich nicht, die Zeiten haben sich verändert, die Wissenschaft ist vorangekommen, das Recht wurde reformiert und modernisiert, die Erziehungsvorstellungen sind andere als vor 50 Jahren. Erziehungshilfen (ob stationär oder ambulant) haben sich vom alten strafenden Erbe emanzipiert. Dennoch: Die Anzahl der sogenannten auffälligen Kinder und Jugendlichen nimmt zu, die Klientel der Erziehungshilfen weist beharrlich vergleichbare soziale Merkmale auf wie schon vor 50 und mehr Jahren, die so genannten Defizite der Mädchen und Jungen von einst und jetzt sind nahezu identisch. Am Kern der Probleme, warum Kinder und Jugendliche in Öffentlicher Erziehung betreut werden müssen, hat sich nichts geändert. Und: Die seit mehr als 20 Jahren abgeschafft geglaubte geschlossene Unterbringung ist wieder auf dem Vormarsch, das Wegschließen von auffälligen Jugendlichen wird wieder vermehrt gefordert. Lohnte es deshalb nicht, einmal genauer mögliche Kontinuitäten der Heimerziehung seit den 50er Jahren bis heute zu recherchieren? Was hat sich wirklich qualitativ verändert im zum damals anderen Kontext von Recht, Fachlichkeit und Werten? Was ist stabil geblieben? Und warum dies und nicht anderes?

2. Auch wenn man nicht davon ausgehen darf, dass die Erziehungsarbeit im Rauhen Haus der 50er und 60er Jahre „ganz anders“ im Vergleich dazu, was übliche Erziehungspraxis war, stattgefunden hat, so kann es doch lohnen, dieses noch dunkle Feld zu erhellen. Über die Erziehungsarbeit ist allerlei nachzulesen, ihre historische Entwicklung ist gut dokumentiert. Zur Organisation der Brüderschaft und zur Qualifizierung liegt aufbereitetes Material vor. Jedoch darüber, wie die alltägliche Erziehungspraxis aus der Perspektive der Zöglinge und der Erzieher erlebt und bewertet wurde, wissen wir wenig. Im Unterschied zu vielen Heimen der 50er und 60er Jahre scheint die Aktenlage zur Bearbeitung dieser Fragen gut zu sein. Es existiert ein sorgsam gepflegtes Archiv, es gibt Kontakte zu ehemaligen Zöglingen und Erziehern/Brüdern.

Vergleichbar dem Forschungsprojekt von Fachhochschule und Brüder- und Schwesternschaft zum Thema „Brüderschaft und Drittes Reich“ (zwischen 1980 und 1982) ist eine Forschungsgruppe aus Studierenden, Lehrenden, Brüdern und Schwestern vorstellbar, die sich an die Bearbeitung der Thematik: „Die alltägliche Er- und Beziehungspraxis im Rauhen Haus“ in dieser spezifischen Zeit (50er und 60er Jahre) macht. Dafür wären folgende Arbeitsschritte zu leisten:
- Recherche der damaligen organisatorischen, konzeptionellen, juristischen Rahmenbedingungen der Erziehungsarbeit des Rauhen Hauses sowie der einweisenden Fürsorgebürokratien,
- Sichtung und Aufarbeitung der Materiallage,
- Kontaktaufnahme zu ehemaligen Zöglingen und Erziehern,
- Befassung mit Befragungsmethoden, Entscheidung für ein Vorgehen und Entwicklung von Instrumentarien,
- Durchführung von Befragungen von Einzelnen und in Gruppen,
- Sicherung, Auswertung und Bewertung der Befragungsergebnisse und Zusammenführung mit den Ergebnissen der Recherche der Rahmenbedingungen und des Archivmaterials sowie
- Veröffentlichung.

Ob und wie die Erziehungspraxis des Rauhen Hauses in den 50er und 60er Jahren tatsächlich abwich vom Mainstream, ob sie darüber hinaus Kontinuitäten zu ihren heutigen Modellen und Konzepten aufweist oder eben nicht, das alles kann durch ein spannendes Forschungsprojekt aufgeklärt werden.

Barbara Rose

[ Email:
rose_barbara@web.de ]


[
Enthoben aus dem Internet @ http://www.faz.net/s/RubA330E54C3C12410780B68403A11F948B/
Doc~E0B991DD224304F34A2324D4BEBBBF254~ATpl~Ecommon~Skomlist~Ak~E17931.html
]

23.05.2006, 16:07


Lesermeinung [ eigentlich zu einem Artikel von Antonia von Alten – "Nichts für Zartbesaitete" vom 16.05.2006, re damalige Heimerziehung in der Frankfurter-Allgemeine, wiedergegeben @ http://www.faz.net/s/RubA330E54C3C12410780B68403A11F948B/
Doc~E0B991DD224304F34A2324D4BEBBBF254~ATpl~Ecommon~Scontent.html
, aber genauso zutreffend zu einigen der Aussagen von Prof. Barbara Rose, betreffend "Körperliche Züchtigung", in ihrer Rezension ]


Zu Wensierski Buch "Schläge im Namen des Herrn"

Leserbrief von Heinz Aubeck (“Silkcut”)

Sehr geehrte Frau von Alten,

Ihren Artikel "Nichts für Zartbesaitete" möchte ich anmerken:

Die Täter, die katholischen Nonnen und Pater, handelten durchaus nicht aus Furcht und Unüberlegtheit, wie sie unreflektiert unterstellen, sondern eher unerschrocken und vorsätzlich aus perverser repressiver und autoritärer Charakterstruktur, die sie heute gerne als pädagogische Fehlleistung und Überforderungsreaktion zu rationalisieren versuchen, sofern diese Personen überhaupt bereit sind, ihre damaligen Misshandlungen an Kindern und Jugendlichen zuzugeben. In anständigen Familien und an Schulen waren auch in den 1950 bis 70er Jahren Gewalt an minderjährigen Schutzbefohlenen (!) und psychische Demütigung geächtet und diese Erziehungspraktiken, die durch kein vernünftiges bürgerliches und christliches pädagogisches Konzept zu rechtfertigen sind, durchaus unüblich. Dir Kirche erweist sich tatsächlich nach wie vor als uneinsichtige Täterin - die lapidaren und hohlen, aufgesetzt wirkenden Entschuldigungen seitens verrantwortlicher kirchlicher Verbandsleiter sind juristisch unverbindlich formuliert und werden auch nicht von den betroffenen Tätern vorgebracht, sondern von kirchlichen Repräsentanten, die von den systematischen Kindsmisshandlungen des kirchlichen Personals meist erst durch die Veröffentlichung dieses Buches erfuhren. Es bleibt eine Schande, dass die Nonnen und Pater den Kindern und Jugendlichen letztlich das antaten, wovor sie sie ihrer Aufgabe nach hätten schützen müssen.


Siehe auch ganz besondern:

"Kinderrechte" – Teil einer umfassenden 1995 Diplomarbeit von Andreas Stenzel.

Kapitel 7

"Die (Nicht-) Diskussion um das Züchtigungsrecht in der Bundesrepublik Deutschland."

"Das explizite Züchtigungsrecht wurde 1957 durch die ersatzlose Streichung des § 1631 Abs. 2
Satz 1 a F. BGB im Rechtssystem der Bundesrepublik abgeschafft."

@ http://home.foni.net/~astenzel/Diplom/Kapitel7.htm#TOP


Die Nutzung eckiger Klammern für spezifische Zwecke ist international: eckige Klammern werden benutzt um zu kennzeichnen, dass ein Wort oder einText so eingeklammert, nicht im zitierten oder reproduzierten Original vorhanden ist, aber zur besseren Erklärung hinzugefügt worden ist.


[ Erstveröffentlichung auf dieser Webseite: 18. Oktober 2006 ]


Medienberichte zu der Veranstanltung mit SPIEGEL-Buch Autor und Journalist Peter Wensierski
in der Moorkirche in Diakonie-Freistatt am Donnerstag den 4. Mai 2006


Subindex Nr. 16

Evangelische Zeitung (EZ) – Christliche Wochenzeitung für Niedersachsen Nr. 19/
14.05.2006. Überschrift, Titelseite: "Schläge im Namen des Herrn""Diakonie Freistatt
stellt sich seiner dunklen Vergangenheit: Ehemalige Zöglinge berichten von ihren Qualen"
.
Artikel betreffend der Veranstaltung in Freistatt mit SPIEGEL-Buch Autor und Journalist
Peter Wensierski am 04.05.2006: Buchlesung mit anschließender eingehender Diskussion.


Diakonie-Freistatt Pressemitteilung vom 5. Mai 2006 betreffend der Veranstaltung
in Freistatt mit SPIEGEL-Buch Autor und Journalist Peter Wensierski am 4. Mai 2006.
Bericht veröffentlicht im Internet-Auftritt der Diakonie-Freistatt
@ http://www.diakonie-freistatt.de/presse_print.php?id=217


DER RING – Monatszeitschrift der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, Juni 2006:
Heimkinder Debatte in der Diakonie Freistatt „Die Wahrheit darf niemand in Frage stellen“.
Umfangreicher Bericht von Bethel-Sprecher Jens U. Garlichs, auf Seite 8 und 9.
'Bethel-Vorstandsmitglied Dr. Rolf Engels ergreift schließlich eindeutig Partei
für die ehemaligen Heimkinder: "Alles, was Sie erzählen, muss uns angehen,
die Wahrheit rührt uns an und Ihre Wahrheit darf niemand in Frage stellen.
Wir hören mit tiefer Betroffenheit zu und verschließen uns Ihnen nicht."'


Frankfurter-Allgemeine – FAZ.NET – vom 16.05.2006 – Damalige Heimerziehung:
"Nichts für zartbesaitete" – "Geschichte der Heimkinder in der frühen Bundesrepublik".
Mehr als eine halbe Million deutsche Kinder und Jugendliche waren
bis in die siebziger Jahre in etwa 3000 Erziehungsheimen untergebracht,
80 Prozent davon in kirchlicher Hand.
Zusätzlich, ein Leserbrief zu diesem Artikel.


In Anstalt Freistatt, einem Ableger der v. Bodelschinghschen Anstalten in Bethel
waren damals rund 400 14-21jährige Jungens untergebracht, die oft jahrelang
im Sommer sowie im Winter unbezahlt im Moor schuften musten.
Donnerstag den 4. Mai 2006: Lesung in der Moorkirche von Peter Wensierski
aus seinem am 07.02.2006 veröffentlichten Sachbuch "Schläge im Namen des Herrn
Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik". Aufarbeitung.
Ehemalige Zöglinge besuchen erstmals nach Jahrzehnten wieder diese
Fürsorgeeinrichtung, in der sie damals auch geschlagen wurden.


Artikel aus der aktuellen Ausgabe "Die Wochenpost" – Unabhängige Wochenzeitung
für die Landkreise Diepholz und Nienburg – in der Ausgabe vom 3. Mai 2006:
"Blick auf die Freistätter Vergangenheit" betreffend einer Veranstaltungsansage
für eine Lesung in der Diakonie Freistatt Moorkirche mit SPIEGEL-Buch Autor und
Journalist Peter Wensierski aus seinem am 07.02.2006 erschienenen Sachbuch "Schläge
im Namen des Herrn – Die Verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik"
,
am Donnerstag den 4. Mai 2006, mit anschließender eingehender Diskussion.


UNSERE KIRCHE (UK) – Wochenzeitschrift der Evangelischen Kirche in Westfalen
und Lippe vom 21.05.2006 – Seite 6 – Rubrik "DIAKONIE" – mit der Überschrift
"Eine Vertrauensperson fehlte"
( so sagen Ehemalige Heimkinder ).
VERGANGENHEITSBEWÄLTIGUNG – Bethel stellt sich seiner Vergangenheit.
Bericht von Karin Ilgenfritz über eine Veranstaltung in Diakonie Freistatt am 4. Mai 2006.


Syker-Kurier: Aktuelle Ausgabe vom 18.03.2006 – Artikel von Redakteur Ulrich Tate
(Gruppe der – Bremer Tageszeitungen AG (BTAG), zu der der Weser-Kurier gehört):
"Peter Wensierski schrieb ein Buch über brutale Methoden der Heimerziehung"
in "Schläge im Namen des Herrn – Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der
Bundesrepublik"
(ISBN 342105892X), erschienen im SPIEGEL-Verlag am 07.02.2006.


Diakonie Freistatt – Aufarbeitung der Heimerziehung in der Nachkriegszeit.
Online-Artikel @ www.kirchenkreis-diepholz.de und auch in den aktuellen Ausgaben
des Diepholzer-Kreisblatt und der Sulinger-Kreiszeitung vom 18. März 2006.
Re: SPIEGEL-Buch "Schläge im Namen des Herrn", Autor Peter Wensierski.
Pastor Wolfgang Tereick: "Auch in Freistatt wurden Fürsorgezöglinge geschlagen".


Evangelische SONNTAGS-ZEITUNG – Christliches Leben in Hessen und Nassau
vom 5. März 2006 – Seite 9 – Rubrik "HINTERGRUND" – mit der Überschrift
"Schläge im Namen des Herrn""Kirchliche Kinderheime und ihre Methoden
in den 50er und 60er Jahren stehen am Pranger"
Von Wolfgang Plischke.
Artikel betreffend dem SPIEGEL-Buch "Schläge im Namen des Herrn –
Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik"

von Autor und Journalist Peter Wensierski, erschienen am 7. Februar 2006.


Betreffend SPIEGEL-Buch: "Schläge im Namen des Herrn –
Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik"

Buch-Rezension, Oktober 2006, von Prof. Barbara Rose, Sozialpädagogin,
Rektorin bis 30.09.2006 – Evangelische Fachhochschule für Sozialpädagogik
der "Diakonenanstalt des Rauen Hauses", Hamburg.

( Rezension veröffentlicht in dem zweimonatlichen evangelischen Magazin "Der Bote" )


Buchrezension von Sven Steinacker. Rezension des SPIEGEL-Buches
von Peter Wensierski:
"Schläge im Namen des Herrn -
Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik"
.
Diese Rezension erschien im
Sozialwissenschaftliche Literatur Rundschau 54,
Heft 1/2007, S. 107-109.


Buchrezension von Prof. Dr. Peter Schütt vom 08.10.2007, re SPIEGEL-Buch
von Peter Wensierski: "Schläge im Namen des Herrn -
Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik"
.
Diese Rezension erschien am 11.10.2007 im Internetauftritt
socialnet.de.


Aufschlußreicher Artikel aus der katholischen ORDENSKORRESPONDENZ:
Zeitschrift für Fragen des Ordenslebens - Nr. 47, Jahrgang 2006, Heft 2.
Buchrezension von
Joachim Schmied. Rezension des SPIEGEL-Buches
von Peter Wensierski:
"Schläge im Namen des Herrn -
Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik"
.




Martin Mitchell – Fotos aus seiner Kindheit und Jugendzeit
(chronologisch arrangiert – 1946-1964 – von unten aufwärts)


Die Leidensgeschichte des damalig staatenlosen Jugendlichen Martin Mitchell
in westdeutscher “Fürsorgeerziehung” in den 1960er Jahren, geschildert und
belegt an Hand von aktuellen Schriftstücken aus der “Fürsorgeerziehungsakte”
damalig geführt von der Anstaltsleitung der Betheler Zweiganstalten Freistatt –
Anstalt Freistatt im Wietingsmoor
(Kreis Diepholz, Niedersachsen) – Teilanstalt
der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel
(bei Bielefeld, Nordrhein-Westfalen).

( Akte erhalten in Australien am 16. Mai 2006.
)



► Heimkinder: Gratis Studienmaterial und Information für alle. Extensive Recherche
und Analyse der Geschichte der bundesrepublikanischen Heimerziehung und
Fürsorgeerziehung
(FE) über mehrere Jahrzehnte nach dem Zeiten Weltkrieg
(Westdeutschland ca 1945-1985), geschildert vom Standpunkt der Opfer.




Siehe auch "Ehemalige Heimkinder" @ heimkinderopfer.blogspot.com und heimkinderopfer2.blogspot.com


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