Der Betreiber dieser nichtkommerziellen Webseite ist der hoch-engagierte Martin Mitchell in Australien (ein ehemaliges “Heimkind” in kirchlichen Heimen im damaligen West-Deutschland)

CARITAS-Präsident Peter Neher im Spiegel-Interview: “Es tut mir leid!”
Präsident der deutschen Caritas, Peter Neher, fordert einen
offeneren Umgang mit einem dunklen Kapitel deutscher Geschichte:
die Geschichte der Heimerziehung im Nachkriegsdeutschland.


[ Aus dem Internet enthoben @ http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,400695,00.html ]


14. Februar 2006

HEIMKINDER-SCHICKSALE

"Es tut mir leid"

Tausende Kinder durchlitten in den fünfziger und sechziger Jahren die Schrecken staatlicher und kirchlicher Heimerziehung. Im Interview mit dem SPIEGEL fordert der Präsident der deutschen Caritas, Peter Neher, einen offeneren Umgang mit einem dunklen Kapitel deutscher Geschichte.


SPIEGEL: Ehemalige Heimkinder leiden noch immer unter den Folgen der Erziehung in den zumeist konfessionellen Heimen der fünfziger und sechziger Jahre. Trägt die Caritas heute dafür Mitverantwortung?

Neher: Natürlich sind wir als Gesamtverband davon betroffen. Es gab zwar nicht nur katholisch geführte Heime, sondern auch Heime anderer Konfessionen und staatliche Träger mit Nonnen und Ordensbrüdern als Heimpersonal, die nicht Mitglied im Caritasverband waren. Dennoch wollen wir den Betroffenen der Heimerziehung helfen, dieses dunkle Kapitel der jüngsten deutschen Vergangenheit gemeinsam aufzuarbeiten. Wir wollen die heute Erwachsenen nicht mit den in ihrer Kindheit entstandenen Traumatisierungen alleine lassen.

DUNKLES KAPITEL: HEIMKINDER IN DER BUNDESREPUBLIK

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ZUR PERSON

DPA

Peter Neher, 50, ist katholischer Theologe und leitet seit September 2003 den Deutschen Caritasverband. Mit rund 490.000 Mitarbeitern ist der Verein der größte private Arbeitgeber in Deutschland. Neher gilt als Reformer und setzt sich vor allem für die Belange von Kindern ein.
SPIEGEL: Was ist bisher bei Caritas und Kirche über die Schrecken der Heimerziehung bekannt?

Neher: Ich habe Verständnis für den Wunsch der Menschen, jetzt endlich diese Erlebnisse öffentlich zu machen. Was da bekannt wird, finde ich schlimm und es tut mir leid, wenn solche Dinge bedauerlicherweise auch in katholischen Heimen geschehen sind. Wir müssen uns aber noch einen genauen Überblick verschaffen und differenzieren. Einige Einrichtungen haben schon seit längerem Kontakte zu ihren ehemals Anvertrauten aufgenommen und werden diese weiterführen. Generell raten wir als Caritas allen katholischen Einrichtungen zu einem offenen Umgang mit den Betroffenen. Die Einrichtungen sollen offensiv damit umgehen und - wo möglich - den ehemaligen Heimbewohnern Einsicht in ihre Akten gewähren. Die Einsicht in die eigene Akte ist ein wichtiger Teil der persönlichen Aufarbeitung. Ich lege den Einrichtungen ans Herz, auch nach Ablauf von Fristen heute noch vorhandene Akten aufzubewahren und Einsichtnahmen zu ermöglichen.
SPIEGEL: Hängen die Schrecken der Heimerziehung mit kirchlichen Erziehungsvorstellungen zusammen?

Neher: Ich glaube nicht, dass es zur Systematik katholischer Einrichtungen gehört hat. Es muss noch genauer geprüft werden, ob möglicherweise konfessionelle Prägungen einen ohnehin praktizierten Erziehungsstil weiter verschärft haben. Wir werden deshalb der wissenschaftlichen Erforschung dieser Zeit mehr Raum geben und sind im Gespräch mit Hochschulen und Caritas-Experten, um wissenschaftliche Arbeiten über diese Zeit und die Folgen der Heimerziehung anzuregen. Wir schlagen auch vor, auf Konferenzen und anderen Veranstaltungen aktiv mit diesem Thema umzugehen

SPIEGEL: Viele beklagen sich, dass sie in den Heimen als 14- bis 21-Jährige arbeiten mussten, kaum entlohnt und ohne Anmeldung bei der Sozialversicherung.

Neher: Arbeitsverhältnisse in den Heimen wurden in der Regel erst nach 1972 als sozialversicherungspflichtig behandelt. Für die Zeit davor ist das in der Tat ein Problem. Wir plädieren dafür, nach Absprache und Prüfung mit der BfA und anderen Rentenversicherungsträgern, alle Möglichkeiten zu erkunden, dass solche nachgewiesenen Arbeitszeiten aus den früheren Jahren ebenfalls entsprechend berücksichtigt werden.

SPIEGEL: Haben Sie eine Erklärung für den harten Stil der Nonnen und Brüder in den Erziehungsheimen der fünfziger und sechziger Jahre?
BUCHTIPP
Peter Wensierski:
"Schläge im Namen des Herrn"


Erschienen als SPIEGEL- Buch bei DVA; 300 Seiten; 19,90 Euro.
Einfach und bequem direkt im SPIEGEL- Shop bestellen
Neher: Nach dem Kriegsende hat sich die Pädagogik gegenüber den zwanziger und dreißiger Jahren in den Heimen zunächst kaum verändert. Erst Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre kam es wirklich zu einer Revolution in der Erziehung in Deutschland. Einer der Punkte, die wir selbstkritisch sehen ist, dass häufig die Schwestern und Brüder ohne fachspezifische Qualifikation in den Heimen arbeiteten. Viele Erfahrungen, die von den Kindern und Jugendlichen gemacht wurden, liegen auch an einer Überforderung der Heimleiter und Erziehenden. Bei allen Bemühungen der überwiegend engagierten Mitarbeitenden in diesen Jahren hat es zu lange gedauert, bis eine qualifizierte Arbeit im Interesse der Kinder Fuß gefasst hat.

SPIEGEL: Die Betroffenen verlangen ein Wort der Entschuldigung.

Neher: Ich kann das Empfinden von Unrecht verstehen und wünsche mir, dass die Auseinandersetzung darüber in einem breiten Rahmen geschieht. Ich denke etwa daran, dass minderjährige, schwangere Mädchen, die damals teilweise zwangsweise eingewiesen wurden, dies heute zu Recht als Unrecht empfinden. Allerdings haben diese Zwangseinweisungen staatliche Stellen veranlasst. Ich halte für wichtig, dass in den jeweiligen Einrichtungen im individuellen Gespräch Entschuldigungen ausgesprochen werden.

Das Interview führte Peter Wensierski


[ Erstveröffentlichung auf dieser Webseite: 21 März 2006 ]


Subindex Nr. 12

Stellungnahme vom 07.03.2006 von dem Bethel-Sprecher Jens U. Garlichs zu dem
damaligen Unrecht in der Heimerziehung und den Missständen in der Bethel
Einrichtung Diakonie Freistatt nach dem 2. Weltkrieg, die Bethel "schon lange dabei"
sei "aufzuarbeiten" und "öffentlich zu machen".


Bethels DRITTE offizielle öffentliche Stellungnahme,
vom 21. Februar 2006, hervorgerufen durch einen Gästebucheintrag,
an diesem Tag, im Gästebuch von Bethel, von Jörg Schmidt aus Juist-Soltau,
einem wohlwollenden langjährigen Unterstützer von Bethel.
Stellungnahme von Bethel-Presse-Sprecher Jens U. Garlichs.


Undatierte öffentliche Stellungnahme der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel,
anscheinend durch ihren Bethel-Presse-Sprecher Jens U. Garlichs,
anscheinend erstmalig auf der Bethel-Webseite veröffentlicht ca Mitte März 2006.


In Bezug auf das SPIEGEL-Buch „Schläge im Namen des Herrn“ –
Stellungnahme von Pfarrer Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes
der Evangelischen Kirche in Deutschland.
Interview: Katharina Sperber, Frankfurter Rundschau, 07.03.2006 | child slave labour


Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
über die Kritik an der Heimerziehung auch in diakonischen Einrichtungen der Nachkriegsjahre.
Interview in dem Magazin zeitzeichen - Ausgabe 4/2006 (auf Seite 41-42) -
Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft. Die Fragen stellte Kathrin Jütte.


Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
versichert ehemaligen Heimkindern, die in damaligen Heimen der Inneren Mission, bzw. der Diakonie
erzogen und ausgebildeten worden sind, dass die Diakonie "jeden dabei unterstützen" wird
"seine Akten einzusehen". "Wir haben kein Interesse, etwas unter den Tisch zu kehren.", sagt er,
in einem Interview, dass er im chrismon PLUS - das evangelische Magazin - 06/2006
(auf Seite 47) Anfang Juni 2006 gegeben hat. Die Fragen stellte Burkhard Weitz.


Aktuelle Ausgabe "Diakonie Report" ( Innere Mission, München ) Nr. 35 - 2006 –– ( Seite 7 ):
"Systematische Misshandlungen gab es nicht
[ in der evangelischen Heimerziehung ]",
meint Michael Häusler, Leiter des Archivs des Diakonischen Werkes
der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).


EVANGELISCHER ERZIEHUNGSVERBAND IN DAMAGE CONTROL:
Bundesverband Evangelischer Einrichtungen und Dienste e. V. regt an und
gibt Ratschläge wie man mit Betroffenen damaliger Misshandlungen und
Traumatisierungen in eigenen Einrichtungen umgehen sollte und möglichen
von Betroffenen ausgehenden Rechtsansprüchen aus dem Wege gehen könnte.


Bischof Dr. Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche
in Deutschland (EKD) äußerte sich innerhalb seines Vortrages am 10.03.2006
in Dortmund − zu den damalig auch in Heimen und Erziehungsanstalten
in evangelischer Trägerschaft angewendeten Gewaltmethoden.


Vereinsberater Michael-Peter Schiltsky: Verein ehemaliger Heimkinder e. V.
Schiltsky ist Heimkind der Wirtschaftswunderzeit, ein geschundenes,
ein missbrauchtes Kind. Und er hat, als einer von ganz, ganz wenigen
der vielen Heimkinder der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik,
das Abitur geschafft und studiert.
Vorgestellt vom Täglicher Anzeiger
(Kreis Holzminden) am 25.03.2006.


Vom Verein ehemaliger Heimkinder e. V. im Internet veröffentlichte
offizielle öffentliche Stellungnahme der EKD vom 22. März 2006,
in Antwort auf ein Schreiben des Vereins – Anfang Februar 2006 –
an den Ratsvorsitzenden der EKD Bischof Dr. Wolfgang Huber.

( Das Vereinsschreiben selbst, an die EKD – bzw. an den Ratsvorsitzenden der EKD Bischof Dr. Wolgang Hunber –
ist leider bisher noch nirgens veröffentlicht worden
)

Der Spiegel, 16/2006 – Späte Reue – Kirchen unter Erklärungsdruck
zur Geschichte der Heimerziehung und schwarzen Pädagogik
in der Bundesrepublik Deutschland.


Das katholische DOM Nr. 23 – 4. Juni 2006 – Seite 20 – ERZBISTUM Paderborn.
Scherfede: St. Johannisstift organisierte Fachtagung zur Heimerziehung.
Katholische DOM-Magazin Artikel-Überschrift: »Wer nicht lieb war, kam ins Heim«.


Westfalen-Blatt Nr. 122 – Dh11 – LOKALES – 27./28. Mai 2006 – Seite 00 – Paderborn.
Scherfede: St. Johannisstift stellt sich der Vergangenheit.
Tagung zum Thema Heimerziehung mit Betroffenen.
Fachtagung zur »Historie der Heimerziehung«.


„Beispiel für pädagogische Fehler“
Kinder- und Jugendhilfe St. Johannisstift setzt sich mit Heimerziehung auseinander
Westfälische Nachrichten – berichtet von Anja Sparbrod – Mai 2006.


Pfarrer Wolfgang Wagner von der evangelischen Akademie Boll nimmt Stellung
zur Heimerziehung im Nachkriegsdeutschland (BRD) (Westdeutschland),
dem SPIEGEL-Buch “Schläge im Namen des Herrn”,
und zu den Aussagen von Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes, dazu.


Leserbrief von Pfarrer Dierk Schäfer – Akademie Boll – 14.03.2006 – und
seine persönliche Stellungnahme zu der im Nachkriegsdeutschland (in der BRD)
in der Heimerziehung weiter fortgeführten “Schwarzen Pädagogik der Nazis” |
sein persönlicher Aufruf zur Aufarbeitung der Geschichte, und zum Sühne tun –


Offener Brief von Pfarrer Dierk Schäfer – Akademie Boll – 12.04.2006 – an
Pfarrer Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche
in Deutschland, worin Pfarrer Dierk Schäfer, u. a., ganz besonders darauf hinweisst,
dass zu einer umfassenden Aufarbeitung der Mißstände
in den Nachkriegs-Heimen Westdeutschlands,
auch eine Neubewertung des Tuns, Wirkens und Handelns von Johann-Hinrich Wichern,
Gründer der Inneren Mission und Vater des damaligen Rettungshausgedanken, gehört.


CARITAS-Präsident Peter Neher im Spiegel-Interview: “Es tut mir leid!”
Präsident der deutschen Caritas, Peter Neher, fordert einen
offeneren Umgang mit einem dunklen Kapitel deutscher Geschichte:
die Geschichte der Heimerziehung im Nachkriegsdeutschland.


Offener Brief an die Deutsche Bischofskonferenz am 6. März 2006.
Appell des Verein ehemaliger Heimkinder e. V. an die Deutsche Bischofskonferenz.
Michael-Peter Schiltsky : Im Auftrag des Vorstandes : Verein ehemaliger Heimkinder e. V.


Caritas stellt sich Diskussion um Heimerziehung der Nachkriegszeit,
während welcher Zeit "Strafe statt Pädagogik" und "intensive Arbeitseinsätze"
auch in Heimen und Anstalten katholischer Orden – unter der Führung der verschiedenen
Diözesan Caritasverbände in der BRD, bzw. der "Caritas", an der Tagesordnung waren.
Kurzfristige Terminansage am 18.09.2006 für ein Termin am 25.09.2006 in Münster.


Kommentar (vom 18.03.2006) zur “Aufarbeitung der damaligen Heimerziehung”
von Jürgen Sauer – Presse- und Öffentlichkeitsreferent beim Diözesan-Caritasverband
für das Erzbistum Paderborn und Mitglied der Redaktion von "Caritas in NRW"
und "Caritas in NRW – AKTUELL”.


Bücher von Bethel – v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel – oder von der
Inneren Mission, der Diakonie, oder von der Evangelischen Kirche in Deutschland
selbst in Auftrag gegebene Veröffentlichungen,
angeblich zur Aufarbeitung ihrer Geschichte,
und angeblich ganz besonders auch zur Aufarbeitung ihrer Geschichte
im Umgang mit Kindern und Jugendlichen
in der diakonischen Heimerziehung der Nachkriegszeit
(d. h. “der diakonischen Heimerziehung” nach dem Zweiten Welkrieg,
während dem Wirtschaftswunder Westdeutschlands).
Wo sind diese angeblichen “Aufarbeitungen der Geschichte
der diakonischen Heimerziehung
der Nachriegszeit” zu finden ?


Einige weiterhin an einigen Stellen im Internet bestehen bleibende
zu der Zeit notwendige öffentliche Bekanntgebungen
von Martin Mitchell aus Australien, nachdem Bethel und die Diakonie
Freistatt und die Evangelische Kirche in Deutschland im August 2003
begann zu zensieren und zu blockieren.




Bitte nicht vergessen auch "Ehemalige Heimkinder" @ http://heimkinderopfer.blogspot.com zu besuchen.


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