Der Betreiber dieser nichtkommerziellen Webseite ist der hoch-engagierte Martin Mitchell in Australien (ein ehemaliges “Heimkind” in kirchlichen Heimen im damaligen West-Deutschland)

Die bisher verdrängte Geschichte der Heimerziehung in der Republik Österreich - Schwarze
Pädagogik der Nachkriegszeit, genauso wie in der Bundesrepublik Deutschland
.
WANDERAUSSTELLUNG zur Geschichte der Heimerziehung in Österreich - Nachkriegszeit.
Ein Heim Namens
"WEGSCHEID", in Linz, Öber-Osterreich, wird vorgestellt:
Ausstellungskatalogue:
Michael John / Wolfgang Reder, "Wegscheid. Von der Korrektionsbaracke
zur sozialpädagogischen Institution"
, Linz 2006, ISBN-10: 3-200-00657-9.


[ Enthoben aus dem Internet @ http://www.servus.at/VERSORGERIN/71/wegscheid.html ]

send mail to versorger@servus.at


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»Wannst net brav bist, kommst ins Heim..........«

WEGSCHEID - Von der Korrektionsbaracke zum sozialpädagogischen Jugendwohnheim - Eine Ausstellung

Von Michael John


Im Juni 2006 wurde am Stadtrand von Linz, in Wegscheid, eine Wanderausstellung zur Geschichte eines Heimes für sogenannte »verhaltensauffällige« Jugendliche eröffnet. Was oder wer »verhaltensauffällig« ist, wird von der Gesellschaft definiert, hat also mit den gesellschaftlichen Normen, Erziehungsvorgaben und Erziehungsstilen zu tun, die in dieser Ausstellung ebenfalls diskutiert werden.
Der erste Besucher nach der Eröffnung in dem - Anrainer mögen mir verzeihen - wenig anheimelnden Stadtteil hat bei allen Anwesenden großen Eindruck hinterlassen: Es erschien ein über 50 Jahre alter Herr im Rollstuhl mit seiner Gattin und erzählte, dass er selbst in den 1960er Jahren hier als Insasse gelebt habe: »Es ist gedroschen worden, bis die Schwarten krachten, mit den Erziehern hat man sich nicht spielen brauchen. Es war brutal. Wir waren der letzte Dreck.« In weiterer Folge stellt sich heraus, dass er als schon etwas älterer Bursch selbst Kapo in seiner Wohngruppe war: »Da hast Du Dich durchsetzen müssen, meine Güte, da ist mancher Zahn geflogen und Blut geflossen.« Erzieher setzten diese Jugendlichen als Ordnungskräfte ein, dafür gab es gewisse Privilegien. Herr Alois F. fuhr fort, dass er sich dafür jetzt schäme, dass er sich überhaupt schäme, jemals in Wegscheid gewesen zu sein. Erst vor einigen Jahren, nach einem Schlaganfall habe er seiner Frau gestanden, dass er von der Fürsorge in seiner Jugend nach Wegscheid eingewiesen worden war. Voller Emotionen verließ das Ehepaar das Gebäude.
Die Anstalt Wegscheid galt in den 1950er und 1960er Jahren als sehr »hartes« Heim, es wurde gleich nach Kaiser Ebersdorf und Eggenburg gereiht. Mitunter war auch noch die Geisteshaltung vergangener Jahrzehnte zu spüren. Nach seiner Einrichtung im Jahre 1951 arbeiteten dort über Jahrzehnte hinweg ehemalige Soldaten, ehemalige Nationalsozialisten und SS-Männer, aber auch Polizisten, Taxifahrer und Personen aus diversen Berufen, die anderweitig unerwünscht geworden waren. Man dachte, mit dieser Mischung die »schweren Jungs« gut unter Kontrolle halten zu können. Mehr noch, deren Verhalten sollte »korrigiert« werden, daher der Begriff der »Korrektionsbaracke«. Neben straffällig gewordenen Jugendlichen lebten in Wegscheid auch Kinder, die niemand haben wollte, abgeschobene, missbrauchte, misshandelte Kinder.

»Ich habe geglaubt, jetzt knallt er mich ab«, erinnert sich der langjährige Heimleiter Alois Brandstätter: »Es kam einmal ein Mann zu mir, der hier Zögling war. Er hatte eine immense Wut und ich habe mich schon nach Fluchtmöglichkeiten umgesehen. Plötzlich hat er kehrtgemacht, hat sich umgedreht und weg war er......Es kamen öfter ehemalige Zöglinge ins Haus. Es ging dabei um anrechenbare Pensionsversicherungszeiten, aber die Leute waren damals nicht versichert. Sie sagen, Zwangsarbeit war das, wir wurden gezwungen, man hat uns geschlagen und den Kopf geschoren. So ähnliche Sätze habe ich schon mehrfach gehört.« Tatsächlich galten in Österreich bis 1954/55 Reichsgesetze aus dem nationalsozialistischen Deutschland, Mitte der fünfziger Jahre wurde ein Landesfürsorgegesetz beschlossen. Die Jugendlichen der Anfangszeit, die in Baracken untergebracht waren, haben tatsächlich Zwangsarbeit geleistet. Sie waren bei der Sozialversicherung nicht angemeldet, auf Pensionszeiten sind die Jahre oder Monate nicht anrechenbar. Abgesehen von der Jugendfürsorge blieb der Arbeitszwang theoretisch Teil der Fürsorgepraxis. Erst aus dem Ober-österreichischen Sozialhilfegesetz des Jahres 1973 verschwand der Arbeitszwang definitiv aus der Gesetzgebung.

Stacheldraht, Korrektionsräume und körperliche Züchtigung gehörten zum pädagogischen Repertoire der Anfangszeiten und sind wohl auch Ausdruck dessen, wie man in der Gesellschaft mit Außenseitern umging. Es herrschte ein Klima der Gewalt, physisch ebenso wie strukturell. Ein professionelles Berufsbild des »Erziehers« oder »Sozialpädagogen« existierte lange Jahre nicht. Als Reflex auf die Studenten- und Jugendrebellion von 1968 kann gedeutet werden, dass 1971 unter der Mitwirkung von Günther Nenning von Spartakisten und anderen linksgerichteten Aktivisten versucht wurde, das Heim zu besetzen, um auf die problematische Situation hinzuweisen. Mittlerweile hat sich Wegscheid zu einem modernen sozialpädagogischen Jugendwohnheim entwickelt, in welchem durch die Kooperation diverser Expertinnen, Experten und erfahrenen Personals Konzepte zur Bewältigung der Lebenssituation männlicher und weiblicher dissozialer Jugendlicher erstellt werden.

Die Entwicklung war allerdings durchaus nicht linear. Es gab Reformen und Rückschritte. Überdies ist die Grundproblematik der Einrichtung seit den frühen 1950er Jahren gleich geblieben - Integration oder Ausgrenzung in den verschiedensten Schattierungen. »Wannst net brav bist, kommst nach Wegscheid«, bekamen die Kinder im Süden von Linz vor fünfzig Jahren zu hören und mitunter hören sie es auch heute noch. Verändert hat sich mittlerweile der Stellenwert, den die Gesellschaft dieser Thematik zuwendet.
Vor einigen Jahren entstand die Idee, eine Ausstellung zur Geschichte des Heimes zu erarbeiten. Den Rand ins Zentrum rücken, zumindest ein wenig - gesellschaftlichen Gruppen, die im Alltagsleben nur wenig im Licht der Öffentlichkeit stehen, mehr Aufmerksamkeit schenken - ohne sie jedoch »vorzuführen«. Nach Gesprächen mit dem für die Jugendwohlfahrt zuständigen Landesrat Ackerl, der die Bedeutung der historischen Dimension einzuschätzen wusste, wurden die notwendigen Mittel bereit gestellt. Bilderfolgen und Texte führen in die Geschichte des Wohnheims ein, Arbeiten des Malers Othmar Zechyr, der »Zögling« in Wegscheid ebenso wie in Kaiser Ebersdorf war, geben Einblick in die Befindlichkeit eines Betroffenen. Terminals mit Statistiken und Zusatzinformationen, Videoinstallationen mit Zeitzeugen und Zeitzeuginnen, Modelle eines »idealen« Jugendwohnheims und Präsentationen der Jugendlichen ergänzen die Darstellung.
Der Soundtrack von Christoph Herndler rundet schließlich die Ausstellung ab, verleiht dieser einen entsprechenden emotionalen Ausdruck. Es handelt sich insgesamt in erster Linie um ein kulturwissenschaftlich und sozialhistorisch angelegtes Projekt, das von den Anfängen der Zweiten Republik bis in die jüngste Vergangenheit reicht und die Themen Ordnung, Gesellschaft, Integration und Jugend diskutiert. Die Schau wurde im Auftrag des Jugendwohnheims von einem kleinen Projektteam um Michael John (Wissenschaft) und Manfred Lindorfer (Gestaltung) ausge-arbeitet. In Österreich handelt es sich wohl um die erste Ausstellung, die dieses noch nicht lange zurückliegende Kapitel der Zeitgeschichte behandelt.

Im Jahre 1989 wurde hierzulande das elterliche Züchtigungsrecht abgeschafft, schon vorher durfte man in Schulen und Heimen nicht mehr schlagen: ein Meilenstein. Die Annahme, dass jedoch für alle Zeiten ein pädagogisch geprägter, toleranter und zivilisierter Umgang mit dissozialen Jugendlichen gesichert ist, wäre sehr optimistisch. Ein Blick in die Nachrichten zeigt, dass man nicht unbedingt weit in die Vergangenheit, nicht bis in die Jahre des Nationalsozialismus zurück gehen muss, um zu entdecken, dass es auch heute politische Kräfte gibt, die eine Herabsetzung der Strafmündigkeit fordern - ebenso wie härtere Jugendstrafen und geschlossene Anstalten. In den Niederlanden etwa beträgt die Strafmündigkeit nicht vierzehn Jahre wie in Österreich, sondern zwölf. In eigenen Jugendgefängnissen sind tausende Halbwüchsige untergebracht. In Großbritannien liegt die Strafmündigkeit bei zehn (!) Jahren. »Zero Tolerance« ist ein Produkt, das sich weltweit gut verkauft. Und auch in einigen Instititutionen in Österreich - nicht in Wegscheid - wird gegen das Gesetz gehandelt, gibt es »Besinnungsräume« und mitunter kommen auch körperliche Bestrafungen vor.

Die Ausstellung ist zur Zeit noch in Wegscheid selbst zu sehen, im Sozialpädagogisches Jugendwohnheim Linz Wegscheid, Bäckermühlweg 39, A-4040 Linz, Voranmeldung erforderlich: 0732 38 06 51, Klappe 170, Mag. Lehner. Als nächste Station der Wanderausstellung ist der Lern- und Gedächtnisort Hartheim vorgesehen.

Katalog: Michael John / Wolfgang Reder, Wegscheid. Von der Korrektionsbaracke zur sozialpädagogischen Institution, Linz 2006, ISBN-10: 3-200-00657-9 (zu beziehen über das Jugendwohnheim, Kontakt siehe oben).



Prof. Michael John @ http://www.wsg-hist.uni-linz.ac.at/personen/john/person2.html und http://www.wsg-hist.uni-linz.ac.at/sonderauftrag/john.htm


[ Erstveröffentlichung auf dieser Webseite: 7. Juni 2007 ]


Subindex Nr. 1

Ehemalige Heimkinder wollen nicht mit anderen verwechselt werden.
Sie haben ihre eigene Webseite: Heimkinder-Ueberlebende.org @ www.heimkinder-Ueberlebende.org




Martin Mitchell – Fotos aus seiner Kindheit und Jugendzeit
(chronologisch arrangiert – 1946-1964 – von unten aufwärts)


Die Leidensgeschichte des damalig staatenlosen Jugendlichen Martin Mitchell
in westdeutscher “Fürsorgeerziehung” in den 1960er Jahren, geschildert und
belegt an Hand von aktuellen Schriftstücken aus der “Fürsorgeerziehungsakte”
damalig geführt von der Anstaltsleitung der Betheler Zweiganstalten Freistatt –
Anstalt Freistatt im Wietingsmoor
(Kreis Diepholz, Niedersachsen) – Teilanstalt
der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel
(bei Bielefeld, Nordrhein-Westfalen).

( Akte erhalten in Australien am 16. Mai 2006.
)



Intensive Handarbeit im Moor in Anstalt Freistatt, damals – historische Bilder –
( im Oktober 1993 umbenannt in Diakonie Freistatt).
Virtueller Rundgang durch das damalige Freistätter Wietingsmoor in Niedersachsen


Fürsorgeerziehung im Nationalsozialismus –"Bewahrung" und "erbbiologische Aussiebung" von Fürsorgezöglingen.
Vermächtnis und Auswirkungen dieser Ideologien im Nachkriegsdeutschland und in der Bundesrepublik
(1945 - 1985)


Fürsorgeerziehung im Dritten Reich –
Werner Villinger, Chefarzt von Bethel, und seine Ideologien und Karriere
in der Jugendfürsorge und Jugendpsychiatrie
auch in West-Deutschland, nach 1945.


Ein weiterer Beweis für das was den Mächtigen weiterhin in Deutschland wichtig war
sofort nach dem zweiten Weltkrieg,
und ihnen auch weitergehend wichtig war in der Bundesrepublik Deutschland,
nach 1949, besonders in der Fürsorgeerziehung.
Ein Beispiel für die Kontinuität in der Sozialfürsorge: Helene Wessel


Zwangsverpflichtet im Vaterland!
"ZWANGSARBEIT" – "ARBEITSDIENST" – "ARBEITSTHERAPIE" – "KEIN PFENNIG JOBS"
– Fürsorgeerziehung, Jugendwohlfahrt und Arbeiterwohlfahrt und ihre Abarten
in der Geschichte Deutschlands – hier ein Beispiel aus dem Dritten Reich –
und ein Moor,Torfabbau und anstaltseigenes Torfwerk gehörten auch hier wieder mit dazu.


Geschlossene Unterbringung.
Die Geschichte des geschlossenen Mädchenheims Feuerbergstraße in Hamburg-Altona.
Fürsorgeerziehung unter dem Jugendwohlfahrtsgesetz:
Weimarer Republik. Drittes Reich. Bundesrepublik (BRD).


Kinder und Jugendliche als Opfer in 'Erziehungsheimen' / Arbeitserziehungslagern / Arbeitszwangslagern

Damalige Erziehungsanstalten gleicher Art wie jahrzehntelang in Westdeutschland betrieben wurden,
existierten auch in der Bundesrepublik Österreich.
Ein Betroffener aus Österreich meldet sich zu Wort.


Die bisher verdrängte Geschichte der Heimerziehung in der Republik Österreich - Schwarze
Pädagogik der Nachkriegszeit, genauso wie in der Bundesrepublik Deutschland
.
WANDERAUSSTELLUNG zur Geschichte der Heimerziehung in Österreich - Nachkriegszeit.
Ein Heim Namens
"WEGSCHEID", in Linz, Öber-Osterreich, wird vorgestellt:
Ausstellungskatalogue:
Michael John / Wolfgang Reder, "Wegscheid. Von der Korrektionsbaracke
zur sozialpädagogischen Institution"
, Linz 2006, ISBN-10: 3-200-00657-9.


“Der unwerte Schatz” – Roman einer Kindheit – Vernichtung ‘unwerten’ Lebens.
Roman von Tino Hemmann, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2005 – ISBN 3-938288-41-8


DVD 112 / 2005: "LEBENSUNWERT – Paul Brune – NS-Psychiatrie und ihre Folgen
ca. 45 Min. Film plus 15 Min. ergänzendes Material – erhältlich vom Medienshop
des Westfälischen Landesmedienzentrum – Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Münster.


Lebenswert – Lebensunwert – ERNST KLEE : "Deutsche Medizin im Dritten Reich"
S. Fischer Verlag Frankfurt/M., Oktober 2001, ISBN 3-10-039310-4416.
Rezension von dem Soziologen Dr. Robert Krieg (geb. 1949) selbst Autor und Regisseur:


Schutzbefohlene Heimkinder / Insassen Hinter Mauern : Ein Fallbeispiel – Der Leidensweg des Paul Brune

Paul Brune – Fallbeispiel – „Lebensunwert“ – Filmbiographie
über die langen Schatten der Psychiatrie des 'Dritten Reiches',
aber auch ihre dunkle Kontinuität in der Bundesrepublik
bis fast in die Gegenwart –
konzentriert sich hier auf die Situation in Einrichtungen der Provinz Westfalen in der Trägerschaft des Provinzialverbandes,
Vorläufer des Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).


Paul Brune – “Lebensunwert” – Und wer sonst noch? – Eine späte Entschuldigung!
NS-Ideologie im Dritten Reich und ihre Folgen – auch noch für lange Zeit danach.
Beiträge, Erklärungen und Korrespondenz zu diesen Themen – aus dem Jahre 2003.


Gott und die Welt. - Einzelhaft und Zwangsarbeit – Fürsorgeerziehung
in Deutschland [BRD] [50er, 60er, 70er und 80er Jahre] –

im WDR Fernsehen, Sonntag 11.09.2005 um 16:25;
Wiederholung, Dienstag 13.09.2005 um 10:15, (Länge 30 Min.).


WDR FERNSEHEN – Dokumention: "Lebensunwert" – Der Weg des Paul Brune

Zum Thema Antifaschismus:
»Lebensunwert? - NS-Psychiatrie, Zwangssterilisierung und Widerstand« -
Irrsinnige Ideology und ihre Langzeit Folgen im Nachkriegsdeutschland. -
Herausgeber dieses Sachbuches, erstveröffentlicht in 2007, ist

der Freundeskreis Paul Wulf. Erschienen im Graswurzel Verlag. ISBN 3-939045-05-5.


Ein VORWORT von Journalist, Filmmacher und Autor Robert Krieg zum Sachbuch
»Lebensunwert? - NS-Psychiatrie, Zwangssterilisierung und Widerstand«


[ Heimerziehung – Zöglinge - Heimkinder ] Zwischen Disziplinierung und Integration
– Westfälisches Institute für Regionalgeschichte – Landschaftsverband Westfalen-Lippe Münster –
FORSCHUNGEN ZUR REGIONALGESCHICHTE – Markus Köster und Thomas Küster (Hg.)
[ Anstaltserziehung – Fürsorgeerziehung – Weimarer Republik – Drittes Reich – Bundesrepublik ]


Dipl.-Päd. Wolfram Schäfer, Institut für Erziehungswissenschaft, Philipps-Universität Marburg:
Fürsorgeerziehung und Jugendpsychiatrie im Nationalsozialismus
Die erbbiologisch begründete Forderung nach der »Aussonderung Unerziehbarer« aus der Fürsorgeerziehung war von den führenden Vertretern der deutschen Jugendpsychiatrie bruchlos aus der Weimarer Republik über die NS-Diktatur in die Bundesrepublik tradiert worden. Die Auswirkungen auf die Gestaltung der Heimerziehung in der jungen Demokratie waren bekanntermaßen fatal.


Sieglinde WALTRAUD Jung’s Leidensgeschichte als Gefangene
und unentlohnter Arbeitssklave der Rummelsberger Anstalten,
im "Haus Weiher"
(1965-1968)(zugehörend zur Bayrischen Inneren Mission)
"Heim für 'schwererziehbare' Mädchen""Mädchenheim Weiher"
(1938-1972)
in Hersbruck, bei Nürnberg, eine Zweigstelle der Rummelsberger Anstalten, in Bayern,
Bundesrepublik Deutschland – "Wirtschaftsunternehmen" im "Wirtschaftswunder BRD".


Ehemalige Heimkinder schildern »Schwere Schicksale im Bundestag«,
Berichtet im Der Westen (Das Portal der WAZ Mediengruppe), 16.11.2007.
Sabine Nölke: Der Petitionsausschuss des Bundestags befaßte sich
erstmals im Dezember 2006 mit dem Schicksal ehemaliger Heimkinder.


»Die weggesperrten Kinder der Nachkriegszeit.«
»Heimzöglinge der 50er und 60er Jahre haben ihr Schweigen gebrochen -
Jetzt fordern sie eine Entschädigung.
«
Jürgen Potthoff berichtet im Der Westen (Das Portal der WAZ Mediengruppe), 20.11.2007.


Regina Eppert (Regina Page) mit Peter Wensierski vom SPIEGEL berichten
über, und diskutieren, die damalige Heimerziehung der Nachkriegszeit
(ca 1945-1979)
in ihren Sachbüchern "Schläge im Namen der Herrn – Die verdrängte Geschichte
der Heimkinder in der Bundesrepublik"
und "Der Alptraum meiner Kindheit und Jugend –
Zwangseinweisung in deutsche Erziehungsheime"

Berichtet @ westline – in Westfälische Nachrichten – 20. Oktober 2006,
in einem Artikel mit der Überschrift "Lachen und Weinen strengstens verboten".


"Mädchenknast" – Dortmunder Vincenzheim – September 1977 – auch hier werden Heimkinder weitergehend gefangen gehalten und als unentlohnte Arbeitskräfte – Zwangsarbeiter – von der Katholischen Kirche von Deutschland ausgebeutet – hier in einer Waschanstalt / Großwäscherei der Paderborner Vinzentinerinnen.

Das damalige Vincenzheim (für Mädchen) - die heutige Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung "Vincenzheim Ausbildungsstätte" - in Dortmund lehnt den Vorwurf von damaligen Misshandlungen gegen ihre jugendlichen Heim-Insassen ab. Und auch Theo Breul, Abteilungsleiter beim Caritas-Verband in Paderborn, was das Salvator-Jugendheim in Hövelhof - das damalige Salvator-Kollege (für Jungens) - betrifft, weist alle Vorwürfe zurück.

Bundesrepublik Deutschland: Kinder alleinerziehenden Müttern entrissen und in konfessionelle Heime gesperrt, um christlich erzogen zu werden. Heimkinder wegen läppischer „Vergehen“ – nur bei Hinreichung einmal täglich von Wasser und Brot –
in Isolationshaft gesperrt.
Heimkinder-Ueberlebende überall in der Bundesrepublik Deutschland
berichten von jahrelanger unentlohnter „Zwangsarbeit“ und schwerwiegenden Misshandlungen und Entwürdigungen –
und sind noch heute davon traumatisiert.


Heimkinder-Überlebende brechen ihr Schweigen: Schläge und Quälereien von Kindern und Jugendlichen - "Unglaublich. " - "Niemand hat etwas davon gewußt." "Es kann doch nicht möglich sein. " - "Niemand [von den Heim-Insassen] hat sich beschwert. " - Es habe "allerdings keine regelmäßigen Kontrollen gegeben. " - Heute wird von den Verantwortlichen nur geleugnet, bagatellisiert, oder einfach völlig geschwiegen.

„Moorhof zur Hölle“ – Freistatt im Wietingsmoor in den 50er Jahren. Opfer über die damaligen Methoden in dieser Anstalt; berichtet mit Hilfe eines Zeitungsartikels der am 13.5.1999 im Weser-Kurier veröffentlicht wurde – das Jahr des 100. Jubiläumsfestes der Diakonie Freistatt.

Die wahre Geschichte der damaligen ANSTALT FREISTATT aufgedeckt und erstmalig im Internet veröffentlicht! ANSTALT FREISTATT, Torfgewinnungsgesellschaft im Bethel eigenen Wietingsmoor, ein privat-kirchliches Wirtschaftsunternehmen und Moorlager Arbeitserziehungslager / Arbeitszwangslager der Diakonie (1899-1991), das noch jahrzehntelang nach dem Zweiten Welt Krieg in der Bundesrepublik Deutschland angewendet wurde, wo 14 bis 21 Jahre alte “schwererziehbare” jugendliche deutsche Zwangsarbeiter systematisch getrimmt und auf das Schlimmste misshandelt wurden.

Das Wirtschaftsunternehmen der Torfgewinnungsgesellschaft im Bethel eigenen Wietingsmoor, im Areal der ANSTALT FREISTATT, im Hannoverschen, in der Bundesrepublik Deutschland, und dessen jugendlichen deutschen Zwangsarbeiter, im Vergleich zu den jugendlichen – und auch älteren – deutschen Zwangsarbeitern im BREMISCHEN TEUFELSMOOR, ein Wirschaftsunternehmen der TurbaTorfindustrie G.m.b.H, im Dritten Reich. Was war der Unterschied? Das ersterwähnte wurde (von 1899-1991) von der Diakonie betrieben, das andere (von 1934-1945) vom Staat.

Freistatt – Wirtschaftsunternehmen – Teil I
Freistatt – Anstalt Freistatt – Diakonische Heime Freistatt – Diakonie Freistatt – Freistatt im Wietingsmoor – Betheler Zweiganstalten im Wietingsmoor – Arbeiterkolonie Freistatt – Arbeitsdienstlager Freistatt – Moorkolonie Freistatt –
“Zwangsarbeitslager Freistatt”
Was entspricht der Wahrheit, und was nicht?


Freistatt – Wirtschaftsunternehmen – Teil II
Zweimalige Flucht eines jugendlichen Zwangsarbeiters aus Freistatt im Wietingsmoor
HOLZNER, MICHAEL – TREIBJAGD – Die Geschichte des Benjamin Holberg –
ein auf Fakten bassierender Roman über die Fürsorgeerziehung und ihre Folgen
in der Bundesrepublik Deutschland.
AUSZÜGE.


Tatorte schwerwiegender Misshandlung von Kindern und Jugendlichen
im Bethel eigenen Freistatt im Wietingsmoor:
Deckertau, Haus Neuwerk, Heimstatt, Moorburg, Moorhof, Moorhort, Moorpenison, Moorstatt, Wegwende, und Wietingshof.


Bethel-eigene Anstalt Freistatt im Wietingsmoor – Erziehungsziel “Arbeite und Bete!”
Stellungnahme dazu eines weiteren Betroffenen, Peter Remmers (vom 12.01.2006):
“Freistätter Hölle!” – “Das Moor ist die Hölle!”
– Fünf Jahre hatte er dort verbringen müssen! –


Mail (vom 16.02.2006) des heutigen Geschäftsführers der Diakonie Freistatt,
Pastor Wolfgang Tereick, an den ehemaligen Freistatt Insassen, Peter Remmers,
worin der Herr Pastor die Ehrlichkeit des ehemaligen Zöglings in Frage stellt.
.


Ehemaliger Freistatt Insasse, Peter Remmers, am 16.02.2006, antwortete
dem heutigen Geschäftsführer der Diakonie Freistatt, Pastor Wolfgang Tereick,
auf dessen Anschuldigungen, vom 18.02.2006.
.


6. Stellungnahme von Pastor Wolfgang Tereick, Geschäftsführer Diakonie Freistatt, vom 04.03.2006
− in EVANGELISCHE WOCHENZEITUNG FÜR WESTFALEN UND LIPPE: UK "Unsere Kirche" −
folgend der Veröffentlichung des Buches "Schläge im Namen des Herrn".


Der heute 61-jährige ehemalige Fürsorgezögling Willi Komnick
erstmalig nach 40 Jahren, am 5. Mai 2006, besucht die heutige Diakonie Freistatt –
damalige Anstalt Freistatt im Wietingsmoor, gelegen in einem riesigen
Hochmoorgebiet zwischen Diepholz und Sulingen im Hannoverschen, in Niedersachsen –
ein Ableger der „v. BodelschwinghschenAnstalten“ Bethel, bei Bielefeld,
in Nordrhein-Westfalen – wo die damaligen jugendlichen Insassen
systematisch misshandelt und ausgebeutet worden waren.


Warum habt ihr mich geschlagen?, fragen heute die ehemaligen Insassen,
die damals in Anstalt Freistatt im Wietingsmoor, einem riesigen Hochmoorgebiet
zwischen Diepholz und Sulingen im Hannoverschen, in Niedersachsen –
einem Ableger der „v. BodelschwinghschenAnstalten“ Bethel, bei Bielefeld, in
Nordrhein-Westfalen – systematisch misshandelt und ausgebeutet worden waren.


Während sich die Bundesrepublik Deutschland im Wirtschaftswunder befand,
und begann Goldbarren in Manhatten Banken zu stapeln,
wurden Kinder und Jugendliche im ganzen Land in Heimen und Anstalten
meistens kirchlicher Trägerschaft auf das Schlimmste misshandelt,
geknechtet und ausgebeutet,
und dort nicht nur um ihre Kindheit und Jugendzeit gebracht,
aber dort auch um ihre Löhne und ihre ihnen später zustehenden Rentenanteile betrogen.


Ehemaliges Heimkind Wolfgang Rosenkötter erzählt seine Geschichte:
"Mein erster Tag in Freistatt" - [ Freistatt im Wietingsmoor - Diakonie Freistatt ] -
im
SOZIALEXTRA. Zeitschrift für Soziale Arbeit und Sozialpolitik. Dezember 2006
(Seite 18). Auch im "SWR2Eckpunkt" hat Wolfgang Rosenkötter schon am 26. September 2006
unter dem Titel
"Ich habe nur Angst gehabt" von seinen Erfahrungen berichtet.
"Mein erster Tag in Freistatt" veröffentlicht auch auf dieser Webseite: Heimkinder-
ueberlebende.org
mit freundlicher Erlaubnis von dem Autor, Wolfgang Rosenkötter.


Im Heim [ Anstalt Freistatt in den 70er Jahren ]: Gewalt und Zwang weitergehend auf der Tagesordnung. Schwerarbeit ohne Entlohnung in Bethel eigenen Betrieben fortgesetzt. Verpachtung der Zöglinge auch an umliegende Bauerhöfe ohne dass ihrerseits, oder von Seiten der Mutter-Anstalt Bethel, Sozialversicherungsabgaben entrichtet werden.

Die schreckliche Seite der Kirche - SPIEGEL ARTIKEL vom 19.5.2003 - KIRCHE Unbarmherzige Schwestern

Schikanen überall, auch beim "Reichsarbeitsdienst" (RAD) 1940:
Erfahrungsbericht eines Reicharbeitsdienstlers, Werner Mork (*1921),
aus Kronach, aufgezeichnet Juli 2004


[ Nationalsozialistische Ideologie als Hilfe zur Erziehung – der Anfang des Endes. ]

Von der Fürsorgeerziehung zur Kinder- und Jugendhilfe.
Vom Jugendwohlfahrtsgesetz zum Kinder- und Jugendhilfegesetz.
Historischer Wandel der Hilfe zur Erziehung




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