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Der
einzige Evangelische Theologe, der sich bisher positiv zum dem Thema
„Ehemalige Heimkinder“ geäussert hat – obwohl
auch nur so nebenbei – ist Diplom-Psychologe und
Diplom-Theologe Dirk Schäfer von der Evangelischen Akademie Bad
Boll.
Auszüge von einem im Internet
veröffentlichten Artikel von Dierk Schäfer,
Diplom-Psychologe und Diplom-Theologe - Evangelische Akademie Bad
Boll.
Auf der Suche nach der
„geraubten“ Biographie: Rück-Sicht
Einführungsreferat,
15. April 2005 [ Seite 4 ]:
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. . . . . . ]
[ . . . . . . . . . . ] Bei den Menschen, die
ihre eigene leidvolle Geschichte präsentieren, hat ihre
Selbstdarstellung, wie ich meine, auch etwas Respekt, etwas Rücksicht
erheischendes. Seht, was ich erlitten habe. Das war mein Leben.
Das habe ich daraus gemacht – oder: mehr habe ich wirklich
daraus nicht machen können. Und so schwanken diese Berichte
je nach Fall zwischen dem Wunsch nach Mitgefühl und dem nach
Anerkennung, ja, oft wird dem Leben ein dokumentarischer Wert für
das Individuum oder seine Epoche zugemessen mit
pädagogisch-belehrender Absicht.
Schließlich ein
weiteres Motiv für die Suche nach der geraubten Biographie:
Manchmal braucht man die Anschauung. Ich kannte diese Menschen bisher
nur vom Telefon. Gestern habe ich sie in diesem Raum persönlich
erlebt. Es handelt sich um Heimkinder. Das Schicksal mancher
Kriegskinder ging in das von Heimkindern über, doch sie bilden
auch eine eigenständige Gruppe. Kinder, die aus
unterschiedlichsten Gründen in Erziehungsheimen landeten und
dort in den 50er und 60er Jahren „erzogen“ wurden.
Das Personal meist nicht nur ungeschult,
das wäre vielleicht noch relativ harmlos gewesen, sondern es kam
oft auch direkt aus der Waffen-SS und wendete Straflager-Methoden an,
mit brutalen Körperstrafen bis hin zum Totschlag –
oder sollte man besser Mord sagen. Euch Bastarde
werden wir züchtigen! Euch will doch keiner haben! Ihr seid zu
nichts nutze! Diese pädagogischen Ermutigungen kannte ich
aus Eigenberichten. Gestern [14. April 2005] habe ich diese Menschen
hier [in der ev. Akademie Bad Boll] gehabt.
Sie leben auf
Grund ihrer Biographie fast alle am Rande unserer Gesellschaft,
das sieht man ihnen sofort an. Ich will keine weiteren Details
nennen, weil ich sie hier nicht zur Schau stellen möchte. Der
Kampf dieser Menschen ist nicht nur wegen vergangener
Traumatisierungen, die gibt es zuhauf, es ist auch der Kampf
um ihre bloße Existenz. Aufgrund der bei vielen, den
meisten (?) von ihnen vorhandenen Bildungslücken sind sie für
die Auseinandersetzung mit den Behörden und den Heim-Trägern
schlecht gerüstet. Einsicht in die Akten wird ihnen häufig
verwehrt oder die sind längst vernichtet. Sie[,
ehemalige Heimkinder,] haben
auch die leidvolle Erfahrung machen müssen,
daß es auch für schlimmste Mißhandlungen
einschließlich sexuellen Mißbrauchs Verjährungsfristen
gibt. Bei diesen Menschen findet der Lebens- der
Überlebenskampf nicht nur im Kopf statt, wie bei vielen
Kriegskindern, sondern er ist immer noch sehr konkret.
[ . . .
. . . . . . . ]
Enthoben
vom Internet @
http://www.kriegskinder.de/download/kriegskinderkongress_frankfurt.pdf
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