Der Betreiber dieser nichtkommerziellen Webseite ist der hoch-engagierte Martin Mitchell in Australien (ein ehemaliges “Heimkind” in kirchlichen Heimen im damaligen West-Deutschland)

Zwangsverpflichtet im Vaterland!

"ZWANGSARBEIT" – "ARBEITSDIENST" – "ARBEITSTHERAPIE" – "KEIN PFENNIG JOBS"

Fürsorgeerziehung, Jugendwohlfahrt und Arbeiterwohlfahrt und ihre Abarten
in der Geschichte Deutschlands – hier ein Beispiel aus dem Dritten Reich

und ein Moor,Torfabbau und anstaltseigenes Torfwerk gehörten auch hier wieder mit dazu.

Da warst ’ne Nummer, da warst ’ne Null.“
Die Herzogsägmühl-Anstalten in der NS-Zeit

Da hat Bravsein nichts gnutzt. Wenn du nicht pariert hast, dann gab’s ’nen Tritt in den Hintern, und der Fall war erledigt“, erinnert sich Walter S. aus Wien, Fürsorgezögling auf dem Zentralwanderhof Herzogsägmühle 1941/42. Der Zentralwanderhof Herzogsägmühle, eine Art Zwangs-Arbeitsfürsorgeanstalt für sogenannte „Nichtseßhafte“ und „Asoziale“ nahe dem oberbayerischen Schongau, führte in den Jahren 1942-1944 eine staatlich anerkannte Jugendfürsorgeabteilung. Insgesamt wurden um die 1000 Jungen zwischen 15 und 21 Jahren aus dem gesamten Reichsgebiet von Polizei und Fürsorgebehörden eingewiesen. Nach offizieller Darstellung war die Jugendabteilung in viel größerem Ausmaß geplant - sie sollte auf 750 Plätze ausgebaut werden. Anspruch und Wirklichkeit klafften auch, was das Konzept der „Fachwerks- und Lehrausbildung“ anging, weit auseinander. Das differenzierte Stufenkonzept, angefangen vom Einsatz bei Außenarbeiten bis zur individuellen Führung und Betreuung während der anschließenden Lehrausbildung, wurde nur selten verwirklicht. Kaum einer der Jungen hatte nach seiner Entlassung eine Ausbildung abgeschlossen. Walter S. aus Wien ist einer der wenigen Zeitzeugen, die sich bereitfanden, über den Alltag in der Anstalt zu erzählen. Für die Wiener Landesregierung gilt im Hinblick auf seinen damaligen Aufenthalt noch heute, daß er „keinen Anspruch auf Entschädigung“ habe. Somit wird die unter dem nationalsozialistischen Regime lebensbedrohliche Klassifizierung als „Asozialer“ von den Behörden im Nachhinein bestätigt. Für Walter S. zählte dies zu seinen bittersten Erfahrungen.

In einem Brief der Familie S. an Josef Katzenberger, den Fürsorgeleiter in Herzogsägmühle, vom Februar 1942 heißt es:
„Werter Herr Katzenberger, wir hätten eine große Bitte an Sie ... würden Sie uns behilflich sein und für Walter ein Fürsprecher sein, daß er von der Anstalt fortkommt. Er will zum Arbeitsdienst und anschließend zum Militär und auch dabei bleiben, da er doch nichts gelernt hat und dazu schon zu alt ist... Damals hat er einen Freund kennengelernt, der hat ihm aufgeschwätzt, er soll nicht um 4 Pf arbeiten gehen, er wär schön dumm und heute bereut er es... Aber jetzt ist er ganz anders, viel gesetzter und vernünftiger, das war eine gute Schule für ihn... H. Katzenberger helfen Sie 3 unglücklichen Menschen. Sie glauben gar nicht wie sehr sie sich kränken um ihn.... Hochachtungsvoll, Familie Adolf S.“

Knapp drei Monate bevor seine Mutter so eindringlich für ihn eintrat, war der 16jährige Walter S. von den Fürsorgebehörden auf Antrag des Arbeitsamts in den Zentralwanderhof eingewiesen worden. Er kam mit einer Gruppe österreichischer Jugendlicher als einer der ersten in den „Genuß“ der fürsorgerischen Heimerziehung in Herzogsägmühle.

Paragraph 5 der Bekanntmachung des Bayerischen Landesjugendamts definierte das Fürsorgeziel wie folgt:
„Die Kinder und Jugendlichen sollen zu Menschen herangebildet werden, die sittlich, deutsch und sozial empfinden und sich dem nationalistischen Staate und der deutschen Volksgemeinschaft verbunden fühlen.“

Der Landesverband für Wander- und Heimatdienst, als Körperschaft des öffentlichen Rechts der Gesundheitsabteilung des bayerischen Innenministeriums unterstellt, erhoffte sich von den Einweisungen Jugendlicher wohl auch eine Lösung kriegsbedingter Personalprobleme in Herzogsägmühle. Denn die Insassen waren seit Kriegsbeginn vor allem alte Männer, die kaum in der Lage waren, die Versorgungsbetriebe in Gang zu halten. Zudem hatten sich die Einweisungszahlen und damit auch die Einnahmen durch Pflegesätze der Fürsorgeverbände drastisch verringert. Der Landesverband nützte so die Möglichkeiten, die sich aus der Ausweitung polizeilicher wie fürsorglicher Kontroll- und Bestrafungsmaßnahmen gegen Jugendliche ergaben.

Seit Kriegsbeginn vertraute das Regime immer weniger auf die Erziehungserfolge von Schule und NS-Jugendorganisationen. Die Maßregelungen bei unangepaßtem Verhalten wurden rigider, und schon bei harmlosen Disziplinarverstößen am Arbeitsplatz oder z. B. wegen des Hörens amerikanischer Musik drohte wegen „volksschädigendem Verhalten“ die Einweisung in ein Jugendkonzentrationslager.

„Arbeitsvertragsbruch“, der Hauptvorwurf, den das Gaujugendamt Wien gegen Walter S. erhoben hatte, war damals ein Massendelikt. Walter, direkt von der Schulbank zum Hilfsarbeiter in einem der zahlreichen Rüstungsbetriebe Wiens „dienstverpflichtet“, hatte seine eigenen Vorstellungen darüber, inwieweit er sich für 4 Pfennig Stundenlohn schikanieren lassen mußte. Er wechselte eigenmächtig den Arbeitsplatz. Die Familie von Walter S. zählte zur Unterschicht, sie wohnte in der Arbeitervorstadt Ottakring. Der Vater war zum Kriegsdienst eingezogen, die Mutter, eine Frau vom Land, war ohne Bildung, Erfahrung und ohne Selbstbewußtsein, was den Umgang mit Behörden betraf: „Meine Mutter war a bissl lebensfremd, die war irgendwie zurückhaltend, sie war net so redegewandt, noch dazu, wenn das a Amt war, oder, wann einer an Titel ghabt hat, a Professor oder a Doktor oder a Verwalter, des war für sie wer weiß was Besonders.“

Die Gruppe der Jugendlichen, die sich am 10. November auf dem Wiener Hauptbahnhof versammelte, war zu Beginn der Fahrt ins „Lehrlingsheim aufs Land“ noch relativ guter Dinge. Man glaubte dem bedrückenden Alltag und den zunehmenden Versorgungsnöten zu entkommen. Doch schon bald nach der Ankunft in der Anstalt, eskortiert von einem Wachmann mit Schäferhund, wurden viele nachdenklich, spätestens aber, als sie mit der Heimordnung bekannt gemacht wurden: „Die Beurteilung Deiner Haltung und Deiner Leistung in Dienst und Freizeit erfolgt in dauernder Überwachung… Wer gegen unsere Erziehungs- und Ausbildungsarbeit steht, muß aus der Volksgemeinschaft ausgeschlossen werden.“

Die Jugendlichen teilten die Unterkunft mit den älteren Männern, die, ohne Arbeit und Wohnung, in den Zentralwanderhof zwangseingewiesen worden waren. Eines der schlimmsten Bilder, die Walter S. vom Anstaltsaufenthalt gegenwärtig blieben, war der Anblick toter Männer, an deren offenen Särgen sie auf dem Weg zur Arbeit vorbeikamen. Die Jungen überspielten diese Erfahrungen mit kaltschnäuzigen „Mutproben“: „Auf der einen Seite unserer Unterkunft waren nur ältere Leute, meistens Wanderburschen, alle um die 60, 65 bis 70 Jahre, ausgemergelte Gestalten, seelisch sind die dort zugrundegegangen, die waren die Freiheit gewohnt... Aber was mich am meisten erdrückt hat, einmal hat sich einer selbst erhängt, mit einer Schnur, oben an der Wasserleitung. Na, ich raus, ich hab geschrien, des war aber nichts Besonders... Auf dem Weg zum Torfstich sind wir immer da vorbeigekommen, wo die Toten dann aufgebahrt wurden. Einer hat gsagt, paß auf, wenn du dem Toten ein Busserl gibst, bekommst du fünf Zigaretten. Und viele sind hin, habn dem a Busserl gebn und dafür fünf Zigaretten bekommen.“

Das Aufsichtspersonal der Anstalt war selten fachlich geschult. Militärische Anstaltsdisziplin und akribische Berichteschreiberei waren bewährte Methoden der Anstaltspädagogik. Von jedem Eingewiesenen wurde ein Fallakt angelegt. Bei Walter S. konnte sich der Fürsorgeleiter Josef Katzenberger bereits auf behördliche „Beweise“ der angeblich drohenden „Verwahrlosung“ und „Asozialität“ des Jungen stützen: Am 30.7.1941 hatte das Wiener Gaujugendamt mit der Sammlung von Führungsberichten über ihn und seine Familie begonnen: Beobachtungen der ehemaligen Lehrer, des Pfarrers und der Polizei aus den Herkunftsgemeinden der Eltern, Einschätzungen von Fürsorgern und Vorgesetzten sowie Berichte der NSDAP und HJ aus dem Stadtteil.

In Herzogsägmühle war man vor allem an der Frage interessiert, ob die Jungen „asozial“ und „kriminell“ veranlagt waren. Eine sogenannte Kriminalbiologin aus dem Kaiser-Wilhelm Institut, Dr. Katharina Hell, erstellte von jedem einzelnen nach persönlicher Befragung ein „kriminalbiologisches Gutachten“. Ihr pseudowissenschaftliches Urteil über Walter S. faßte lediglich die bisherigen negativen behördlichen Beurteilungen zusammen und prophezeite dem „haltlosen Charakter“ des Walter S., daß er ohne „Anstaltsstrenge“ in die Kriminalität abgleiten würde und nicht fähig sei, auf eigenen Füßen zu stehen und sich im Betrieb unterzuordnen.

„Arbeitserziehung“ galt als oberstes Prinzip in Herzogsägmühle. Früh um fünf Uhr wurde geweckt, nach Morgenappell und Frühstück begann der Arbeitseinsatz. Walter arbeitete vor allem im Straßenbau und im anstaltseigenen Torfwerk. Für den schwächlichen, lungenkranken Jungen war dies eine sehr schwere Arbeit. Seine Mutter erreichte zwar seine Versetzung in die Bäckerei, aber nur kurzzeitig, denn er wurde beim „Organisieren“ und „Tauschen“ von Lebensmitteln mit dem Metzgergehilfen erwischt. Der Schwarzmarkt in Herzogsägmühle war für die Insassen eine notwendige Versorgungsquelle.

Ausgang wurde wenig erlaubt: Die Jungen gingen meist ins Kino oder in die Wirtschaften, die von den im nahegelegenen Altenstadt stationierten und von ihnen so bewunderten Luftwaffensoldaten besucht wurden. Insgesamt aber empfanden sie die Atmosphäre erdrückend. Walter S. erinnert sich, wie plötzlich an einem Nachmittag das Heimweh, die Wut und Verzweiflung der Jugendlichen ein Ventil fanden. Einer bespuckte das Hitlerbild im Versammlungsraum, und alle Anwesenden machten es ihm nach. Die Fürsorger forderten die sofortige Einweisung in das Jugendkonzentrationslager Moringen, und nur der zufällige Besuch eines Vaters konnte das Schlimmste verhindern. Was die Jungen in Moringen erwartet hätte, war ihnen nicht unbekannt. In Herzogsägmühle befand sich eine eigene Abteilung von ehemaligen „Moringern“, die zur „Nachbesserung“ - oft auf unbestimmte Zeit - eingewiesen worden waren.

Eine andere Verzweiflungstat, die zwar wenig Erfolg versprach, doch immer wieder versucht wurde, war das Weglaufen. Walter unternahm mit zwei Freunden im Februar 1942 einen Fluchtversuch. Sie kamen sogar bis Wien und waren damit erfolgreicher als diejenigen, die schon im Umkreis von den Einheimischen erkannt und der Polizei angezeigt wurden. Doch zu Hause in Wien stand am nächsten Tag ein Fürsorger vor der Tür, der mit polizeilichen Maßnahmen drohte, sollte Walter S. nicht „freiwillig“ zurückkehren. Zum „Empfang“ in Herzogsägmühle bekam er acht Tage Arrest im anstaltseigenen Bunker, für Walter eine der schlimmsten Bestrafungsformen: „Auf jeden Fall habn wir acht Tage Arrest bekommen, jeder. Furchtbar, für einen jungen Menschen furchtbar... drei Tage Wasser und Brot, vierter Tag warm, wieder drei Tage Wasser und Brot, wieder am letzten Tag warmes Essen.“ Daß die Jungen kaum mit Unterstützung der Bevölkerung im nahen Schongau oder Peiting rechnen konnten, erklärt sich Walter S. so: „Was hätten wir die Leute auch anweinen sollen. Sie habn genau gwußt, was sich da in der Herzogsägmühle abspielt, manche vielleicht nicht, aber des war halt normal im Krieg. Soldaten san eingrückt, san ohne Füße nach Haus kommen, blind, Krüppel, des war so ’ne Zeit, es hat kein Mitleid gebn, wenig Mitleid.“

Der nächste Fluchtversuch war weitaus überlegter und deshalb auch erfolgreich. Walter meldete sich auf den Rat älterer Heiminsassen freiwillig zum Reichsarbeitsdienst – ohne Wissen der Anstaltsleitung. Er wurde in ein Lager nach Haspelmoor (bei Landsberg) geschickt. Dort mußte er sich zwar auch militärischer Disziplin unterordnen, doch immerhin mit dem Bewußtsein, zum ersten Mal als „normaler“ Jugendlicher behandelt und respektiert zu werden: „Beim Arbeitsdienst, da warst schon a bisserl Mensch, ein wenig Mensch. In Herzogsägmühle, da warst ’ne Nummer, da warst du ’ne Null.“

Annette Eberle - Quelle: Gespräch mit Walter S., Wien, Juni 1991
In: "Schön ist die Jugendzeit?" - Katalog zur Ausstellung (Bayerische Staatskanzlei, Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg 1994)

[ Enthoben aus dem Internet @
http://www.bjr-online.de/bjr_docs/00970_eberle.html ]


[ Erstveröffentlichung auf dieser Webseite: 6. Dezember 2005 ]



Subindex Nr. 1

Ehemalige Heimkinder wollen nicht mit anderen verwechselt werden.
Sie haben ihre eigene Webseite: Heimkinder-Ueberlebende.org @ www.heimkinder-Ueberlebende.org




Martin Mitchell – Fotos aus seiner Kindheit und Jugendzeit
(chronologisch arrangiert – 1946-1964 – von unten aufwärts)


Die Leidensgeschichte des damalig staatenlosen Jugendlichen Martin Mitchell
in westdeutscher “Fürsorgeerziehung” in den 1960er Jahren, geschildert und
belegt an Hand von aktuellen Schriftstücken aus der “Fürsorgeerziehungsakte”
damalig geführt von der Anstaltsleitung der Betheler Zweiganstalten Freistatt –
Anstalt Freistatt im Wietingsmoor
(Kreis Diepholz, Niedersachsen) – Teilanstalt
der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel
(bei Bielefeld, Nordrhein-Westfalen).

( Akte erhalten in Australien am 16. Mai 2006.
)



Intensive Handarbeit im Moor in Anstalt Freistatt, damals – historische Bilder –
( im Oktober 1993 umbenannt in Diakonie Freistatt).
Virtueller Rundgang durch das damalige Freistätter Wietingsmoor in Niedersachsen


Fürsorgeerziehung im Nationalsozialismus –"Bewahrung" und "erbbiologische Aussiebung" von Fürsorgezöglingen.
Vermächtnis und Auswirkungen dieser Ideologien im Nachkriegsdeutschland und in der Bundesrepublik
(1945 - 1985)


Fürsorgeerziehung im Dritten Reich –
Werner Villinger, Chefarzt von Bethel, und seine Ideologien und Karriere
in der Jugendfürsorge und Jugendpsychiatrie
auch in West-Deutschland, nach 1945.


Ein weiterer Beweis für das was den Mächtigen weiterhin in Deutschland wichtig war
sofort nach dem zweiten Weltkrieg,
und ihnen auch weitergehend wichtig war in der Bundesrepublik Deutschland,
nach 1949, besonders in der Fürsorgeerziehung.
Ein Beispiel für die Kontinuität in der Sozialfürsorge: Helene Wessel


Zwangsverpflichtet im Vaterland!
"ZWANGSARBEIT" – "ARBEITSDIENST" – "ARBEITSTHERAPIE" – "KEIN PFENNIG JOBS"
– Fürsorgeerziehung, Jugendwohlfahrt und Arbeiterwohlfahrt und ihre Abarten
in der Geschichte Deutschlands – hier ein Beispiel aus dem Dritten Reich –
und ein Moor,Torfabbau und anstaltseigenes Torfwerk gehörten auch hier wieder mit dazu.


Geschlossene Unterbringung.
Die Geschichte des geschlossenen Mädchenheims Feuerbergstraße in Hamburg-Altona.
Fürsorgeerziehung unter dem Jugendwohlfahrtsgesetz:
Weimarer Republik. Drittes Reich. Bundesrepublik (BRD).


Kinder und Jugendliche als Opfer in 'Erziehungsheimen' / Arbeitserziehungslagern / Arbeitszwangslagern

Damalige Erziehungsanstalten gleicher Art wie jahrzehntelang in Westdeutschland betrieben wurden,
existierten auch in der Bundesrepublik Österreich.
Ein Betroffener aus Österreich meldet sich zu Wort.


Die bisher verdrängte Geschichte der Heimerziehung in der Republik Österreich - Schwarze
Pädagogik der Nachkriegszeit, genauso wie in der Bundesrepublik Deutschland
.
WANDERAUSSTELLUNG zur Geschichte der Heimerziehung in Österreich - Nachkriegszeit.
Ein Heim Namens
"WEGSCHEID", in Linz, Öber-Osterreich, wird vorgestellt:
Ausstellungskatalogue:
Michael John / Wolfgang Reder, "Wegscheid. Von der Korrektionsbaracke
zur sozialpädagogischen Institution"
, Linz 2006, ISBN-10: 3-200-00657-9.


“Der unwerte Schatz” – Roman einer Kindheit – Vernichtung ‘unwerten’ Lebens.
Roman von Tino Hemmann, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2005 – ISBN 3-938288-41-8


DVD 112 / 2005: "LEBENSUNWERT – Paul Brune – NS-Psychiatrie und ihre Folgen
ca. 45 Min. Film plus 15 Min. ergänzendes Material – erhältlich vom Medienshop
des Westfälischen Landesmedienzentrum – Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Münster.


Lebenswert – Lebensunwert – ERNST KLEE : "Deutsche Medizin im Dritten Reich"
S. Fischer Verlag Frankfurt/M., Oktober 2001, ISBN 3-10-039310-4416.
Rezension von dem Soziologen Dr. Robert Krieg (geb. 1949) selbst Autor und Regisseur:


Schutzbefohlene Heimkinder / Insassen Hinter Mauern : Ein Fallbeispiel – Der Leidensweg des Paul Brune

Paul Brune – Fallbeispiel – „Lebensunwert“ – Filmbiographie
über die langen Schatten der Psychiatrie des 'Dritten Reiches',
aber auch ihre dunkle Kontinuität in der Bundesrepublik
bis fast in die Gegenwart –
konzentriert sich hier auf die Situation in Einrichtungen der Provinz Westfalen in der Trägerschaft des Provinzialverbandes,
Vorläufer des Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).


Paul Brune – “Lebensunwert” – Und wer sonst noch? – Eine späte Entschuldigung!
NS-Ideologie im Dritten Reich und ihre Folgen – auch noch für lange Zeit danach.
Beiträge, Erklärungen und Korrespondenz zu diesen Themen – aus dem Jahre 2003.


Gott und die Welt. - Einzelhaft und Zwangsarbeit – Fürsorgeerziehung
in Deutschland [BRD] [50er, 60er, 70er und 80er Jahre] –

im WDR Fernsehen, Sonntag 11.09.2005 um 16:25;
Wiederholung, Dienstag 13.09.2005 um 10:15, (Länge 30 Min.).


WDR FERNSEHEN – Dokumention: "Lebensunwert" – Der Weg des Paul Brune

Zum Thema Antifaschismus:
»Lebensunwert? - NS-Psychiatrie, Zwangssterilisierung und Widerstand« -
Irrsinnige Ideology und ihre Langzeit Folgen im Nachkriegsdeutschland. -
Herausgeber dieses Sachbuches, erstveröffentlicht in 2007, ist

der Freundeskreis Paul Wulf. Erschienen im Graswurzel Verlag. ISBN 3-939045-05-5.


Ein VORWORT von Journalist, Filmmacher und Autor Robert Krieg zum Sachbuch
»Lebensunwert? - NS-Psychiatrie, Zwangssterilisierung und Widerstand«


[ Heimerziehung – Zöglinge - Heimkinder ] Zwischen Disziplinierung und Integration
– Westfälisches Institute für Regionalgeschichte – Landschaftsverband Westfalen-Lippe Münster –
FORSCHUNGEN ZUR REGIONALGESCHICHTE – Markus Köster und Thomas Küster (Hg.)
[ Anstaltserziehung – Fürsorgeerziehung – Weimarer Republik – Drittes Reich – Bundesrepublik ]


Dipl.-Päd. Wolfram Schäfer, Institut für Erziehungswissenschaft, Philipps-Universität Marburg:
Fürsorgeerziehung und Jugendpsychiatrie im Nationalsozialismus
Die erbbiologisch begründete Forderung nach der »Aussonderung Unerziehbarer« aus der Fürsorgeerziehung war von den führenden Vertretern der deutschen Jugendpsychiatrie bruchlos aus der Weimarer Republik über die NS-Diktatur in die Bundesrepublik tradiert worden. Die Auswirkungen auf die Gestaltung der Heimerziehung in der jungen Demokratie waren bekanntermaßen fatal.


Sieglinde WALTRAUD Jung’s Leidensgeschichte als Gefangene
und unentlohnter Arbeitssklave der Rummelsberger Anstalten,
im "Haus Weiher"
(1965-1968)(zugehörend zur Bayrischen Inneren Mission)
"Heim für 'schwererziehbare' Mädchen""Mädchenheim Weiher"
(1938-1972)
in Hersbruck, bei Nürnberg, eine Zweigstelle der Rummelsberger Anstalten, in Bayern,
Bundesrepublik Deutschland – "Wirtschaftsunternehmen" im "Wirtschaftswunder BRD".


Ehemalige Heimkinder schildern »Schwere Schicksale im Bundestag«,
Berichtet im Der Westen (Das Portal der WAZ Mediengruppe), 16.11.2007.
Sabine Nölke: Der Petitionsausschuss des Bundestags befaßte sich
erstmals im Dezember 2006 mit dem Schicksal ehemaliger Heimkinder.


»Die weggesperrten Kinder der Nachkriegszeit.«
»Heimzöglinge der 50er und 60er Jahre haben ihr Schweigen gebrochen -
Jetzt fordern sie eine Entschädigung.
«
Jürgen Potthoff berichtet im Der Westen (Das Portal der WAZ Mediengruppe), 20.11.2007.


Regina Eppert (Regina Page) mit Peter Wensierski vom SPIEGEL berichten
über, und diskutieren, die damalige Heimerziehung der Nachkriegszeit
(ca 1945-1979)
in ihren Sachbüchern "Schläge im Namen der Herrn – Die verdrängte Geschichte
der Heimkinder in der Bundesrepublik"
und "Der Alptraum meiner Kindheit und Jugend –
Zwangseinweisung in deutsche Erziehungsheime"

Berichtet @ westline – in Westfälische Nachrichten – 20. Oktober 2006,
in einem Artikel mit der Überschrift "Lachen und Weinen strengstens verboten".


"Mädchenknast" – Dortmunder Vincenzheim – September 1977 – auch hier werden Heimkinder weitergehend gefangen gehalten und als unentlohnte Arbeitskräfte – Zwangsarbeiter – von der Katholischen Kirche von Deutschland ausgebeutet – hier in einer Waschanstalt / Großwäscherei der Paderborner Vinzentinerinnen.

Das damalige Vincenzheim (für Mädchen) - die heutige Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung "Vincenzheim Ausbildungsstätte" - in Dortmund lehnt den Vorwurf von damaligen Misshandlungen gegen ihre jugendlichen Heim-Insassen ab. Und auch Theo Breul, Abteilungsleiter beim Caritas-Verband in Paderborn, was das Salvator-Jugendheim in Hövelhof - das damalige Salvator-Kollege (für Jungens) - betrifft, weist alle Vorwürfe zurück.

Bundesrepublik Deutschland: Kinder alleinerziehenden Müttern entrissen und in konfessionelle Heime gesperrt, um christlich erzogen zu werden. Heimkinder wegen läppischer „Vergehen“ – nur bei Hinreichung einmal täglich von Wasser und Brot –
in Isolationshaft gesperrt.
Heimkinder-Ueberlebende überall in der Bundesrepublik Deutschland
berichten von jahrelanger unentlohnter „Zwangsarbeit“ und schwerwiegenden Misshandlungen und Entwürdigungen –
und sind noch heute davon traumatisiert.


Heimkinder-Überlebende brechen ihr Schweigen: Schläge und Quälereien von Kindern und Jugendlichen - "Unglaublich. " - "Niemand hat etwas davon gewußt." "Es kann doch nicht möglich sein. " - "Niemand [von den Heim-Insassen] hat sich beschwert. " - Es habe "allerdings keine regelmäßigen Kontrollen gegeben. " - Heute wird von den Verantwortlichen nur geleugnet, bagatellisiert, oder einfach völlig geschwiegen.

„Moorhof zur Hölle“ – Freistatt im Wietingsmoor in den 50er Jahren. Opfer über die damaligen Methoden in dieser Anstalt; berichtet mit Hilfe eines Zeitungsartikels der am 13.5.1999 im Weser-Kurier veröffentlicht wurde – das Jahr des 100. Jubiläumsfestes der Diakonie Freistatt.

Die wahre Geschichte der damaligen ANSTALT FREISTATT aufgedeckt und erstmalig im Internet veröffentlicht! ANSTALT FREISTATT, Torfgewinnungsgesellschaft im Bethel eigenen Wietingsmoor, ein privat-kirchliches Wirtschaftsunternehmen und Moorlager Arbeitserziehungslager / Arbeitszwangslager der Diakonie (1899-1991), das noch jahrzehntelang nach dem Zweiten Welt Krieg in der Bundesrepublik Deutschland angewendet wurde, wo 14 bis 21 Jahre alte “schwererziehbare” jugendliche deutsche Zwangsarbeiter systematisch getrimmt und auf das Schlimmste misshandelt wurden.

Das Wirtschaftsunternehmen der Torfgewinnungsgesellschaft im Bethel eigenen Wietingsmoor, im Areal der ANSTALT FREISTATT, im Hannoverschen, in der Bundesrepublik Deutschland, und dessen jugendlichen deutschen Zwangsarbeiter, im Vergleich zu den jugendlichen – und auch älteren – deutschen Zwangsarbeitern im BREMISCHEN TEUFELSMOOR, ein Wirschaftsunternehmen der TurbaTorfindustrie G.m.b.H, im Dritten Reich. Was war der Unterschied? Das ersterwähnte wurde (von 1899-1991) von der Diakonie betrieben, das andere (von 1934-1945) vom Staat.

Freistatt – Wirtschaftsunternehmen – Teil I
Freistatt – Anstalt Freistatt – Diakonische Heime Freistatt – Diakonie Freistatt – Freistatt im Wietingsmoor – Betheler Zweiganstalten im Wietingsmoor – Arbeiterkolonie Freistatt – Arbeitsdienstlager Freistatt – Moorkolonie Freistatt –
“Zwangsarbeitslager Freistatt”
Was entspricht der Wahrheit, und was nicht?


Freistatt – Wirtschaftsunternehmen – Teil II
Zweimalige Flucht eines jugendlichen Zwangsarbeiters aus Freistatt im Wietingsmoor
HOLZNER, MICHAEL – TREIBJAGD – Die Geschichte des Benjamin Holberg –
ein auf Fakten bassierender Roman über die Fürsorgeerziehung und ihre Folgen
in der Bundesrepublik Deutschland.
AUSZÜGE.


Tatorte schwerwiegender Misshandlung von Kindern und Jugendlichen
im Bethel eigenen Freistatt im Wietingsmoor:
Deckertau, Haus Neuwerk, Heimstatt, Moorburg, Moorhof, Moorhort, Moorpenison, Moorstatt, Wegwende, und Wietingshof.


Bethel-eigene Anstalt Freistatt im Wietingsmoor – Erziehungsziel “Arbeite und Bete!”
Stellungnahme dazu eines weiteren Betroffenen, Peter Remmers (vom 12.01.2006):
“Freistätter Hölle!” – “Das Moor ist die Hölle!”
– Fünf Jahre hatte er dort verbringen müssen! –


Mail (vom 16.02.2006) des heutigen Geschäftsführers der Diakonie Freistatt,
Pastor Wolfgang Tereick, an den ehemaligen Freistatt Insassen, Peter Remmers,
worin der Herr Pastor die Ehrlichkeit des ehemaligen Zöglings in Frage stellt.
.


Ehemaliger Freistatt Insasse, Peter Remmers, am 16.02.2006, antwortete
dem heutigen Geschäftsführer der Diakonie Freistatt, Pastor Wolfgang Tereick,
auf dessen Anschuldigungen, vom 18.02.2006.
.


6. Stellungnahme von Pastor Wolfgang Tereick, Geschäftsführer Diakonie Freistatt, vom 04.03.2006
− in EVANGELISCHE WOCHENZEITUNG FÜR WESTFALEN UND LIPPE: UK "Unsere Kirche" −
folgend der Veröffentlichung des Buches "Schläge im Namen des Herrn".


Der heute 61-jährige ehemalige Fürsorgezögling Willi Komnick
erstmalig nach 40 Jahren, am 5. Mai 2006, besucht die heutige Diakonie Freistatt –
damalige Anstalt Freistatt im Wietingsmoor, gelegen in einem riesigen
Hochmoorgebiet zwischen Diepholz und Sulingen im Hannoverschen, in Niedersachsen –
ein Ableger der „v. BodelschwinghschenAnstalten“ Bethel, bei Bielefeld,
in Nordrhein-Westfalen – wo die damaligen jugendlichen Insassen
systematisch misshandelt und ausgebeutet worden waren.


Warum habt ihr mich geschlagen?, fragen heute die ehemaligen Insassen,
die damals in Anstalt Freistatt im Wietingsmoor, einem riesigen Hochmoorgebiet
zwischen Diepholz und Sulingen im Hannoverschen, in Niedersachsen –
einem Ableger der „v. BodelschwinghschenAnstalten“ Bethel, bei Bielefeld, in
Nordrhein-Westfalen – systematisch misshandelt und ausgebeutet worden waren.


Während sich die Bundesrepublik Deutschland im Wirtschaftswunder befand,
und begann Goldbarren in Manhatten Banken zu stapeln,
wurden Kinder und Jugendliche im ganzen Land in Heimen und Anstalten
meistens kirchlicher Trägerschaft auf das Schlimmste misshandelt,
geknechtet und ausgebeutet,
und dort nicht nur um ihre Kindheit und Jugendzeit gebracht,
aber dort auch um ihre Löhne und ihre ihnen später zustehenden Rentenanteile betrogen.


Ehemaliges Heimkind Wolfgang Rosenkötter erzählt seine Geschichte:
"Mein erster Tag in Freistatt" - [ Freistatt im Wietingsmoor - Diakonie Freistatt ] -
im
SOZIALEXTRA. Zeitschrift für Soziale Arbeit und Sozialpolitik. Dezember 2006
(Seite 18). Auch im "SWR2Eckpunkt" hat Wolfgang Rosenkötter schon am 26. September 2006
unter dem Titel
"Ich habe nur Angst gehabt" von seinen Erfahrungen berichtet.
"Mein erster Tag in Freistatt" veröffentlicht auch auf dieser Webseite: Heimkinder-
ueberlebende.org
mit freundlicher Erlaubnis von dem Autor, Wolfgang Rosenkötter.


Im Heim [ Anstalt Freistatt in den 70er Jahren ]: Gewalt und Zwang weitergehend auf der Tagesordnung. Schwerarbeit ohne Entlohnung in Bethel eigenen Betrieben fortgesetzt. Verpachtung der Zöglinge auch an umliegende Bauerhöfe ohne dass ihrerseits, oder von Seiten der Mutter-Anstalt Bethel, Sozialversicherungsabgaben entrichtet werden.

Die schreckliche Seite der Kirche - SPIEGEL ARTIKEL vom 19.5.2003 - KIRCHE Unbarmherzige Schwestern

Schikanen überall, auch beim "Reichsarbeitsdienst" (RAD) 1940:
Erfahrungsbericht eines Reicharbeitsdienstlers, Werner Mork (*1921),
aus Kronach, aufgezeichnet Juli 2004


[ Nationalsozialistische Ideologie als Hilfe zur Erziehung – der Anfang des Endes. ]

Von der Fürsorgeerziehung zur Kinder- und Jugendhilfe.
Vom Jugendwohlfahrtsgesetz zum Kinder- und Jugendhilfegesetz.
Historischer Wandel der Hilfe zur Erziehung




Bitte nicht vergessen auch "Ehemalige Heimkinder" @ http://heimkinderopfer.blogspot.com zu besuchen.


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