| Der Betreiber dieser nichtkommerziellen Webseite ist der hoch-engagierte Martin Mitchell in Australien (ein ehemaliges “Heimkind” in kirchlichen Heimen im damaligen West-Deutschland) |
Nach der Heimkinder-Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages
am Montag, den 11. Dezember 2006, in Berlin –
HNA-online (Tageszeitung aus Kassel für Nordhessen und Südniedersachsen; HNA Mitteldeutsche
Verlags GmbH – Kassel; Verlag Dierichs GmbH & Co KG) vom Dienstag, den 2. Januar 2007 –
Artikel von Andreas Berger: »"Es tut noch immer weh." –
Wie ehemalige Heimkinder litten – Petitionsausschuss des Bundestages will helfen«.
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[ Enthoben aus dem Internet @ http://www.hna.de/kasselticker/00_20070102211047_Es_tut_noch_immer_weh.html ] Kassel Es tut noch immer weh Wie ehemalige Heimkinder litten - Petitionsausschuss des Bundestages will helfen Von Andreas BergerKassel / Berlin. Ihr kommen die Tränen, als sie ihre alte Akte anschaut. "Stirn: mittelhoch. Nase: klein. Gesichtsfarbe: blass. Statur: vollschlank." Darüber klemmt ein Schwarz-Weiß-Foto. Es zeigt sie als 17-Jährige, die dunklen Haare fast schulterlang, bekleidet mit einer schwarzen Bluse mit weißen Punkten und einem karierten Rock. Der Versuch zu lächeln, scheint ihr im Halse stecken geblieben zu sein. Name: Renate Schmidt. Alter heute: 57. Die Frau aus Kassel ist ein ehemaliges Heimkind. Und die zweieinhalb Jahre im Erziehungsheim Breitenau in Guxhagen, die Unbarmherzigkeit der Aufseherinnen, die erniedrigenden Erlebnisse dort stechen noch immer in ihre Seele. Viele, die zwischen 1945 und 1975 in solche Erziehungsheime gesteckt wurden, dort gelitten haben, können noch heute nicht darüber sprechen, sagt Renate Schmidt. Sie aber kann. Und sie sprach: vor Kurzem vor dem Petitionsausschuss des Bundestages, vor etwa 30 Politikern aller Parteien. Sie und acht weitere ehemalige Heiminsassen, Mitglieder im Verein ehemaliger Heimkinder, erzählten dort ihre Geschichten. Und sie stellten Forderungen, stellvertretend für alle Ehemaligen in Deutschland: dass sie als Opfer von Menschenrechtsverletzungen anerkannt werden, dass sie auch finanziell entschädigt werden (siehe Artikel links oben). Bevor die Kasselänerin ihre Geschichte vor dem Petitionsausschuss erzählte, hatte sie vor Aufregung Bauchschmerzen. Endlich hörte ihr jemand zu, war einer ihrer Gedanken. Jemand, der ihr und den anderen vielleicht helfen kann, dafür zu kämpfen, das Geschehene nach all den Jahren als Unrecht anzuerkennen, es somit etwas erträglicher zu machen. Die Öffentlichkeit wurde während der Sitzung des Petitionsausschusses ausgeschlossen. Keine Presse, keine Anwälte der Ehemaligen, keine anderen Zuhörer. So sah niemand außer den neun Gästen und den Vertretern der Parteien, dass eine Politikerin weinend den Raum verließ, weil sie die Schilderungen nicht mehr ertrug. Und in der folgenden Fragerunde meldete sich nur einer der Politiker. Er habe sich auf das Thema vorbereitet. Doch nun fehlten ihm die Worte. Sieht sie die Chance, dass die Forderungen des Vereins umgesetzt werden? Zumindest sei die Hoffnung darauf gestiegen, sagt Renate Schmidt. Die Ausschussmitglieder hätten zugesagt, sich dafür einzusetzen. Und dafür, dass die neun noch einmal die Chance bekommen, ihre Geschichte zu erzählen: öffentlich, im Bundestag. "Wir vertrauen darauf." Kontakt: Verein ehemaliger Heimkinder, An der Kirche 15, 37647 Vahlbruch, Tel.: 05535/91038, E-Mail: Anlaufstelle@vehev.org www.vehev.org 02.01.2007 |
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Siehe auch "Ehemalige Heimkinder" @ heimkinderopfer.blogspot.com und heimkinderopfer2.blogspot.com |
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