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http://www.tagesspiegel.de/politik/archiv/19.12.2006/2973828.asp
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19.12.2006
Parlament soll Unrecht an Heimkindern anerkennen
Berlin
- Der Bundestag soll in einer Entschließung das Unrecht der
Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren moralisch würdigen.
„Das wäre ein erster Schritt, mit dem der Bundestag sein
Bedauern über die damaligen Zustände ausdrücken
könnte“, sagte der grüne Bundestagsabgeordnete Josef
Winkler dem Tagesspiegel. Winkler gehört als Obmann dem
Petitionsausschuss des Bundestags an, der in der vergangenen Woche
die ehemaligen Heimkinder erstmals angehört hatte.
Andere
Maßnahmen wie etwa die Anerkennung von Rentenzeiten könnten
in weiteren Schritten folgen. „Es wäre ein wichtiger
Anfang gemacht, wenn der Bundestag die Verantwortung der staatlichen
Instanzen anerkennt“, sagte Winkler. Er habe den Eindruck
gewonnen, dass „weit über die Einzelfallproblematik
hinaus“ Unrecht geschehen sei.
In der frühen
Bundesrepublik haben viele Heimkinder unter drakonischen
Erziehungspraktiken gelitten; ihr Schicksal wurde lange verdrängt.
Der hessische Landeswohlfahrtsverband sowie kirchliche Einrichtungen
wie Caritas und Diakonie haben das Unrecht eingeräumt. Prälat
Karl Jüsten, Bevollmächtigter der katholischen Kirche beim
Bund, sagte dem Tagesspiegel: „An der Kirche soll es nicht
liegen. Wir Kirchen arbeiten konstruktiv an der Aufarbeitung des
Themas mit und sind mit den Anwälten der Betroffenen im
Gespräch. Allerdings ist die Sach- und Rechtslage auch
kompliziert.“
Der Petitionsausschuss wird Anfang
nächsten Jahres eine weitere Anhörung mit Experten
durchführen. tib/cas
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