Der Betreiber dieser nichtkommerziellen Webseite ist der hoch-engagierte Martin Mitchell in Australien (ein ehemaliges “Heimkind” in kirchlichen Heimen im damaligen West-Deutschland)

Offener Brief an die Deutsche Bischofskonferenz am 6. März 2006.
Appell des Verein ehemaliger Heimkinder e. V. an die Deutsche Bischofskonferenz.
Michael-Peter Schiltsky : Im Auftrag des Vorstandes : Verein ehemaliger Heimkinder e. V.

Sehr geehrte Bischöfe,

in einem Resolutionsantrag des Landeswohlfahrtsverband Hessen heißt es u. a.:
"Der Landeswohlfahrtsverband Hessen erkennt an, dass bis in die 70er Jahre auch in seinen Kinder- und Jugendheimen eine Erziehungspraxis stattgefunden hat, die ..... aus heutiger Sicht erschütternd ist.
Der LWV bedauert, dass vornehmlich in den 50er und 60er Jahren Kinder und Jugendliche auch in seinen Heimen alltäglicher physischer und psychischer Gewalt ausgesetzt waren.
Der Landeswohlfahrtsverband spricht sein tiefstes Bedauern über die damaligen Verhältnisse in seinen Heimen aus und entschuldigt sich bei denjenigen ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohnern, die körperliche und psychische Demütigungen und Verletzungen erlitten haben. Der LWV wird sich weiterhin offensiv mit diesem Kapitel seiner Vergangenheit auseinandersetzen und sich den Fragen und Unterstützungsersuchen ehemaliger Bewohnerinnen und Bewohner stellen sowie die in seinen Möglichkeiten liegende Unterstützung leisten."

Der Verein ehemaliger Heimkinder e. V. bittet die Deutsche Bischofskonferenz, auch Bezug nehmend auf das vorangegangene Schreiben an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Karl Kardinal Lehmann, eine entsprechende Erklärung abzugeben, die Heime betreffend, die dem damaligen Verantwortungsbereich der katholischen Kirche und ihrer Unterorganisationen zuzuordnen sind.

Tragen Sie Sorge dafür, dass keine Akten mehr vernichtet werden und den Betroffenen auf Anfrage freie Einsicht in Ihre Akten gewährt wird.

Fordern Sie die Einrichtungen, in welchen Jugendliche erzwungene, unbezahlte Arbeit haben leisten müssen, die nach heutiger Sichtweise sozialversicherungspflichtig gewesen wäre auf, Bescheinigungen auszustellen, in welchen dieser Tatbestand benannt wird. Damit geben Sie den Betroffenen eine Möglichkeit, die Korrektur des Versicherungsverlaufes bei LVA oder BfA beantragen zu können. (Seitens der Caritas Deutschland ist eine entsprechende Empfehlung bereits durch Monsignore Dr. Peter Neher ausgesprochen worden.)

Finden Sie eine Lösung für das Problem, wie mit der Tatache umzugehen ist, dass Kinder (bis 14 Jahre) zu täglicher, mehrstündiger Kinderarbeit gezwungen wurden. (Gemeint ist Arbeit, die von korrekt bezahlten Arbeitskräften hätte geleistet werden müssen, wäre sie nicht von den Kindern ausgeführt worden.) Kinderarbeit war auch nach damaliger Rechtsordnung verboten!

Kinder und Jugendliche, welche in den 50er-70er Jahren der Fürsorge von Staat und Kirche unterstellt wurden, fanden nicht die Barmherzigkeit des Samariters, von dem Benedikt XVI in seiner Enzyklika DEUS CARITAS EST unter Punkt 25 spricht, sondern viel zu häufig Missachtung und Misshandlung.

Die Universalität der Liebe, der Dienst der Liebe wurde ihnen nicht zu Teil. In vielen Fällen wurden sie so behandelt, wie es Karl Kardinal Lehmann in seinen Ausführungen im SWR vom 9. März 2003 zum Thema „Folter und Menschenwürde“ benannt hat:
Ihnen wurden vorsätzlich große körperliche und seelische Schmerzen zugefügt. Ihnen widerfuhr unsägliches Leid. Ihnen wurde ihre Würde genommen!

Die Fähigkeit zur Vergebung ist, abgesehen davon, dass ihr im Christentum ein hoher Wert zugemessen wird, ein wesentlicher Schritt auf dem Weg, das Leid, dass einem Menschen zugefügt wurde, in sich zu lindern, es gar zu überwinden, denn Vergebung befreit und öffnet neue Horizonte. Doch es bedarf schon der Kraft eines Heiligen, vergeben zu können, ohne die Reue oder die Einsicht des ehemaligen Peinigers in sein schuldhaftes Verhalten vermittelt zu bekommen. Da Heimkinder in diesem Sinne aber nur fehlbare Menschen und somit gewiss keine Heiligen sind, wäre das Eingeständnis der Schuld und die Bitte um Vergebung durch die Verantwortlichen beziehungsweise deren Rechtsnachfolger ein hilfreicher Akt, den steinigen Weg der Bewältigung des erlittenen Leides gangbarer zu machen.

Eine Erklärung von höchster Stelle tut Not, damit die in der kirchlichen Hirarchie weiter unten angesiedelten Institutionen und Personen - zum Beispiel die Orden - erkennen können, dass es auch für sie, als direkt Beteiligte an den damaligen Ereignissen, an der Zeit ist, sich ihrer Verantwortung zu stellen. Von dort kommt bisher, von rühmlichen Einzelfällen abgesehen, die Aussage: „Das können wir nicht entscheiden, das muss an höherer Stelle entschieden werden.“

In diesem Sinne fordert der Verein ehemaliger Heimkinder e.V. die Deutsche Bischofskonferenz auf:

Folgen Sie im Verlauf Ihrer Frühjahrskonferenz 2006 dem Beispiel des LWV Hessen, helfen Sie den ehemaligen Heimkindern bei ihrer Suche, einen Weg zu finden, vergeben zu können und sich von dem, nach wie vor auf ihnen lastenden Leidensdruck und dem weiterhin andauernden Stigma „Verwahrlost“ und „Heimkind“ zu sein, zu befreien!

Geben Sie den ehemaligen Heimkindern ihre Würde zurück!

Setzen Sie sich sodann mit uns und den anderen Verantwortlichen in Staat und Bruderkirche an den „Runden Tisch“, damit wir miteinander einen Weg finden können, den Betroffenen, bei der Bewältigung ihrer Traumata und ihrer Alltagsprobleme zu helfen und die längst fällige Wissenschaftliche Aufarbeitung unter Einbeziehung der Betroffenen zu ermöglichen. Fordern Sie mit uns und fördern Sie für uns die Einrichtung einer entsprechenden bundesweiten Stiftung.

Mit freundlichem Gruß
und besten Wünschen zur Arbeit

Michael-Peter Schiltsky
Im Auftrag des Vorstandes


[ Erstveröffentlichung auf dieser Webseite: 21. März 2006 ]


Subindex Nr. 12

Stellungnahme vom 07.03.2006 von dem Bethel-Sprecher Jens U. Garlichs zu dem
damaligen Unrecht in der Heimerziehung und den Missständen in der Bethel
Einrichtung Diakonie Freistatt nach dem 2. Weltkrieg, die Bethel "schon lange dabei"
sei "aufzuarbeiten" und "öffentlich zu machen".


Bethels DRITTE offizielle öffentliche Stellungnahme,
vom 21. Februar 2006, hervorgerufen durch einen Gästebucheintrag,
an diesem Tag, im Gästebuch von Bethel, von Jörg Schmidt aus Juist-Soltau,
einem wohlwollenden langjährigen Unterstützer von Bethel.
Stellungnahme von Bethel-Presse-Sprecher Jens U. Garlichs.


Undatierte öffentliche Stellungnahme der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel,
anscheinend durch ihren Bethel-Presse-Sprecher Jens U. Garlichs,
anscheinend erstmalig auf der Bethel-Webseite veröffentlicht ca Mitte März 2006.


In Bezug auf das SPIEGEL-Buch „Schläge im Namen des Herrn“ –
Stellungnahme von Pfarrer Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes
der Evangelischen Kirche in Deutschland.
Interview: Katharina Sperber, Frankfurter Rundschau, 07.03.2006 | child slave labour


Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
über die Kritik an der Heimerziehung auch in diakonischen Einrichtungen der Nachkriegsjahre.
Interview in dem Magazin zeitzeichen - Ausgabe 4/2006 (auf Seite 41-42) -
Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft. Die Fragen stellte Kathrin Jütte.


Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
versichert ehemaligen Heimkindern, die in damaligen Heimen der Inneren Mission, bzw. der Diakonie
erzogen und ausgebildeten worden sind, dass die Diakonie "jeden dabei unterstützen" wird
"seine Akten einzusehen". "Wir haben kein Interesse, etwas unter den Tisch zu kehren.", sagt er,
in einem Interview, dass er im chrismon PLUS - das evangelische Magazin - 06/2006
(auf Seite 47) Anfang Juni 2006 gegeben hat. Die Fragen stellte Burkhard Weitz.


Aktuelle Ausgabe "Diakonie Report" ( Innere Mission, München ) Nr. 35 - 2006 –– ( Seite 7 ):
"Systematische Misshandlungen gab es nicht
[ in der evangelischen Heimerziehung ]",
meint Michael Häusler, Leiter des Archivs des Diakonischen Werkes
der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).


EVANGELISCHER ERZIEHUNGSVERBAND IN DAMAGE CONTROL:
Bundesverband Evangelischer Einrichtungen und Dienste e. V. regt an und
gibt Ratschläge wie man mit Betroffenen damaliger Misshandlungen und
Traumatisierungen in eigenen Einrichtungen umgehen sollte und möglichen
von Betroffenen ausgehenden Rechtsansprüchen aus dem Wege gehen könnte.


Bischof Dr. Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche
in Deutschland (EKD) äußerte sich innerhalb seines Vortrages am 10.03.2006
in Dortmund − zu den damalig auch in Heimen und Erziehungsanstalten
in evangelischer Trägerschaft angewendeten Gewaltmethoden.


Vereinsberater Michael-Peter Schiltsky: Verein ehemaliger Heimkinder e. V.
Schiltsky ist Heimkind der Wirtschaftswunderzeit, ein geschundenes,
ein missbrauchtes Kind. Und er hat, als einer von ganz, ganz wenigen
der vielen Heimkinder der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik,
das Abitur geschafft und studiert.
Vorgestellt vom Täglicher Anzeiger
(Kreis Holzminden) am 25.03.2006.


Vom Verein ehemaliger Heimkinder e. V. im Internet veröffentlichte
offizielle öffentliche Stellungnahme der EKD vom 22. März 2006,
in Antwort auf ein Schreiben des Vereins – Anfang Februar 2006 –
an den Ratsvorsitzenden der EKD Bischof Dr. Wolfgang Huber.

( Das Vereinsschreiben selbst, an die EKD – bzw. an den Ratsvorsitzenden der EKD Bischof Dr. Wolgang Hunber –
ist leider bisher noch nirgens veröffentlicht worden
)

Der Spiegel, 16/2006 – Späte Reue – Kirchen unter Erklärungsdruck
zur Geschichte der Heimerziehung und schwarzen Pädagogik
in der Bundesrepublik Deutschland.


Das katholische DOM Nr. 23 – 4. Juni 2006 – Seite 20 – ERZBISTUM Paderborn.
Scherfede: St. Johannisstift organisierte Fachtagung zur Heimerziehung.
Katholische DOM-Magazin Artikel-Überschrift: »Wer nicht lieb war, kam ins Heim«.


Westfalen-Blatt Nr. 122 – Dh11 – LOKALES – 27./28. Mai 2006 – Seite 00 – Paderborn.
Scherfede: St. Johannisstift stellt sich der Vergangenheit.
Tagung zum Thema Heimerziehung mit Betroffenen.
Fachtagung zur »Historie der Heimerziehung«.


„Beispiel für pädagogische Fehler“
Kinder- und Jugendhilfe St. Johannisstift setzt sich mit Heimerziehung auseinander
Westfälische Nachrichten – berichtet von Anja Sparbrod – Mai 2006.


Pfarrer Wolfgang Wagner von der evangelischen Akademie Boll nimmt Stellung
zur Heimerziehung im Nachkriegsdeutschland (BRD) (Westdeutschland),
dem SPIEGEL-Buch “Schläge im Namen des Herrn”,
und zu den Aussagen von Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes, dazu.


Leserbrief von Pfarrer Dierk Schäfer – Akademie Boll – 14.03.2006 – und
seine persönliche Stellungnahme zu der im Nachkriegsdeutschland (in der BRD)
in der Heimerziehung weiter fortgeführten “Schwarzen Pädagogik der Nazis” |
sein persönlicher Aufruf zur Aufarbeitung der Geschichte, und zum Sühne tun –


Offener Brief von Pfarrer Dierk Schäfer – Akademie Boll – 12.04.2006 – an
Pfarrer Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche
in Deutschland, worin Pfarrer Dierk Schäfer, u. a., ganz besonders darauf hinweisst,
dass zu einer umfassenden Aufarbeitung der Mißstände
in den Nachkriegs-Heimen Westdeutschlands,
auch eine Neubewertung des Tuns, Wirkens und Handelns von Johann-Hinrich Wichern,
Gründer der Inneren Mission und Vater des damaligen Rettungshausgedanken, gehört.


CARITAS-Präsident Peter Neher im Spiegel-Interview: “Es tut mir leid!”
Präsident der deutschen Caritas, Peter Neher, fordert einen
offeneren Umgang mit einem dunklen Kapitel deutscher Geschichte:
die Geschichte der Heimerziehung im Nachkriegsdeutschland.


Offener Brief an die Deutsche Bischofskonferenz am 6. März 2006.
Appell des Verein ehemaliger Heimkinder e. V. an die Deutsche Bischofskonferenz.
Michael-Peter Schiltsky : Im Auftrag des Vorstandes : Verein ehemaliger Heimkinder e. V.


Caritas stellt sich Diskussion um Heimerziehung der Nachkriegszeit,
während welcher Zeit "Strafe statt Pädagogik" und "intensive Arbeitseinsätze"
auch in Heimen und Anstalten katholischer Orden – unter der Führung der verschiedenen
Diözesan Caritasverbände in der BRD, bzw. der "Caritas", an der Tagesordnung waren.
Kurzfristige Terminansage am 18.09.2006 für ein Termin am 25.09.2006 in Münster.


Kommentar (vom 18.03.2006) zur “Aufarbeitung der damaligen Heimerziehung”
von Jürgen Sauer – Presse- und Öffentlichkeitsreferent beim Diözesan-Caritasverband
für das Erzbistum Paderborn und Mitglied der Redaktion von "Caritas in NRW"
und "Caritas in NRW – AKTUELL”.


Bücher von Bethel – v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel – oder von der
Inneren Mission, der Diakonie, oder von der Evangelischen Kirche in Deutschland
selbst in Auftrag gegebene Veröffentlichungen,
angeblich zur Aufarbeitung ihrer Geschichte,
und angeblich ganz besonders auch zur Aufarbeitung ihrer Geschichte
im Umgang mit Kindern und Jugendlichen
in der diakonischen Heimerziehung der Nachkriegszeit
(d. h. “der diakonischen Heimerziehung” nach dem Zweiten Welkrieg,
während dem Wirtschaftswunder Westdeutschlands).
Wo sind diese angeblichen “Aufarbeitungen der Geschichte
der diakonischen Heimerziehung
der Nachriegszeit” zu finden ?


Einige weiterhin an einigen Stellen im Internet bestehen bleibende
zu der Zeit notwendige öffentliche Bekanntgebungen
von Martin Mitchell aus Australien, nachdem Bethel und die Diakonie
Freistatt und die Evangelische Kirche in Deutschland im August 2003
begann zu zensieren und zu blockieren.




Bitte nicht vergessen auch "Ehemalige Heimkinder" @ http://heimkinderopfer.blogspot.com zu besuchen.


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