Der Betreiber dieser nichtkommerziellen Webseite ist der hoch-engagierte Martin Mitchell in Australien (ein ehemaliges “Heimkind” in kirchlichen Heimen im damaligen West-Deutschland)

Schikanen überall, auch beim "Reichsarbeitsdienst" (RAD) 1940:
Erfahrungsbericht eines Reicharbeitsdienstlers, Werner Mork (*1921),
aus Kronach, aufgezeichnet Juli 2004.


Reichsarbeitsdienst

Der Reichsarbeitsdienst (abgekürzt RAD) war ein Teil des nationalsozialistischen Machtapparates im Deutschen Reich der Jahre 1933-1945. Der Reichsarbeitsdienst entstand aus der Reformbewegung der Freiwilligen Arbeitsdienste, die Konstantin Hierl aufgriff und ab 1931 zu einem (zunächst noch freiwilligen) nationalsozialistischen Arbeitsdienst umformte

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Quelle verschiedener HIER zitierter und HIER abgebildeter Komponenten: ein Schulbuch “MITMISCHEN SB 3 NRW” ISBN 978-3-12-431030-9, Herausgeber: CHRISTOFFER U A SVEN [2000] (so angegeben in eine Mitteilung von VGWORT München/Berlin am 30.07.2008 per Luftpost). [Angaben ohne Guarantie]


Quelle (in 2004) : http://de.wikipedia.org/wiki/Reichsarbeitsdienst

Aufmarsch des Arbeitsdienstes

Es war Anfang April 1940, als ich meine Einberufung zum Reichsarbeitsdienst (RAD) erhielt. Ich musste nun den für Kriegsfreiwillige verkürzten Arbeitsdienst ableisten. Einberufen wurde ich zu der, extra für Freiwillige aufgestellten RAD - Abteilung K 8 / 175, die sich in Worpswede [anliegend dem Teufelsmoor, auserhalb Bremen] befand. Das war ja nun keine Entfernung, das war ja fast vor der Haustür! Anzutreten hatte ich am 18. April 1940. Und an dem Tage machte ich mich, wieder mit einem Freifahrtschein versehen auf den Weg, um jetzt, den Vorschriften entsprechend als korrekt eingezogener deutscher Jüngling, vorerst im RAD zu "dienen." Ich fuhr frohen Muts los, wenn auch etwas bedröppelt wegen, des nun endgültigen Abschieds vom zivilen Dasein. Nun würde es vorbei sein mit schicken Anzügen, Oberhemden mit Schlipsen u. Manschettenknöpfen, eleganten Schuhen und dergleichen mehr.

Der am 1. 9. 1939 begonnene Krieg hatte sich zu einem Bestandteil unseres Lebens entwickelt. Jetzt im Frühjahr 1940 hatte der Krieg in Norwegen begonnen, der war kein Blitzkrieg, wie seinerzeit in Polen, aber Deutschland würde auch aus dem uns im Norden "aufgezwungenen Krieg" als Sieger hervorgehen. Wir konnten uns auf unsere braven und erstklassigen Soldaten voll und ganz verlassen! Mit diesem, auch in mir fest verankerten Glauben kam ich ins RAD-Lager im schönen Worpswede. Mit noch immer viel Idealismus und besten Meinungen wollte ich den Dienst im RAD verrichten. Vor allem aber in der Hoffnung, dass ich "danach" noch rechtzeitig beim Militär sein würde, bevor möglicherweise der Krieg zu Ende ist, und ich nicht dabei gewesen bin. Ich war und blieb noch immer ein Narr, und das noch sehr lange, trotz vieler unguter Erfahrungen, die ich bis dahin noch durchzumachen hatte.

Mit meinen guten Vorsätzen und meinem Glauben, alle Menschen seien gut, kam ich in Worpswede an. Ich war nicht der einzige, der an diesem Tag als neuer Arbeitsmann in das Lager kam, alle Neuen war zu diesem Tag einberufen worden. Die Mehrheit der Neuankömmlinge kam aus dem Raum Hamburg, nur ich stammte aus nächster Nähe. Uns alle einte das Gefühl, für das Vaterland eine Aufgabe zu erfüllen, die ihren Anfang im Arbeitsdienst nehmen sollte. Dazu waren alle voll und ganz bereit, um so mehr, weil die überwiegende Mehrheit der Neuen Abiturienten waren, die freiwillig Offiziere in der Wehrmacht werden wollten, nun aber auch erst den obligatorischen Arbeitsdienst leisten mussten. Und in diesem "illusteren" Kreis war ich einer von den ganz wenigen Volksschülern.

Wir alle waren zu allem bereit, auch für den sicher nicht leichten Arbeitsdienst. Aber was wir dann in den nächsten Tagen und Wochen erlebten, war für uns alle nicht nur schwer, sondern kaum begreifbar. Die Masse meiner Kameraden litt unter dem, was sich im Lager abspielte, was man mit uns machte, wie man uns schikanierte, wie dabei unsere Ideale zerstört wurden, wie sich die nun in Hass und Wut verwandelten auf die, die uns so behandelten. Nicht nur ich, auch so manch anderer der Kameraden hat an vielen Abenden bitterlich geweint, nicht nur wegen Drangsalierungen, sondern auch wegen dem Unverständnis über das Verhalten der Vorgesetzten, die damit unsere Ideale fast ganz zerstörten. Ideale, die doch in der neuen Zeit uns begeistert hatten, weil sie doch von einem Geist geprägt waren, der uns völlig gefangen genommen hatte. Die Enttäuschung darüber war bei allen von uns eine sehr große.

Die Herren Vorgesetzten, die doch Vorbilder hätten sein sollen und müssen, benahmen sich dermaßen schikanös, dass wir den Eindruck hatten, sie wollten mit aller Gewalt und Brutalität unser Rückgrat brechen, uns zu willenlosen Kreaturen machen. Der Zugführer verhielt sich aber noch einigermaßen menschlich, wenn auch nicht immer. Unser Truppführer war ein Mann, der kaum in der Lage war, seine Urlaubsgesuche richtig zu schreiben, der dann Hilfe suchte bei denen, die er zuvor noch schikaniert hatte. So unverständlich das klingt, aber so war die Situation, die auch für uns völlig unbegreifbar war.

Wir hatten uns das alles sehr viel anders vorgestellt, und dabei auch gedacht, dass Vorgesetzte doch Vorbilder sein müssten. Besonders eifrig in der "Behandlung" von uns Arbeitsmännern war der Feldmeister. Dieser Mann war ein Meister der Schikane, die so gemein und niederträchtig war, dass einige von uns Selbstmordgedanken bekamen, so groß war die Verzweiflung bei denen, die für diese Art der Behandlung zu sensibel waren.

Die Schikanen äußerten sich schon im sogenannten Formaldienst, dem regelrechten militärischen Dienst. Wir sollten zwar einen Arbeitsdienst leisten, aber diese Ausbildung gehörte zur Erziehung von armseligen Zivilisten zu anständigen Menschen im Sinne der militärischen Selbstverständlichkeiten. Leistung im Arbeitsdienst war die, dass wir in der näheren Umgebung von Worpswede so genannte Kabelgräben ausheben mussten für das im Norden zuständige Luftgaukommando der Luftwaffe. In diesen Kabelgräben sollten dann, nach Fertigstellung Fernmeldekabel verlegt werden für die Verbindungen im Luftgaukommando. Diese Kabelgräben mussten auf Spatenlänge ausgehoben werden und so breit sein, dass man gerade darin stehen konnte. Das wäre schon genug an Tagesleistung gewesen, die uns körperlich sehr anstrengte. Aber dem war nicht so, denn dazu kam die vormilitärische Ausbildung mit einem harten Drill, der den Dienstvorschriften des RAD entsprach. Nur wurde der von dem Truppführer und dem Feldmeister so brutalisiert, dass er zu einer wirklichen Schikane führte, die vom Sadismus nicht mehr weit entfernt war.

Unser Truppführer war dabei ein Meister im Schleifen, dem es ein wahres Vergnügen war, wenn wir kurz vorm Zusammenbrechen waren.

Das Kennzeichen und Handwerkszeug des RAD war der Spaten, der aber nicht nur der Arbeit diente, sondern auch ein Exerziermittel war, gleichbedeutend mit dem Karabiner beim Militär. Mit dem Spaten in der Hand mussten die gleichen Griffe ausgeführt werden, wie mit dem Karabiner. Die Kommandos dazu waren die gleichen und auch der Spaten musste präsentiert werden, wie ein Gewehr beim Militär, wenn der Anlass dazu gegeben war.

Die Ausbildung im Formaldienst war ständig begleitet von einem für uns unverständlichen Herumscheuchen und Hetzen über den Lagerplatz, aber auch durch Dreck und Morast. Sehr beliebt war bei der Ausbildung der immer laut gebrüllte Befehl: "In Deckung gehen", und ganz besonders "Robben" auf der betonierten Lagerstraße, aber auch, das brutale Hetzen über die 3m hohe Eskaladierwand, vor allem dann, wenn die Männer schon völlig erschöpft waren und es kaum noch einer schaffen konnte darüber zu kommen. Von den Vorgesetzen wurde geschliffen bis zum Umfallen. Der Sadismus der "Herren" kannte keine Grenzen. Beim Versagen einzelner war es ein spezielles Vergnügen, solch einen Versager sich ganz besonders vorzunehmen. Solche "Flaschen" wurden dann ganz speziell gedrillt, ohne Rücksicht auf den Zustand des Arbeitsmannes. Feldmeister und Truppführer übertrumpften sich dann in ihrem "Bemühen" aus Zivilisten "Menschen" zu machen; so wie sie es sich dachten.

Was ich im RAD erlebte, war kein Vergleich zur späteren Rekrutenausbildung in der Wehrmacht. Die war fast human im Gegensatz zu der Brutalität im RAD-Lager in Worpswede. Bei uns entstand dabei der Eindruck, dass das eine Art von Austoben gegenüber den "Intellektuellen" war, weil die Mehrheit von uns kein "normaler Jahrgang" war, wie die sonst zum Dienst Einberufenen in "normalen" Zeiten. Es ist aber auch wohl so gewesen, dass diese Mehrheit sich zum Dienst als Offizier in der Wehrmacht gemeldet hatten und gerade deswegen, von den nicht in einem sehr guten Ruf stehenden Vorgesetzen des RAD, regelrecht drangsaliert wurden. Die Herren Feldmeister waren nun mal keine Offiziere, auch wenn sie gerne so taten und als gleichrangig erscheinen wollten. Ihre sicher vorhandenen Komplexe tobten sie an den jungen Freiwilligen aus, die das werden wollten, was sie nicht waren. So wurde gnadenlos geschliffen, bis uns, wie es so schön hieß: "das Wasser im Arsch kocht! " Von wegen Volksgemeinschaft! Die gab es hier nicht, hier gab es rücksichtlose Brutalität und dazu eine bewusste Herausstellung der/des Vorgesetzten als über uns stehende Herren.

Ich wurde ein besonders beliebtes Zielobjekt der Vorgesetzten, weil ich, mit meinen 92 Kilo Lebensgewicht nicht nur ein beachtliches körperliches Volumen hatte, mit dem ich nicht so gut in den üblichen Rahmen der Arbeitsmänner passte, sondern auch, weil ich Probleme hatte mit meinen Bewegungsmöglichkeiten. Ich passte somit nicht in das Bild eines kernigen deutschen Jünglings und war ein Objekt, das mit viel Hohn und Spott versehen wurde. Aber nicht von meinen Kameraden in Trupp 1, nicht im gemeinsamen Dienst und nicht auf der Stube. Sie waren nicht so gemein, sie waren ganz anders in ihrem Verhalten, sie waren wirklich kameradschaftlich und wir verstanden uns alle prächtig. Für die Herren Vorgesetzten, außer dem Zugführer, der sich anders verhielt, war ich ein Typ an dem sich ihre "Sinne" erfreuten. Auch, weil ich gleich zu Anfang, bei der Einkleidung Probleme hatte mit der Uniform und vor allem mit den Stiefeln. Für mich gab es auf der Kammer nichts passendes an diesen Dingen. Für mich mussten passende Teile von der Stammabteilung in Zeven besorgt werden, was zur Folge hatte, dass ich einige Tage mit den Klamotten antreten musste, die zumindest einigermaßen passten. Ich wirkte dabei wie ein Fremdkörper, der dort gar nicht hingehörte und war für die "Herren" eine Art von Witzfigur über die man seine Witze riss. Von den Uniformteilen passten die Hosen nicht und auch nicht die Knobelbecher, die Stiefel. Bis die angeforderten Teile eintrafen trug ich nur Drillichzeug und dazu Schnürschuhe.

Weil ich damit wirklich aus dem Rahmen fiel, wurde ich wegen dieser Absonderlichkeit, vor versammelter Mannschaft mies behandelt und mit Hohn und Spott übergossen. War ich schon in der Schule als Dicker oft schlimm gehänselt worden, so war ich hier im Lager ein Opfer der Vorgesetzten, die mich ständig der Lächerlichkeit aussetzten. Aber meine Kameraden taten nichts dergleichen. Mein besonderes Problem war die Eskaladierwand, die ich nicht überklettern konnte, ich schaffte es nie, aber ich bekam immer wieder den Befehl, das zu tun. Weil ich es aber nicht schaffte, musste ich dann immer noch "Extratouren" drehen auf dem Lagerplatz, bis ich wirklich nicht mehr konnte und hilflos japste, was dann ein spezielles Vergnügen des Herrn Ausbilders war.

Zu den Schikanen gehörten auch, die immer sehr urplötzlichen Spind-Inspektionen. Es war das geradezu eine Lieblingsbeschäftigung vom Feldmeister. Beliebt war ein solcher Überfall besonders dann, wenn es eigentlich Ausgang gab, der dann meistens nicht mehr möglich war, weil bei der Spind-Kontrolle natürlich Mängel festgestellt wurden. Dann wurden die Spinde oder der Spind vom Vorgesetzten brutal ausgeräumt. Der Inhalt wurde auf den Fußboden geworfen und dann gab es den Befehl, innerhalb einer viel zu kurzen Frist, alles wieder ordnungsgemäß einzuräumen und auch die Stube wieder in einen einwandfreien Zustand zu versetzen. Dann musste man bereit stehen für eine neue Kontrolle, wobei es nicht ausgeschlossen war, dass sich dieses miese "Spiel" wiederholen würde, wenn es dem Herrn so gefiel, der sich ganz bewusst so verhielt, weil ihm danach war. Das konnte über einige Stunden hinweg wiederholt werden, dann war es vorbei mit dem Ausgang.

Es gab auch, die vom Lagerführer selber gerne angeordnete Methode von Sonderschikanen. Mitten in der Nacht, wenn die erschöpften Männer tief schliefen, gab es dann einen Alarm, der uns aus dem Schlaf riss. Die Arbeitsmänner mussten draußen antreten und es wurde Befehl erteilt, in wechselnden Uniformen und Ausrüstungen innerhalb kürzester Zeit, wieder neu anzutreten. War das vorüber, dann gab es Spind -und Stubenkontrolle, bei der dann natürlich nichts mehr in Ordnung war. Die Folge davon war ein nächtliches Strafexerzieren, das wirklich eine schlimme Qual war. Die dabei meistens angetrunkenen Herren Feldmeister, samt ihrem Chef, dem Oberfeldmeister, weideten sich an diesem widerlichen Geschehen. Es gab viele Nächte, in denen wir erst gegen 4 Uhr morgens zur Ruhe kamen, um dann um 5:30 wieder aufstehen zu müssen. Die so "amüsanten Scherze" mit wechselnden Uniformen in kürzester Zeit wurden sehr sinnig als "Maskenball" bezeichnet, eine Art, die aber auch beim Militär sehr "beliebt" war. Das gehörte zu den Methoden, mit denen die weichen Jünglinge zu harten Männern gemacht werden sollten. Das war in Wirklichkeit doch purer Sadismus!

Das war eine gemeine und niederträchtige Art von Ausnutzung der vorhandenen Macht und Gewalt über andere, wehrlose Menschen. Wir mussten das ertragen, weil die "Vorgesetzten" dazu die Macht in ihren Händen hatten. Sie waren Vorgesetzte, die ihre Befehlsgewalt brutal gegen die ihnen Untergebenen ausnutzten und missbrauchten. Das Quälen und Drangsalieren war eine absolute Unmenschlichkeit, die nicht mit einer angeblich erforderlichen Härte in der Ausbildung zu begründen ist, meine ich jedenfalls. Das geschah nur, um uns willenlos zu machen, unser Rückgrat zu brechen und uns zu Befehlsempfängern um jeden Preis zu machen. Diese Behandlung geschah in einem Lager des NS-Reichsarbeitsdienstes, in dem sich keine Gegner des Regimes befanden, sondern junge Nationalsozialisten, die bereit waren, für Geist und Ideale des Nationalsozialismus ihr Leben im Krieg einzusetzen. Diesen Widersinn konnten wir nicht verstehen, nicht begreifen. Und es gab in unserem Kreis Gespräche und Diskussionen über das, was uns hier widerfuhr. Dabei zweifelten wir aber dennoch nicht an dem neuen Geist, weil wir, trotz allem was wir erlebten, glaubten, dass das nicht die Regel ist. Wir meinten dabei auch, dass es in der Wehrmacht anders sein würde! Trotz aller Schikanen, blieben wir dem Regime treu ergeben, wir wollten es verteidigen gegen die "wirklichen Feinde".

Sehr gerne wurde auch das Spiel gespielt, die Arbeitsmänner in ihren weißen Drillichuniformen durch Dreck und Morast zu jagen um dann, von ihnen in kürzester Zeit wieder einwandfrei saubere Uniformen zu verlangen. Die Erfindungsgabe der Herren war eine sehr große, sie waren ständig gut für immer wieder neue "Überraschungen." Wir, die erbärmlichen Kreaturen hatten zu parieren und das unter Androhung von immer neuen Schikanen und Bestrafungen.

"Beliebt" waren auch die Nachtalarme mit Nachtmärschen mit vollem Gepäck. Dabei wurde fast unmenschliches an Leistung abverlangt. Was das mit dem Arbeitsdienst zu tun hatte, in dem wir doch einen Dienst für die Allgemeinheit erfüllen sollten, das konnten wir nicht verstehen, das erschien fast allen von uns als ein purer Widersinn. Dennoch waren wir überzeugt von der Idee des Nationalsozialismus, aber wir hatten eine unheimliche Wut auf unsere Vorgesetzen, die wir aber nicht als den Regelfall ansahen, sondern als eine Ausnahme! Wir mussten noch sehr viel lernen!

Wenn man sich aber die Fotos ansieht, die noch in meinem Besitz sind, dann könnte man den Eindruck haben, dass wir doch wohl ganz zufrieden waren als Arbeitsmänner im Lager Worpswede. Natürlich lebten wir nicht Tag für Tag in einer grenzenlosen Wut und voller Hader mit unserem schweren Los, und dem Gefühl wir seien geknechtet und unterjocht. Schließlich wussten wir, dass diese Zeit bald vorüber ist und dann würden wir bei der Wehrmacht sein, wo ganz sicher alles nicht nur anders, sondern viel besser sein würde, so dachten wir in unserer Einfalt. Das was jetzt war, war eine Zeit des Übergangs von nur wenigen Monaten und dann würde das der Vergangenheit angehören und vergessen sein. Bei aller Wut, waren wir Arbeitsmänner junge Kerle, die sich trotzdem ihres Lebens erfreuen wollten, zumindest in den kurzen Augenblicken, die uns dazu vergönnt waren. Auch wenn alles in diesem Lager manchmal als kaum noch erträglich erschien. Besonders als wir eines Tages nur mit viel Mühe einen Kameraden von seiner Schwermut abbringen konnten, mit der er sich in Selbstmordgedanken hinein gesteigert hatte.

Auf den Fotos ist auch zu erkennen, wie sehr ich mich äußerlich wandelte innerhalb kürzester Zeit. Auf dem einen Foto bin ich noch mit dem sehr umfangreichen körperlichen Umfang zu sehen, und auf den anderen erscheine ich dann als ein ziemlich schlank gewordener Arbeitsmann. Das war eine (nicht ungute) Folge des gesamten Dienstes und des Arbeitseinsatzes, nicht eine Folge der Verpflegung, denn die war gut, an der gab es nichts auszusetzen. So wie auch die gesamte Ernährungslage im Reich eine nach wie vor gute war, trotz der Rationierung der Lebensmittel. Es wurde genug an Marken aufgerufen und es gab keine Mängel die zu Engpässen geführt hätte. Das deutsche Volk musste nicht hungern, es gab keine Hungerzeiten, wie im 1. Weltkriege. Das änderte sich erst ab Ende 1944 und dann bis zum Kriegsende 1945. Und nach dem Kriegsende kam es dann zu sehr schlimmen Hungersnöten, die viele Opfer zur Folge hatten.

Unsere Verpflegung im RAD war einfach, aber kräftig, was aber nicht ausschloss, dass wir auch schon mal andere Wünsche hatten. Die wurden von uns dann befriedigt, wenn wir Ausgang hatten, um uns dann an Kuchen und Torte zu verlustieren, die wir zu der Zeit in Worpswede sogar noch ohne Marken bekommen konnten, die Bäcker und Gastwirte hatten für uns ein gutes Herz. Und Ausgang gab es schon, auch wenn so oft eine Schikane dem im Wege stand.

Unser Lager war ein Barackenlager in dem in jeder Baracke, die großen, so genannten Stuben waren, in denen jeweils ein kompletter Trupp untergebracht war. Heute ist von dem einstigen Lagerkomplex nichts mehr zu sehen, nach dem Krieg ist das alles abgerissen worden. Es gibt auch keine Anzeichen mehr darüber, wo sich das Lager einmal befand.

Auf einigen der Fotos sind auch unsere "Baustellen" zu sehen, d.h. das Ausheben der Kabelgräben, die entlang der Straßen angelegt wurden. Die Zeiten der ursprünglichen Moor-Meliorationen, die in Friedenszeiten vom RAD in Worpswede ausgeführt wurden, war im Krieg nicht mehr aktuell, jetzt ging es nur noch um "kriegswichtige Arbeiten", wie diese Kabelgräben für den Luftgau Nord. Das Ausheben der Gräben war eine sehr schwere Arbeit, auch wenn sie so leicht aussieht. Mit Spitzhacke, Spaten und Schaufeln mussten diese Gräben vorschriftsmäßig erstellt werden. Ein jeder Arbeitsmann hatte die Aufgabe, täglich eine Länge von 10 Metern auszuheben. Das war bei schlechter Bodenbeschaffenheit oftmals kaum zu schaffen, nicht zuletzt, weil wir alle doch solche Arbeiten nicht gewohnt waren. Häufig wurde dann als Strafe für das Nichterreichen des Solls, ein Strafexerzieren im Lager oder noch auf dem Arbeitsgelände angesetzt, so mit Laufschritt und sonstigen "Behandlungen", die uns dann den körperlichen Rest gaben.

Mit dem Bus ging es am frühen Morgen zu der jeweiligen Arbeitsstelle und, eigentlich, auch mit dem Bus wieder zurück. Nur konnte es geschehen, dass der Bus leer zurück fuhr, weil wir (zur Strafe) den Weg als marschierende Kolonne zurücklegen "durften", das führte dann dazu, dass wegen unserer verspäteten Ankunft im Lager der Dienstplan durcheinander kam. Dann musste alles wieder in einem rasanten Tempo in den richtigen Ablauf kommen, und dieses Tempo ging voll zu unseren Lasten, gespickt mit Schikanen.

Aber an den Sonntagen, da gab es den ersehnten Ausgang, wenn es dazu überhaupt kam. Weil etwa Wachdienst geschoben werden musste, was ja noch normal war, oder aber die Unnormalität eines Ausgangsverbotes den Ausgang verhinderte. Es konnte auch geschehen, dass einer der Herren Vorgesetzten, auch ein simpler Truppführer, einen Rappel hatte und einen oder mehrere Arbeitsmänner zu einem Sonderdienst im Lager befahl. Solch ein Dienst war sehr häufig mit rein persönlichen Dingen verbunden, wie z. B. Stiefelputzen für den Herrn Vorgesetzten und andere "sonstige", sehr private Arbeiten für den betreffenden Herrn.

Wenn es aber klappte mit dem Ausgang, dann machten wir uns fein in unserer richtigen Arbeitsdienstuniform, wie auf dem Foto von mir erkennbar. Nur konnte es dann immer noch geschehen, dass es nicht so einfach war, zum Ausgang aus dem Lager herauszukommen. Am Lagertor stand dann sehr oft ein Vorgesetzter, der die ungute Absicht hatte, noch eine äußere Inaugenscheinnahme der Arbeitsmänner vorzunehmen. Dabei wurde dann der Sitz der Uniform kontrolliert, da musste ein sauberes Taschentuch vorgewiesen werden und die Fingernägel mussten vorgezeigt werden wegen möglicher "Trauerränder". Das war ein besonderes Problem, weil wir doch die ganze Woche als "Erdarbeiter" tätig gewesen waren. Aber das war der bewusst gewollte Haken an dem man den Ausgang zum Nichtausgang machen konnte, wenn der Herr Vorgesetzte es denn so wollte, weil er etwa nicht gut gelaunt war oder weil er ein besonderes "Augenmerk" auf einen bestimmten Arbeitsmann hatte.

Aber schon vor der Ausgangserlaubnis ergaben sich immer wieder große Schwierigkeiten. Das fing schon an mit der Bitte um einen Ausgangsschein am Tage zuvor, konnte problematisch werden beim Stubenappell am Sonnabend, wenn die Reinigung der Unterkunft kontrolliert wurde und konnte dann immer noch platzen bei der abendlichen Abnahme der Stube durch den diensthabenden Feldmeister. Wenn aber der Ausgang genehmigt war, konnte es noch ganz mies werden, wenn vor dem Lagertor Angehörige standen, die ihren Sohn, Freund oder dergleichen abholen wollten für einen gemeinsamen Ausgang in Worpswede. Angehörige, die dazu extra von Hamburg nach Worpswede gekommen waren. Die meisten der Arbeitsmänner stammten aus Hamburg. Dann spielte ein Vorgesetzter besonders gern auf dem Klavier seiner Macht, und die vor dem Tor stehenden Angehörigen "durften" darauf warten, dass der Herr Vorgesetzte endlich geruhte den betr. Arbeitsmann passieren zu lassen. Die Perfidie konnte wirklich grenzenlos sein.

Gott sein Dank war es bald aus und vorbei mit der Qual des Arbeitsdienstes, das war eine Freude! Ich war vorzeitig einberufen worden zur Nachrichten-Ersatz Abteilung 13 in Hannover, musste nicht 6 Monate im RAD verbringen. Dort hatte ich mich am 18. Juni 1940 zu melden. Ich fühlte mich nun direkt glücklich und froh darüber, dass ich nun endlich ein richtiger Soldat werden konnte, und das in der Intelligenztruppe der Wehrmacht, wie ich meinte.

[ Enthoben aus dem Internet @ http://www.dhm.de/lemo/forum/kollektives_gedaechtnis/333/index.html ]

[ Erstveröffentlichung auf dieser Webseite: 22. November 2005 ]


Subindex Nr. 1

Ehemalige Heimkinder wollen nicht mit anderen verwechselt werden.
Sie haben ihre eigene Webseite: Heimkinder-Ueberlebende.org @ www.heimkinder-Ueberlebende.org




Martin Mitchell – Fotos aus seiner Kindheit und Jugendzeit
(chronologisch arrangiert – 1946-1964 – von unten aufwärts)


Die Leidensgeschichte des damalig staatenlosen Jugendlichen Martin Mitchell
in westdeutscher “Fürsorgeerziehung” in den 1960er Jahren, geschildert und
belegt an Hand von aktuellen Schriftstücken aus der “Fürsorgeerziehungsakte”
damalig geführt von der Anstaltsleitung der Betheler Zweiganstalten Freistatt –
Anstalt Freistatt im Wietingsmoor
(Kreis Diepholz, Niedersachsen) – Teilanstalt
der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel
(bei Bielefeld, Nordrhein-Westfalen).

( Akte erhalten in Australien am 16. Mai 2006.
)



Intensive Handarbeit im Moor in Anstalt Freistatt, damals – historische Bilder –
( im Oktober 1993 umbenannt in Diakonie Freistatt).
Virtueller Rundgang durch das damalige Freistätter Wietingsmoor in Niedersachsen


Fürsorgeerziehung im Nationalsozialismus –"Bewahrung" und "erbbiologische Aussiebung" von Fürsorgezöglingen.
Vermächtnis und Auswirkungen dieser Ideologien im Nachkriegsdeutschland und in der Bundesrepublik
(1945 - 1985)


Fürsorgeerziehung im Dritten Reich –
Werner Villinger, Chefarzt von Bethel, und seine Ideologien und Karriere
in der Jugendfürsorge und Jugendpsychiatrie
auch in West-Deutschland, nach 1945.


Ein weiterer Beweis für das was den Mächtigen weiterhin in Deutschland wichtig war
sofort nach dem zweiten Weltkrieg,
und ihnen auch weitergehend wichtig war in der Bundesrepublik Deutschland,
nach 1949, besonders in der Fürsorgeerziehung.
Ein Beispiel für die Kontinuität in der Sozialfürsorge: Helene Wessel


Zwangsverpflichtet im Vaterland!
"ZWANGSARBEIT" – "ARBEITSDIENST" – "ARBEITSTHERAPIE" – "KEIN PFENNIG JOBS"
– Fürsorgeerziehung, Jugendwohlfahrt und Arbeiterwohlfahrt und ihre Abarten
in der Geschichte Deutschlands – hier ein Beispiel aus dem Dritten Reich –
und ein Moor,Torfabbau und anstaltseigenes Torfwerk gehörten auch hier wieder mit dazu.


Geschlossene Unterbringung.
Die Geschichte des geschlossenen Mädchenheims Feuerbergstraße in Hamburg-Altona.
Fürsorgeerziehung unter dem Jugendwohlfahrtsgesetz:
Weimarer Republik. Drittes Reich. Bundesrepublik (BRD).


Kinder und Jugendliche als Opfer in 'Erziehungsheimen' / Arbeitserziehungslagern / Arbeitszwangslagern

Damalige Erziehungsanstalten gleicher Art wie jahrzehntelang in Westdeutschland betrieben wurden,
existierten auch in der Bundesrepublik Österreich.
Ein Betroffener aus Österreich meldet sich zu Wort.


Die bisher verdrängte Geschichte der Heimerziehung in der Republik Österreich - Schwarze
Pädagogik der Nachkriegszeit, genauso wie in der Bundesrepublik Deutschland
.
WANDERAUSSTELLUNG zur Geschichte der Heimerziehung in Österreich - Nachkriegszeit.
Ein Heim Namens
"WEGSCHEID", in Linz, Öber-Osterreich, wird vorgestellt:
Ausstellungskatalogue:
Michael John / Wolfgang Reder, "Wegscheid. Von der Korrektionsbaracke
zur sozialpädagogischen Institution"
, Linz 2006, ISBN-10: 3-200-00657-9.


“Der unwerte Schatz” – Roman einer Kindheit – Vernichtung ‘unwerten’ Lebens.
Roman von Tino Hemmann, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2005 – ISBN 3-938288-41-8


DVD 112 / 2005: "LEBENSUNWERT – Paul Brune – NS-Psychiatrie und ihre Folgen
ca. 45 Min. Film plus 15 Min. ergänzendes Material – erhältlich vom Medienshop
des Westfälischen Landesmedienzentrum – Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Münster.


Lebenswert – Lebensunwert – ERNST KLEE : "Deutsche Medizin im Dritten Reich"
S. Fischer Verlag Frankfurt/M., Oktober 2001, ISBN 3-10-039310-4416.
Rezension von dem Soziologen Dr. Robert Krieg (geb. 1949) selbst Autor und Regisseur:


Schutzbefohlene Heimkinder / Insassen Hinter Mauern : Ein Fallbeispiel – Der Leidensweg des Paul Brune

Paul Brune – Fallbeispiel – „Lebensunwert“ – Filmbiographie
über die langen Schatten der Psychiatrie des 'Dritten Reiches',
aber auch ihre dunkle Kontinuität in der Bundesrepublik
bis fast in die Gegenwart –
konzentriert sich hier auf die Situation in Einrichtungen der Provinz Westfalen in der Trägerschaft des Provinzialverbandes,
Vorläufer des Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).


Paul Brune – “Lebensunwert” – Und wer sonst noch? – Eine späte Entschuldigung!
NS-Ideologie im Dritten Reich und ihre Folgen – auch noch für lange Zeit danach.
Beiträge, Erklärungen und Korrespondenz zu diesen Themen – aus dem Jahre 2003.


Gott und die Welt. - Einzelhaft und Zwangsarbeit – Fürsorgeerziehung
in Deutschland [BRD] [50er, 60er, 70er und 80er Jahre] –

im WDR Fernsehen, Sonntag 11.09.2005 um 16:25;
Wiederholung, Dienstag 13.09.2005 um 10:15, (Länge 30 Min.).


WDR FERNSEHEN – Dokumention: "Lebensunwert" – Der Weg des Paul Brune

Zum Thema Antifaschismus:
»Lebensunwert? - NS-Psychiatrie, Zwangssterilisierung und Widerstand« -
Irrsinnige Ideology und ihre Langzeit Folgen im Nachkriegsdeutschland. -
Herausgeber dieses Sachbuches, erstveröffentlicht in 2007, ist

der Freundeskreis Paul Wulf. Erschienen im Graswurzel Verlag. ISBN 3-939045-05-5.


Ein VORWORT von Journalist, Filmmacher und Autor Robert Krieg zum Sachbuch
»Lebensunwert? - NS-Psychiatrie, Zwangssterilisierung und Widerstand«


[ Heimerziehung – Zöglinge - Heimkinder ] Zwischen Disziplinierung und Integration
– Westfälisches Institute für Regionalgeschichte – Landschaftsverband Westfalen-Lippe Münster –
FORSCHUNGEN ZUR REGIONALGESCHICHTE – Markus Köster und Thomas Küster (Hg.)
[ Anstaltserziehung – Fürsorgeerziehung – Weimarer Republik – Drittes Reich – Bundesrepublik ]


Dipl.-Päd. Wolfram Schäfer, Institut für Erziehungswissenschaft, Philipps-Universität Marburg:
Fürsorgeerziehung und Jugendpsychiatrie im Nationalsozialismus
Die erbbiologisch begründete Forderung nach der »Aussonderung Unerziehbarer« aus der Fürsorgeerziehung war von den führenden Vertretern der deutschen Jugendpsychiatrie bruchlos aus der Weimarer Republik über die NS-Diktatur in die Bundesrepublik tradiert worden. Die Auswirkungen auf die Gestaltung der Heimerziehung in der jungen Demokratie waren bekanntermaßen fatal.


Sieglinde WALTRAUD Jung’s Leidensgeschichte als Gefangene
und unentlohnter Arbeitssklave der Rummelsberger Anstalten,
im "Haus Weiher"
(1965-1968)(zugehörend zur Bayrischen Inneren Mission)
"Heim für 'schwererziehbare' Mädchen""Mädchenheim Weiher"
(1938-1972)
in Hersbruck, bei Nürnberg, eine Zweigstelle der Rummelsberger Anstalten, in Bayern,
Bundesrepublik Deutschland – "Wirtschaftsunternehmen" im "Wirtschaftswunder BRD".


Ehemalige Heimkinder schildern »Schwere Schicksale im Bundestag«,
Berichtet im Der Westen (Das Portal der WAZ Mediengruppe), 16.11.2007.
Sabine Nölke: Der Petitionsausschuss des Bundestags befaßte sich
erstmals im Dezember 2006 mit dem Schicksal ehemaliger Heimkinder.


»Die weggesperrten Kinder der Nachkriegszeit.«
»Heimzöglinge der 50er und 60er Jahre haben ihr Schweigen gebrochen -
Jetzt fordern sie eine Entschädigung.
«
Jürgen Potthoff berichtet im Der Westen (Das Portal der WAZ Mediengruppe), 20.11.2007.


Regina Eppert (Regina Page) mit Peter Wensierski vom SPIEGEL berichten
über, und diskutieren, die damalige Heimerziehung der Nachkriegszeit
(ca 1945-1979)
in ihren Sachbüchern "Schläge im Namen der Herrn – Die verdrängte Geschichte
der Heimkinder in der Bundesrepublik"
und "Der Alptraum meiner Kindheit und Jugend –
Zwangseinweisung in deutsche Erziehungsheime"

Berichtet @ westline – in Westfälische Nachrichten – 20. Oktober 2006,
in einem Artikel mit der Überschrift "Lachen und Weinen strengstens verboten".


"Mädchenknast" – Dortmunder Vincenzheim – September 1977 – auch hier werden Heimkinder weitergehend gefangen gehalten und als unentlohnte Arbeitskräfte – Zwangsarbeiter – von der Katholischen Kirche von Deutschland ausgebeutet – hier in einer Waschanstalt / Großwäscherei der Paderborner Vinzentinerinnen.

Das damalige Vincenzheim (für Mädchen) - die heutige Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung "Vincenzheim Ausbildungsstätte" - in Dortmund lehnt den Vorwurf von damaligen Misshandlungen gegen ihre jugendlichen Heim-Insassen ab. Und auch Theo Breul, Abteilungsleiter beim Caritas-Verband in Paderborn, was das Salvator-Jugendheim in Hövelhof - das damalige Salvator-Kollege (für Jungens) - betrifft, weist alle Vorwürfe zurück.

Bundesrepublik Deutschland: Kinder alleinerziehenden Müttern entrissen und in konfessionelle Heime gesperrt, um christlich erzogen zu werden. Heimkinder wegen läppischer „Vergehen“ – nur bei Hinreichung einmal täglich von Wasser und Brot –
in Isolationshaft gesperrt.
Heimkinder-Ueberlebende überall in der Bundesrepublik Deutschland
berichten von jahrelanger unentlohnter „Zwangsarbeit“ und schwerwiegenden Misshandlungen und Entwürdigungen –
und sind noch heute davon traumatisiert.


Heimkinder-Überlebende brechen ihr Schweigen: Schläge und Quälereien von Kindern und Jugendlichen - "Unglaublich. " - "Niemand hat etwas davon gewußt." "Es kann doch nicht möglich sein. " - "Niemand [von den Heim-Insassen] hat sich beschwert. " - Es habe "allerdings keine regelmäßigen Kontrollen gegeben. " - Heute wird von den Verantwortlichen nur geleugnet, bagatellisiert, oder einfach völlig geschwiegen.

„Moorhof zur Hölle“ – Freistatt im Wietingsmoor in den 50er Jahren. Opfer über die damaligen Methoden in dieser Anstalt; berichtet mit Hilfe eines Zeitungsartikels der am 13.5.1999 im Weser-Kurier veröffentlicht wurde – das Jahr des 100. Jubiläumsfestes der Diakonie Freistatt.

Die wahre Geschichte der damaligen ANSTALT FREISTATT aufgedeckt und erstmalig im Internet veröffentlicht! ANSTALT FREISTATT, Torfgewinnungsgesellschaft im Bethel eigenen Wietingsmoor, ein privat-kirchliches Wirtschaftsunternehmen und Moorlager Arbeitserziehungslager / Arbeitszwangslager der Diakonie (1899-1991), das noch jahrzehntelang nach dem Zweiten Welt Krieg in der Bundesrepublik Deutschland angewendet wurde, wo 14 bis 21 Jahre alte “schwererziehbare” jugendliche deutsche Zwangsarbeiter systematisch getrimmt und auf das Schlimmste misshandelt wurden.

Das Wirtschaftsunternehmen der Torfgewinnungsgesellschaft im Bethel eigenen Wietingsmoor, im Areal der ANSTALT FREISTATT, im Hannoverschen, in der Bundesrepublik Deutschland, und dessen jugendlichen deutschen Zwangsarbeiter, im Vergleich zu den jugendlichen – und auch älteren – deutschen Zwangsarbeitern im BREMISCHEN TEUFELSMOOR, ein Wirschaftsunternehmen der TurbaTorfindustrie G.m.b.H, im Dritten Reich. Was war der Unterschied? Das ersterwähnte wurde (von 1899-1991) von der Diakonie betrieben, das andere (von 1934-1945) vom Staat.

Freistatt – Wirtschaftsunternehmen – Teil I
Freistatt – Anstalt Freistatt – Diakonische Heime Freistatt – Diakonie Freistatt – Freistatt im Wietingsmoor – Betheler Zweiganstalten im Wietingsmoor – Arbeiterkolonie Freistatt – Arbeitsdienstlager Freistatt – Moorkolonie Freistatt –
“Zwangsarbeitslager Freistatt”
Was entspricht der Wahrheit, und was nicht?


Freistatt – Wirtschaftsunternehmen – Teil II
Zweimalige Flucht eines jugendlichen Zwangsarbeiters aus Freistatt im Wietingsmoor
HOLZNER, MICHAEL – TREIBJAGD – Die Geschichte des Benjamin Holberg –
ein auf Fakten bassierender Roman über die Fürsorgeerziehung und ihre Folgen
in der Bundesrepublik Deutschland.
AUSZÜGE.


Tatorte schwerwiegender Misshandlung von Kindern und Jugendlichen
im Bethel eigenen Freistatt im Wietingsmoor:
Deckertau, Haus Neuwerk, Heimstatt, Moorburg, Moorhof, Moorhort, Moorpenison, Moorstatt, Wegwende, und Wietingshof.


Bethel-eigene Anstalt Freistatt im Wietingsmoor – Erziehungsziel “Arbeite und Bete!”
Stellungnahme dazu eines weiteren Betroffenen, Peter Remmers (vom 12.01.2006):
“Freistätter Hölle!” – “Das Moor ist die Hölle!”
– Fünf Jahre hatte er dort verbringen müssen! –


Mail (vom 16.02.2006) des heutigen Geschäftsführers der Diakonie Freistatt,
Pastor Wolfgang Tereick, an den ehemaligen Freistatt Insassen, Peter Remmers,
worin der Herr Pastor die Ehrlichkeit des ehemaligen Zöglings in Frage stellt.
.


Ehemaliger Freistatt Insasse, Peter Remmers, am 16.02.2006, antwortete
dem heutigen Geschäftsführer der Diakonie Freistatt, Pastor Wolfgang Tereick,
auf dessen Anschuldigungen, vom 18.02.2006.
.


6. Stellungnahme von Pastor Wolfgang Tereick, Geschäftsführer Diakonie Freistatt, vom 04.03.2006
− in EVANGELISCHE WOCHENZEITUNG FÜR WESTFALEN UND LIPPE: UK "Unsere Kirche" −
folgend der Veröffentlichung des Buches "Schläge im Namen des Herrn".


Der heute 61-jährige ehemalige Fürsorgezögling Willi Komnick
erstmalig nach 40 Jahren, am 5. Mai 2006, besucht die heutige Diakonie Freistatt –
damalige Anstalt Freistatt im Wietingsmoor, gelegen in einem riesigen
Hochmoorgebiet zwischen Diepholz und Sulingen im Hannoverschen, in Niedersachsen –
ein Ableger der „v. BodelschwinghschenAnstalten“ Bethel, bei Bielefeld,
in Nordrhein-Westfalen – wo die damaligen jugendlichen Insassen
systematisch misshandelt und ausgebeutet worden waren.


Warum habt ihr mich geschlagen?, fragen heute die ehemaligen Insassen,
die damals in Anstalt Freistatt im Wietingsmoor, einem riesigen Hochmoorgebiet
zwischen Diepholz und Sulingen im Hannoverschen, in Niedersachsen –
einem Ableger der „v. BodelschwinghschenAnstalten“ Bethel, bei Bielefeld, in
Nordrhein-Westfalen – systematisch misshandelt und ausgebeutet worden waren.


Während sich die Bundesrepublik Deutschland im Wirtschaftswunder befand,
und begann Goldbarren in Manhatten Banken zu stapeln,
wurden Kinder und Jugendliche im ganzen Land in Heimen und Anstalten
meistens kirchlicher Trägerschaft auf das Schlimmste misshandelt,
geknechtet und ausgebeutet,
und dort nicht nur um ihre Kindheit und Jugendzeit gebracht,
aber dort auch um ihre Löhne und ihre ihnen später zustehenden Rentenanteile betrogen.


Ehemaliges Heimkind Wolfgang Rosenkötter erzählt seine Geschichte:
"Mein erster Tag in Freistatt" - [ Freistatt im Wietingsmoor - Diakonie Freistatt ] -
im
SOZIALEXTRA. Zeitschrift für Soziale Arbeit und Sozialpolitik. Dezember 2006
(Seite 18). Auch im "SWR2Eckpunkt" hat Wolfgang Rosenkötter schon am 26. September 2006
unter dem Titel
"Ich habe nur Angst gehabt" von seinen Erfahrungen berichtet.
"Mein erster Tag in Freistatt" veröffentlicht auch auf dieser Webseite: Heimkinder-
ueberlebende.org
mit freundlicher Erlaubnis von dem Autor, Wolfgang Rosenkötter.


Im Heim [ Anstalt Freistatt in den 70er Jahren ]: Gewalt und Zwang weitergehend auf der Tagesordnung. Schwerarbeit ohne Entlohnung in Bethel eigenen Betrieben fortgesetzt. Verpachtung der Zöglinge auch an umliegende Bauerhöfe ohne dass ihrerseits, oder von Seiten der Mutter-Anstalt Bethel, Sozialversicherungsabgaben entrichtet werden.

Die schreckliche Seite der Kirche - SPIEGEL ARTIKEL vom 19.5.2003 - KIRCHE Unbarmherzige Schwestern

Schikanen überall, auch beim "Reichsarbeitsdienst" (RAD) 1940:
Erfahrungsbericht eines Reicharbeitsdienstlers, Werner Mork (*1921),
aus Kronach, aufgezeichnet Juli 2004


[ Nationalsozialistische Ideologie als Hilfe zur Erziehung – der Anfang des Endes. ]

Von der Fürsorgeerziehung zur Kinder- und Jugendhilfe.
Vom Jugendwohlfahrtsgesetz zum Kinder- und Jugendhilfegesetz.
Historischer Wandel der Hilfe zur Erziehung




Bitte nicht vergessen auch "Ehemalige Heimkinder" @ http://heimkinderopfer.blogspot.com zu besuchen.


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