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27.05.2008 Artikel im Schleswig-Holsteiner Zeitungsverlag - GmbH
Artikel von Christine Reimers : »"Gefangen im Namen der Fürsorge"«
DIE HÖLLE VON GLÜCKSTADT - vorheriges
"Arbeitserziehungslager" und dann in der
Bundesrepublik Deutschland (bis 1974) "Landesfürsorgeheim" Schleswig-Holstein, an der Elbe.
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![]() Beschuldigt das Ministerium, nicht schnell genug für Aufklärung zu sorgen: Otto Behnck vor einer Gedenktafel am neuen Gebäude, die daran erinnert, dass sich dort einmal ein KZ befand. Foto/Repro: Reimers 27. Mai 2008 | Von Christine Reimers Die Aufklärung dauert ihnen zu lange. Die ehemaligen Kinder aus dem berüchtigten Glückstädter Landesfürsorgeheim wollen endlich Gerechtigkeit. Immer neue Fälle werden bekannt. Beschuldigt das Ministerium, nicht schnell genug für Aufklärung zu sorgen: Otto Behnck vor einer Gedenktafel am neuen Gebäude, die daran erinnert, dass sich dort einmal ein KZ befand. Foto/Repro: Reimers Harry R. wurde nur 17 Jahre alt. Im Mai 1969 hat er sich aufgehängt. Der junge Lübecker war damals im Landesfürsorgeheim in Glückstadt (Kreis Steinburg) untergebracht. Drei Wochen vorher gab es in dem Heim eine Revolte. Die jungen Leute im Alter zwischen 14 und 21 Jahren wollten auf die Missstände im Heim aufmerksam machen. Voller Wut zertrümmerten sie in den Abendstunden die Inneneinrichtung. Dementiert wurde damals von offizieller Seite, dass der Selbstmord des Insassen in Zusammenhang mit dem Aufruhr stand. Gestorben ist Harry R. in Isolationshaft - in einer Zelle im Keller, die aus der Nazizeit stammte, als das Haus ein Konzentrationslager war. Es gibt viele Fragen zu dem damals noch einzigen geschlossenen Heim in Deutschland, welches 1974 auf politischen Druck geschlossen wurde. Ehemalige Heimkinder fordern, dass die Fragen aufgearbeitet werden. Sie fürchten aber, dass das Land sich jetzt aus der Verantwortung zieht. Stiftung zur Finanzierung der Ermittlungen gesucht Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) versprach schon nach der Berichterstattung 2007 in unserer Zeitung Aufklärung. Im Januar dieses Jahres lud sie erneut zum Runden Tisch ein. Die Leiden der Heimopfer sollten aufgearbeitet werden. 7000 Akten des Landesfürsorgeheims lagern im Landesarchiv. Aus ersten Recherchen dort und dem Protokoll des Runden Tisches erstellt der Pädagogik-Professor Christian Schrapper von der Universität Koblenz derzeit eine Dokumentation. Das teilt Ministeriumssprecher Christian Kohl mit. "Darüber hinaus möchte Professor Schrapper mit Unterstützung des Sozialministeriums eine weitergehende wissenschaftliche Aufarbeitung durchführen", sagt Kohl. Zur Mitfinanzierung solle eine Stiftung gewonnen werden. Eine bekannte Stiftung habe die Finanzierung schon abgelehnt, sagt Otto Behnck (56). Der Sprecher der ehemaligen Heimkinder und -jugendlichen fordert: "Das Land muss die Finanzierung der wissenschaftlichen Aufarbeitung übernehmen. Wir wollen eine rückhaltlose Aufklärung. Die Dokumentation ist zu wenig." "Es gibt kein schlimmeres Heim in Deutschland" Selbstmorde sind ein Thema, die psychischen Folgen ein anderes. "Es gab kein schlimmeres Heim in Deutschland", sagt Behnck. Die Jugendlichen waren wie in einem Gefängnis weggesperrt. Anstaltskleidung war vorgeschrieben - einheitliche, blau-weiß gestreifte, durchgehend geknöpfte Hemden, dazu passende Arbeitsanzüge aus hartem Leinen und Holzlatschen. Sechs Tage die Woche mussten die "Zöglinge" arbeiten. Unter anderem knüpften sie auf einem Dachboden des Hauses Fischernetze. Für 1000 Knoten gab es als Extraration eine Zigarette. Bekannt ist auch, dass Jugendliche für eine Glückstädter Firma Jauchegruben ausheben mussten. Immer wieder flüchteten Jugendliche aus dem Heim - so wie 1966 der damals 17-jährige Ferdinand E. Als er über einen Acker rannte, streckte ihn die Kugel eines damals 24-jährigen Jägers und Landwirts nieder. Er tötete E. mit einem Schuss in die Brust - und sagte damals aus, dass er von dem jungen Mann bedroht worden sei. Ein Gerichtsprozess endete mit dem Urteil "Notwehr". Heute will sich der Bauer nicht mehr dazu äußern. "Wir waren ausgeliefert, wurden gedemütigt" Behnck will diesen Fall wieder aufrollen. Er stellt auch die Frage, was aus dem Geld geworden ist, das die Firmen zahlten. "Wir haben keinen Lohn bekommen. Auch haben wir für diese Zeit keine Rentenansprüche." Er selbst war auf Betreiben seiner Eltern drei Monate im Landesfürsorgeheim. Seine Eltern waren es auch, die ihn nach einem Besuch dort wieder vom Jugendamt herausholen ließen. Andere hatten nicht so viel Glück, sie blieben weitaus länger. "Wir wollen deutlich machen, wie es zugegangen ist. Wir waren ausgeliefert, wir wurden gedemütigt. Wir haben uns erbärmlich gefühlt." Seelsorger: "Einigen ist das Heim gut bekommen"
Über die Frage der Entlohnung kann das Sozialministerium keine Auskunft geben. "Aussagekräftige Daten darüber sind im Moment nicht bekannt", sagt Pressesprecher Kohl. Zum Thema Selbstmorde erklärt er: "Um solchen Fragen nachzugehen, ist ein tieferes Einsteigen in die Geschichte nötig, auch deshalb hat das Sozialministerium die Aufarbeitung und Archivierung der Akten im Landesarchiv veranlasst. Die Häufigkeit von Selbstmorden oder der Umgang mit Selbstmördern können noch nicht eingeschätzt werden." |
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Metatags zum Thema "Ehemalige Heimkinder" im "Wirtschaftswunderland Westdeutschland": GLÜCKSTADT – Schleswig-Holstein – Otto Behnck – KZ Glückstadt – Konzentrationslager Glückstadt – Selbstmorde – Selbstmord – Harry R – Revolte – Aufruhr – Missstände im Heim – Isolationshaft in einer Zelle im Keller – Isolationshaft – Zelle im Keller – Nazizeit – Konzentrationslager – geschlossenen Heim – Heimkinder – Ehemalige Heimkinder – Schleswig Holstein Sozialministerium – Sozialministerium – Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) – Gitta Trauernicht (SPD) – Gitta Trauernicht – Sozialministerin Gitta Trauernicht – Die Leiden der Heimopfer sollten aufgearbeitet werden – Leiden der Heimopfer – Heimopfer – Pädagogik-Professor Christian Schrapper – Christian Schrapper – Ministeriumssprecher Christian Kohl – rückhaltlose Aufklärung gefordert – Es gibt kein schlimmeres Heim in Deutschland – wie in einem Gefängnis weggesperrt – Anstaltskleidung – Zöglinge – Fischereinetze knüpfen – Fischernetze knüpfen – Fischernetze – Jugendliche für eine Glückstädter Firma Jauchegruben ausheben mussten – Ferdinand E – Was aus dem Geld geworden ist das die Firmen zahlten – Was ist aus dem Geld geworden das die Firmen zahlten. – Wir haben keinen Lohn bekommen – Über die Frage der Entlohnung kann das Sozialministerium keine Auskunft geben – Aussagekräftige Daten darüber sind im Moment nicht bekannt – Pressesprecher Kohl – Selbstmorden – Selbstmördern – Selbstmörderinnen – Seelsorger – er war auch für die Abteilung der jungen Frauen zuständig – Abteilung der jungen Frauen – Petitionsausschuss des Bundestages – Heimkinder-Anhörung im Deutschen Bundestag – Anhörung Ehemaliger Heimkinder im Bundestag – Ehemaliges Heimkind – Martin Mitchell – Wensierski – Peter Wensierski – Schläge im Namen des Herrn – Beaten in God’s Name – Schläge – Evangelischen Kirche in Deutschland – Evangelische Kirche in Deutschland – EKD – Diakonie – katholische – Caritas – Katholische Kirche – Nonnen – Ordensschwestern – Diakonissen – Kinderheim – Prügel – Schlägen – Sadismus – Wohlfahrtsverbänden – Heimerziehung – Petitionsausschuss – Einzelhaft – Psychiatrie – Fürsorgeerziehung – Jugendwohlfahrtsgesetz – Zöglingen – Zögling – Zöglinge – Heiminsassen – Heimzöglinge – Pädagogik – Erziehung – Anstalt – Opfer – Erzieher – Heim – Heime – Heimen – Zwangsarbeit – Kirche – Verwahrlosung – gequält – Kirchen – Heimkinder – Pfleglinge – Schutzbefohlene – Fürsorgezögling – Fürsorgezöglinge – Fürsorgezöglingen – Evangelische Kirche – Folter – Qualen – Prügel – Brutalität – erzwungener unbezahlter Arbeit – Kinderarbeit – Sklavenarbeit – Sklaven – Sklavenarbeiter – Heimkind – Heimaufsicht – Heimkinderopfer – Ehemaligen Heimkinder – Ehemaligen Heimkindern – Heimkinder-Ueberlebende – Arbeitszucht – Arbeitszwang – Arbeitstherapie – Sozialpädagogik – Pädagoge – Pädagogin – Pädagogen – Erziehungswissenschaften – Erziehungsanstalt – Erziehungsanstalten – geschlossene Unterbringung – Körperliche Züchtigung – Pädagogische Fachhochschule – Jugendwohlfahrt – Jugendhilfe – Jugendfürsorge – Bewahrung – Vormund – Kindswegnahmen – Anstaltseinweisungen – Zwangsmassnahmen – Eugenik – Einzelhaft und Zwangsarbeit – Freistatt – Anstalt Freistatt im Wietingsmoor – Entschädigung – Misshandlung – Unterbringung – Kinderheimen – Karl Schiewerling – Gabriele Lösekrug-Möller – Marlene Rupprecht – Josef Winkler – Anhörung von Betroffenen im Petitionsausschuss des Bundestages – Verein ehemaliger Heimkinder – Wiedergutmachung – Entschuldigung – Anerkennung des geschehenen Unrechts – System der Unterdrückung – Unterdrückung – Barmherzigkeit – Nächstenliebe – Erziehungsanstalt – Ehemalige Heimkinder und ihr Leiden in den damaligen Heimen und Anstalten im Wirtschaftswunderland Westdeutschland – Vincentinerinnen in Dortmund – Vincenzheim – Jungen und Mädchen Gewalt angetan – Vincenzheim in Dortmund – Dortmunder Vincenzheim – Erschütternde Zeugnisse von unglaublichen Missständen – systematischer Gewalt in der Erziehung – Zwang zum Arbeitseinsatz ohne Entlohnung – katastrophalen hygienischen Zuständen – schlechter Ernährung – psychischer Erniedrigung – sexuellem Missbrauch – folterartiger Behandlung – Schicksal der ehemaligen Heimkinder – kirchlichen Träger – Erziehungseinrichtungen – Jugendfürsorge – Heimunterbringung – Landesjugendamt – Schläge im Namen des Herrn - Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik – Schicksal der ehemaligen Heimkinder – Caritas – Diakonie – katholische Orden – Verein der ehemaligen Heimkinder – umfassende Anerkennung der moralischen Schuld und Entschädigung für erlittenes Leid – verordneten Arbeitsdienst – Arbeitsdienst – Verein ehemaliger Heimkinder e. V. – www.veh-ev.org – unentlohnte Arbeit im Akkord in den Heimen und Anstalten – Zwangsarbeit – Arbeitserziehung – Zwangsarbeit im Moor – Wiedergutmachung – finanzieller Ausgleich – Zwangsarbeitskolonnen – gezwungen wurden unentlohnt im Akkord zu arbeiten – Arbeite und Bete – Bete und Arbeite – tägliche religiöse Zwangsindoktrination – religiöse Zwangsindoktrination – Zwangsindoktrination – Zwangsarbeiter in der Landwirtschaft – vollzeitiger Zwangsarbeiter – Wirtschaftsbetrieb – Heimkinder-Ueberlebende.org – www.heimkinder-ueberlebende.org – www.care-leavers-survivors.org – diesem dunklen Kapitel der Heimerziehung – Demütigungen – Schlägen – Misshandlungen – Kinder- und Jugendheimen – In den Heimen herrschte eine systematische Gewalt – systematische Gewalt – Erziehungsmittel – Willkür – Katholische Kirche – Arbeitskräfte – Landwirtschaft – unter Zwang – kontrolliert – bestraft – straffe Disziplin – sehr strenge Arbeit – strenge Arbeit – sehr strenge Arbeit als ein notwendiges Erziehungsmittel betrachtet wird – Kinder zu Disziplin – Ordnung – Sauberkeit – Fleiß – Arbeitstherapie – Therapie – geschützte Atmosphäre – Leiharbeit – in Absprache mit Industriebetrieben – Produktionsstätten – gesetzeswidrig – Zucht – Gewalt – Kontrolle – Disziplinierung – Postfaschistische Tradition – Nationalsozialisten – Nationalsozialisten in der Jugendhilfe und ihren Einrichtungen weitergelebt haben nach 1945 und zwar bis in die 70er Jahre hinein – KZ-Häftlinge – Arbeitshäuser – In diesem postfaschistischen System wurden die Kinder zu Objekten der Willkürmaßnahmen der Erzieher – Wohlfahrtsverbänden – Landesjugendämter – Landesjugendämtern – Abwehrstrategie – ehemaligen Heimkinder fordern Entschädigungen für ihre nicht bezahlte Arbeit und die Rentenausfälle – Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags – Caritasverband – völlig vorbehaltlose und ernst gemeinte Entschuldigung der Kirchen – Entschuldigung der Kirchen – Dieses Kapitel der bundesrepublikanischen Geschichte – Das Schlimmste ist die systematische Demütigung die die Kinder und Jugendlichen erfahren mussten mit Folgen für das ganze Leben – Versager – verwahrlost – systematisch und ununterbrochen gedemütigt – Erziehungsanstalten – Erziehungsanstalten der BRD – Missbrauch – Verein ehemaliger Heimkinder – Ehemalige Heimkinder – Feldarbeit geprügelt – zur Feldarbeit geprügelt – Ochsenziemer – katholischen Erziehungsanstalten – Anhörungen vor dem Petitionsausschuss des Bundestages – Renate Künast – Opfer entschädigt – gebrochene Menschen – Heimeinweisung – lebenslanges Trauma – deutsche Behörden – Zellen – Menschenrechte mit Füßen getreten – Arbeit bis zur Erschöpfung – sadistische Strafen für geringste Vergehen – Demütigungen – Isolierung – Kindeswohl – geschlossene Heime – Umerziehung – zur unentgeltlichen Arbeit gezwungen – weggesperrt – Heimgeschichte – Petition ehemaliger Heimkinder – Petition ehemaliger Heimkinder der alten Bundesländer – Menschenrechtswidrige Praxis in Fürsorgeerziehungsheimen – 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Fertigungsbetrieben – Bewahrungsgesetz – Das Bewahrungsgesetz (1918-1967) – Zulässsigkeit der Geschlossenen Unterbringung in Heimen der öffentlichen Jugendhilfe – Anstaltseinweisungen – Zwangsmassnahmen – Eugenik – Fürsorgeerziehung in Deutschland – Mary Raftery – Suffer the little Children – Law Commission of Canada – Apologising for Serious Wrongdoing: Social Psychological and Legal Considerations – Institutional Child Abuse – Restoring Dignity: Responding to Child Abuse in Canadian Institutions – residential schools – Adolf Diamant – Finanzwirtschaft – Züchtigungsrecht – Bundesministerium für Familie Senioren Frauen und Jugend – Arbeitszwanghäftling – Heiminsassen – Entschädigung – Entschuldigung – Entschuldigungen – Menschenrechtsverletzungen – Landesfürsorgeverband – Fürsorgebehörde – Landeswohlfahrtsverband – Sklavenarbeiter – Feldarbeiter – Moorarbeiter – Torfstecher – Torfstechen – Torfabbau – Sodensammler – Torfproduktion – Wirtschaftsunternehmen – Bewahrungsanstalt – 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