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Das KZ Glückstadt - [ Das Konzentrationslager Glückstadt - Glückstadt an der Elbe - Schleswig-Holstein ]
In der Landesarbeitsanstalt in Glückstadt wurde von März 1933 bis ca. Ende Februar 1934 ein Konzentrationslager betrieben. Zu diesem Zweck wurde eine neue Abteilung eingerichtet, die Funktion der Landesarbeitsanstalt wurde jedoch beibehalten. Das Gebäude des ehemaligen Konzentrationslagers ist heute nicht mehr erhalten. Nur noch eine Bronzetafel erinnert an die Verbrechen, die hier begangen worden sind. Sie ist Königstraße / Ecke Jungfernstieg angebracht worden, an der Stelle, wo sich das damalige Konzentrationslager befand.
Unter den Konzentrationslagern nimmt Glückstadt eine Sonderstellung ein, denn in ihm ist kein Mord geschehen. Auch Mißhandlungen standen nicht wie in anderen Lagern auf der Tagesordnung. Der Grund für diese Sonderstellung liegt wohl in der Tatsache begründet, daß sich das KZ im Bereich der Innenstadt befand - natürlich bekamen die Glückstädter dadurch mit, was in dem KZ passierte.
Die Ernährung war in Glückstadt wie in anderen Konzentrationslagern unzureichend - die Häftlinge bekamen aber Freßpakete von Verwandten zugesteckt.
Die Bewachung des KZ hatte der Landrat sechs eigens zu "Hilfspolizeibeamten" ernannten SA-Leuten übertragen. Nach Auflösung der "Hilfspolizei" blieben die KZ-Wächter in ihrer Funktion und wurden als "Hilfswachtmeister" übernommen.
Die politischen Häftlinge mußten dieselbe Anstaltskleidung tragen wie die Arbeitshäusler. Auch mußten sie die dieselben Arbeiten verrichten: Es gab Werkstätten, in denen Fischernetze geknüpft, Fußmatten geflochten und Tüten geklebt wurden.
Die meisten Häftlinge arbeiteten im landwirtschaftlichen Betrieb der Landesarbeitsanstalt an der Stadtstraße.
Das KZ-Glückstadt hatte überregionale Bedeutung. Die Häftlinge stammten aus Glückstadt, Itzehoe, Kellinghusen, Hamburg, Lägerdorf, Wedel, Uetersen, Elmshorn, Eckernförde, Altona, Barmstedt, Brunsbüttelkoog, Büsum, Heide, Helgoland, Meldorf, Leezen, Neumünster, Wesselburen und Schleswig.
Am 25. Mai 1933 wurden acht Kellinghusener Kommunisten in das KZ-Glückstadt eingeliefert:
• Heinrich Broszat
• Ernst Rose
• Prieß
• Otto Dobinske
• Wilhelm Ledtje
• Otto Schuhmacher
• Heinrich Kirchner
• August Dietrich
Der ehemalige Landessekretär der Arbeitsanstalt, Franz Kwiatkowski, beschrieb 1946 das KZ-Glückstadt:
Das KZ wurde als Auffang- und Sammellager für politische Schutzgefangene bezeichnet. Die Unterbringung erfolgte in einem abgeschlossenen Stockwerk in Gemeinschaftsräumen. Schutzhaft- und Arbeitshausgefangene wurden streng voneinander getrennt gehalten. Sie wurden von SA-Männern überwacht, aber nicht vom Anstaltspersonal.
Die Errichtung des KZ-Glückstadt wurde gegen den Wunsch des damaligen Anstaltsdirektors Hampe (verstorben 1943) durchgesetzt. Hampe war es auch, der es innerhalb eines Jahres schaffte, daß dieses KZ wieder aufgelöst wurde.
Der größte Teil der Häftlinge wurde 1933 bei der sogenannten Weihnachtsamnestie entlassen. Jedoch wurden auch einige Häftlinge in andere Konzentrationslager wie Sonnenburg, Esterwegen und Papenburg abtransportiert.
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