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Haus
Neuwerk [
im Areal der Anstalt Freistatt, bestehend aus vier Häusern,
bzw. Gruppen ]
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Freistatt, den 5. Juli 1963
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Betr.:
Entweichung von Martin [ M i t c h e l l ] , geb.
28.7.1946 und Martin K[ . . . . . . ] , geb. 30.3.63
Am
Donnerstag, 4.7.63,
meldeten sich die beiden Obengenannten und baten, zum Zahnarzt
gehen zu dürfen. Insgesamt wurden sechs Jungen durch einen
Erzieher zum Zahnarzt [im Dorf]
geführt. Auf dem Rückweg vom Zahn- arzt in unser Haus
[Neuwerk] entwich
Martin [Mitchell]
in Richtung Kirche. Hinterhergeschickte
Jungen konnten ihn nicht einholen. Martin
K[.....], der [Mitchell] anfänglich verfolgte, schloß
sich ihm später an. Die Suche nach den Beiden war den
ganzen Tag über erfolglos. Aufgrund eines Anrufes konnten
[Mitchell] und K[.....] gegen 21.30 Uhr in Sulingen gestellt
werden.
K[.....] ließ sich, nachdem er das
Aussichtslose einer nochmaligen Entweichung eingesehen hatte,
ohne Widerstand nach Hause führen [bzw.
ins "Haus Neuwerk", in unserer Anstalt Freistatt
zurückbringen].
[Mitchell],
der in ein Erdbeerfeld gelaufen war, wehrte
sich, indem er um sich
schlug und biß. Bei dem Handgemenge [mit
2 "Vertrauensbur- schen",
die ich in meinem Auto aus Freistatt mitgebracht hatte] muß
er erheb- liche Schläge an den Kopf bekommen haben.
Dies hatte sich bereits abge- spielt, bevor ich dazukam. Ich
sah [Mitchell] bei der Tankstelle Stöver liegen. Er
wiedersetzte sich mir zu folgen. Er
brüllte und stram- pelte;
der Versuch, ihn hochzuheben und ins Auto zu bringen,
schei- terte. Er schrie wie
ein wildes Kind, welches nicht mehr weiß, warum es
schreit. Auch dem Zuspruch und dem Zugriff der Polizei- beamten,
die [von einigen Passanten, die von dieser
Verprügelung sehr beun-ruhigt waren] herbeigerufen
worden waren, leistete er
Widerstand, schlug um sich
und biß. Dabei wußte er überhaupt
nicht mehr, wer sich jeweils mit ihm befaßte. Da ein
Auflauf entstand, trugen wir [Mitchell] in die Wagenwaschhalle
der Tankstelle Stöver. Auch hier än- derte [Mitchell]
sein Verhalten nicht. Als Durchschütteln
ihn nicht beruhigte, haben wir ihn mit
Wasser bespritzt. Dann nahmen ihn die Polizeibeamten
mit zur Wache. Als ich mit meinem Wagen dort ankam und ihn nun
übernehmen wollte, kam es wieder mit ihm zu einer Bal- gerei,
bei der sich 4 Personen einsetzen mußten.
Es blieb den Polizeibeamten nichts anderes übrig, als ihn
anzuschließen. Nun ging [Mitchell] mit in den Wagen und
ließ sich ohne weiteren Widerstand nach Hause führen
[bzw. in die 20km entfernte Anstalt
Freistatt zurückbringen]. [Nach
Ankunft in "Haus Neuwerk":] Hier verhielt er sich
wieder renitent, so daß er von
mir ein paar Backenstreiche erhielt.
Auch
K[.....], der sich widersetzlich zeigte, bekam einige
Backen- streiche. Beide Jungen sind z.
Zt. in Besinnungsstübchen untergebracht. Berichte
der Jungen [die ich sie genötigt habe
zu schreiben] sind beigefügt.
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Nachschrift: Beiliegenden
[Luftpost]Brief
des Vaters von [Mitchell]
[hier eingegegangen aus Australien,
und adressiert an den Empfänger Mitchell]
händigen wir ihm nicht aus,
da er geeignet ist, ihn [Mitchell] erneut zu den bisher
angestellten Eskapaden zu veranlassen. Wir bitten um
Weiter- gabe an das Landesjugendamt Berlin.
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K
a l u s ([Diakon] [Artur] Kalus) Hausvater [ "Haus
Neuwerk" ]
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