Der Betreiber dieser nichtkommerziellen Webseite ist der hoch-engagierte Martin Mitchell in Australien (ein ehemaliges “Heimkind” in kirchlichen Heimen im damaligen West-Deutschland)

Von der Fürsorgeerziehung zur Kinder- und Jugendhilfe.
Vom Jugendwohlfahrtsgesetz zum Kinder- und Jugendhilfegesetz.

Historischer Wandel der Hilfe zur Erziehung


Historischer Wandel der Hilfe zur Erziehung

Viele Menschen kennen nur die Heimerziehung und meinen, das sei die einzige Möglichkeit für Hilfe zur Erziehung. Andere denken, Heimerziehung sei keine Hilfe zur Erziehung sondern eine Eingriffsmaßnahme. Beides ist nicht richtig.

Heimerziehung gab es schon in früheren Jahrhunderten, auch Vorformen des Pflegekinderwesens. Die Erziehungsberatungsstelle gibt es schon seit der Weimarer Republik.

Das 1922 verabschiedete Reichsjugendwohlfahrtsgesetz (RJWG) und auch die Jugendhilfegesetze, die in beiden Teilen Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg gültig waren, haben tatsächlich die Heimunterbringung sehr stark in den Vordergrund gestellt. Andere Hilfen zur Erziehung konnten sich lange Zeit in Westdeutschland (erst ab 1968) wie in Ostdeutschland (erst nach der Wende) nur schwer durchsetzen.

Kinder- und Jugendheime hatten zudem lange Zeit weniger den Charakter von Erziehungshilfeeinrichtungen als den von Erziehungsanstalten. Von Pädagogen wie Pestalozzi oder Wichern wurden schon in den vergangenen Jahrhunderten Reformen im Heimbereich eingefordert und angestoßen. Dennoch war es z.B. nach dem 2. Weltkrieg im Westen Deutschlands noch immer möglich, ohne erzieherische Ausbildung mit einen "Leutnantpatent" Erzieher in Kinder- und Jugendheimen zu werden (vgl. Müller, Einführung in die Sozialpädagogik, Weinheim, 1993).


Erziehungsanstalt für katholische Knaben in Zeilsheim/Elsaß, in:Landwehr, Rolf, 1991, S. 61

Das an das RJWG angelehnte Jugendwohlfahrtsgesetz (JWG, 1960) sah noch immer Heimerziehung mit "Anordnungscharakter" vor, die sogenannte "Fürsorgeerziehung" (FE), die auch ohne Einwilligung der Beteiligten vollzogen wurde. Zusätzlich kannte es die sogenannte "Freiwillige Erziehungshilfe" (FEH).

In den 68er Jahren war im Rahmen der Studentenbewegung ein wichtiger Reformanstoß für die Jugendhilfe die "Heimkampagne", die mit scharfer Kritik an der "totalen Institution Heim" ansetzte. Seit dieser Zeit entwickelten sich zunehmend ambulante Hilfen. Und speziell dem Pflegekinderwesen wurde eine größere Beachtung geschenkt. Die sehr unscharf formulierten §§ 5 und 6 des JWG wurden ab den 70er Jahren zunehmend alternativ zur FE und FEH zur Begründung und Finanzierung weiterer und anders verstandener Hilfen zur Erziehung herangezogen. Neue Hilfeansätze entwickelten sich sowohl im stationären Bereich als auch als ambulante Hilfen.

In der DDR gab es außer der Heimerziehung bis zur Wende wenig Alternativen. Die Jugendwerkhöfe glichen ebenfalls weniger Erziehungshilfeeinrichtungen als Anstalten, in denen Jugendliche umerzogen werden sollten.

Das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG), das mit Beginn des Jahres 1990 im Osten Deutschlands und kurz danach auch im Westen Deutschlands zur Anwendung kam, geht von einem neuen Verständnis der Hilfe zur Erziehung und von einer großen Vielfalt von ambulanten und stationären Hilfen aus.
______________________

[ Uneingeschränkter Platz, hier (und auch anderswo auf dieser Webseite), für den Display von weiteren Fotografien der damaligen Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland –
Einsendungen weiterer Fotografien der unmenschlichen Behandlung von Kindern und Jugendlichen in den damaligen Heimen in West-Deutschland sind erwünscht und werden zur sofortigen Weiterveröffentlichung dankbar entgegengenommen. ]
______________________

[ Auch zu erwähnen hier – zur Balance – sei die hervoragende Studie von MATTHIAS WILLING: Das Bewahrungsgesetz (1918-1967)Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts (
Eine rechtshistorische Studie zur Geschichte der deutschen Fürsorge ), erstmals erschienen im
Mohr Siebeck Verlag, Tübingen, 2003; herausgegeben von Knut Wolfgang Nörr, Joachim Rückert, Bernd Rüthers und Michael Stolleis. ISBN 3-16-148204-2. ]
______________________

[ Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist natürlich auch die in 1998 von den v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel veröffentlichte 150 Jahre spannende Historie der Inneren Mission und Diakonie: Die Macht der Nächstenliebe – Einhundertfünfzig Jahre Innere Mission und Diakonie 1848 - 1998, worin aber leider nicht ein einziges Wort über die Fürsorgeerziehung im Nachkriegsdeutschland (bzw. in der Bundesrepublik Deutschland) verloren wird, und worin die verschiedenen Wirtschaftsunternehmen von Bethel, der Inneren Mission, und der Diakonie, wo Kinder und Jugendliche (Jungens und Mädchen) die dort zwangsweise der “Arbeitstherapie” unterzogen wurden, völlig verschwiegen werden. ]


Literaturhinweise

Definition: "Hilfe zur Erziehung"
Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG; SGB VIII)

Münder, J. et al.:
Frankfurter Lehr- und Praxiskommentar zum KJHG. Münster 1993


Historische Wandlung der Hilfe zur Erziehung
Reichsjugendwohlfahrtsgesetz (RJWG), 1922

Jugendwohlfahrtsgesetz (JWG), 1960

Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG; SGB VIII), 1990

Müller, W. C. (Hrsg.):
Einführung in die soziale Arbeit. Weinheim 1993

Münder, J. et al.:
Frankfurter Lehr- und Praxiskommentar zum KJHG. Münster 1993

Was ist eigentlich alles Hilfe zur Erziehung
Gernert, W. (Hrsg.):
Das Kinder- und Jugendhilfegesetz 1993. Anspruch und praktische Umsetzung. Stuttgart 1993

Münder, J. et al.:
Frankfurter Lehr- und Praxiskommentar zum KJHG. Münster 1993

Seithe, M.:
Praxisfeld: Hilfe zur Erziehung. Fachlichkeit zwischen Lebensweltorientierung und Kindeswohl. Opladen 2001

Was ist eigentlich Partizipation in der Erziehungshilfe?
Jordan, E./Schrapper, Ch./:
Hilfeplanung und Betroffenenbeteiligung. Soziale Praxis, Heft 15. Münster 1994

Münder, J. et al.:
Frankfurter Lehr- und Praxiskommentar zum KJHG. Münster 1993a

Seithe, M.:
Praxisfeld: Hilfe zur Erziehung. Fachlichkeit zwischen Lebensweltorientierung und Kindeswohl. Opladen 2001

Schefold, W./Glinka, H.-J./Neuberger, Ch./Tielemann, F.:
Hilfeplanverfahren und Elternbeteiligung. Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (Hrsg.). Arbeitshilfe Heft 50. Frankfurt a. M. 1998

Der Hilfeplanprozeß - Übersichten
Münder, J. et al.:
Frankfurter Lehr- und Praxiskommentar zum KJHG. Münster 1993

Merchel, J.:
Hilfeplanung bei den Hilfen zur Erziehung. Stuttgart 1998

Seithe, M.:
Praxisfeld: Hilfe zur Erziehung. Fachlichkeit zwischen Lebensweltorientierung und Kindeswohl. Opladen 2001

Gesellschaftliche Relevanz der Thematik
Beck, U.:
Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt a. M. 1986

Blandow, J; U. Gintzel; P. Hansbauer:
Partizipation als Qualitätsmerkmal in der Heimerziehung. Eine Diskussionsgrundlage. Münster 1999

Kriener, M; K. Petersen (Hg.):
Beteiligung in der Jugendhilfepraxis. Sozialpädagogische Strategien zur Partizipation in Erziehungshilfen und bei Vormundschaften. Münster 1999

Marzahn, C.:
Partizipation und Selbsthilfe. In: Eyferth, H./Otto, H.-U./Thiersch, H. (Hg.): Handbuch zur Sozialarbeit/Sozialpädagogik. Neuwied 1987


Forschungsansatz: Praxisforschung
Heiner, Maja (Hg.):
Praxisforschung in der sozialen Arbeit. Freiburg i. B. 1988


Moser:
Grundlagen der Praxisforschung, Lambertus, 1995

Forschungsergebnisse
Buchanan, A.:
The Dolphin Projekt: the impact of the Children Act. In: Cloke, C./Davies, M. (eds.): Participation and empowerment in child protection. London 1997

Davies, M./Dutchin J.:
Improving quality through participation. an approach to measuring children´s expectations and perceptions of service. In: Cloke, C./Davies, M. (eds.): Participation and empowerment in child protection. London 1997

Katz, I.:

Approaches to empowerment and participation in child protection. In: Cloke, C./Davies, M. (eds.): Participation and empowerment in child protection. London 1997

Merchel, J.:
Qualifizierung von Handlungskompetenzen, Verfahren und Organisationsstrukturen als Ansatzpunkt zum sparsamen Umgang mit Ressourcen. In: Schrapper, C. (Hg.): Qualität und Kosten im ASD. Münster 1998, S. 108 – 143

Müller, Bernd:
Qualitätsprodukt Jugendhilfe, Freiburg i. B. 1996

Thoburn, J./Lewiss, A./ Shemmings, D.:
Paternalism or Partnership. Familiy Involvement in the Child Protection Process. London 1995

Forschungsverlauf und Forschungsschwerpunkte
Jordan, E./Schrapper, Ch./:
Hilfeplanung und Betroffenenbeteiligung. Soziale Praxis, Heft 15. Münster 1994

Kriener, M; K. Petersen (Hg.):
Beteiligung in der Jugendhilfepraxis. Sozialpädagogische Strategien zur Partizipation in Erziehungshilfen und bei Vormundschaften. Münster 1999

Merchel, Joachim:
Hilfeplanung bei den Hilfen zur Erziehung. Stuttgart 98

Scherm, Martin:
Synergie in Gruppen - mehr als eine Metapher?. In: Ardelt-Gattinger, Elisabeth, Hans Lechner und Hans Walter Schlögel: Gruppendynamik. Anspruch und Wirklichkeit der Arbeit in Gruppen. Göttingen. 1998. S. 62 - 69.

Seithe, M.:
Praxisfeld: Hilfe zur Erziehung. Fachlichkeit zwischen Lebensweltorientierung und Kindeswohl. Opladen 2001

Qualität der Mitwirkung der Klienten im Rahmen des Hilfeplanprozesses
Blandow, J; U. Gintzel; P. Hansbauer:
Partizipation als Qualitätsmerkmal in der Heimerziehung. Eine Diskussionsgrundlage. Münster 1999

Hillmeier, H.:
Der Hilfeplan - Instrument der Zusammenarbeit. In: Jordan, E./Schrapper, Ch./: Hilfeplanung und Betroffenenbeteiligung. Soziale Praxis, Heft 15. Münster 1994

Jordan, E./Schrapper, Ch./:
Hilfeplanung und Betroffenenbeteiligung. Soziale Praxis, Heft 15. Münster 1994

Lakies, Thomas:
Ergänzungen zur Diskussion um den Aushandlungsprozeß. Nachrichtendienst des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge. 7/97. S. 217 - 218.

Maas, Udo:
Das mißverstandene KJHG. Provatisierung der öffentlichen Jugendhilfe als "Neue Fachlichkeit": Kein Auftrag, keine Verantwortung - keine Kompetenz. Zentralblatt für Jugendrecht, Heft 3/97. S. 70 - 76.

Merchel, J.:
Von der psychosozialen Diagnose zur Hilfeplanung - Aspekte eines Perspektivenwechsels in der Erziehungshilfe - . In: Jordan, E./Schrapper, Ch./: Hilfeplanung und Betroffenenbeteiligung. Soziale Praxis, Heft 15. Münster 1994

Merchel, Joachim:
Der mißverstandene Charakter von Hilfeplanung. Nachrichtendienst des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge. 7/97. S. 219 - 222.

Müller, B.:
Sozialpädagogisches Können. Ein Lehrbuch zur multiperspektivischen Fallarbeit. Freiburg i.B. 1993

Münder, J. et al.:
Frankfurter Lehr- und Praxiskommentar zum KJHG. Münster 1993a

Schefold, W./Glinka, H.-J./Neuberger, Ch./Tielemann, F.:
Hilfeplanverfahren und Elternbeteiligung. Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (Hrsg.). Arbeitshilfe Heft 50. Frankfurt a. M. 1998

Schimke, H.-J.:
Der Hilfeplan als Teil eines rechtsstaatlichen Entscheidungsprozesses. In: Jordan, E./Schrapper, Ch./: Hilfeplanung und Betroffenenbeteiligung. Soziale Praxis Heft 15. Münster1994

Seithe, M.:
Praxisfeld: Hilfe zur Erziehung. Fachlichkeit zwischen Lebensweltorientierung und Kindeswohl. Opladen 2001

Werner, Heinz-Hermann:
Die mißverstandene KJHG-Praxis. Nachrichtendienst des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge. 5/97. S. 147 - 149.


© Copyright, Universität Jena - FB Sozialwesen, 2001-2005

Artikel und Literaturhinweise, jeweils, enthoben aus dem Internet
@
http://www.sw.fh-jena.de:8080/~seithe/geschichte_der_erziehungshilfe.htm und
@
http://www.sw.fh-jena.de:8080/~seithe/literaturhinweise.htm#Geschichte

[ Erstveröffentlichung auf dieser Webseite: 17. November 2005 ]


Subindex Nr. 1

Ehemalige Heimkinder wollen nicht mit anderen verwechselt werden.
Sie haben ihre eigene Webseite: Heimkinder-Ueberlebende.org @ www.heimkinder-Ueberlebende.org




Martin Mitchell – Fotos aus seiner Kindheit und Jugendzeit
(chronologisch arrangiert – 1946-1964 – von unten aufwärts)


Die Leidensgeschichte des damalig staatenlosen Jugendlichen Martin Mitchell
in westdeutscher “Fürsorgeerziehung” in den 1960er Jahren, geschildert und
belegt an Hand von aktuellen Schriftstücken aus der “Fürsorgeerziehungsakte”
damalig geführt von der Anstaltsleitung der Betheler Zweiganstalten Freistatt –
Anstalt Freistatt im Wietingsmoor
(Kreis Diepholz, Niedersachsen) – Teilanstalt
der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel
(bei Bielefeld, Nordrhein-Westfalen).

( Akte erhalten in Australien am 16. Mai 2006.
)



Intensive Handarbeit im Moor in Anstalt Freistatt, damals – historische Bilder –
( im Oktober 1993 umbenannt in Diakonie Freistatt).
Virtueller Rundgang durch das damalige Freistätter Wietingsmoor in Niedersachsen


Fürsorgeerziehung im Nationalsozialismus –"Bewahrung" und "erbbiologische Aussiebung" von Fürsorgezöglingen.
Vermächtnis und Auswirkungen dieser Ideologien im Nachkriegsdeutschland und in der Bundesrepublik
(1945 - 1985)


Fürsorgeerziehung im Dritten Reich –
Werner Villinger, Chefarzt von Bethel, und seine Ideologien und Karriere
in der Jugendfürsorge und Jugendpsychiatrie
auch in West-Deutschland, nach 1945.


Ein weiterer Beweis für das was den Mächtigen weiterhin in Deutschland wichtig war
sofort nach dem zweiten Weltkrieg,
und ihnen auch weitergehend wichtig war in der Bundesrepublik Deutschland,
nach 1949, besonders in der Fürsorgeerziehung.
Ein Beispiel für die Kontinuität in der Sozialfürsorge: Helene Wessel


Zwangsverpflichtet im Vaterland!
"ZWANGSARBEIT" – "ARBEITSDIENST" – "ARBEITSTHERAPIE" – "KEIN PFENNIG JOBS"
– Fürsorgeerziehung, Jugendwohlfahrt und Arbeiterwohlfahrt und ihre Abarten
in der Geschichte Deutschlands – hier ein Beispiel aus dem Dritten Reich –
und ein Moor,Torfabbau und anstaltseigenes Torfwerk gehörten auch hier wieder mit dazu.


Geschlossene Unterbringung.
Die Geschichte des geschlossenen Mädchenheims Feuerbergstraße in Hamburg-Altona.
Fürsorgeerziehung unter dem Jugendwohlfahrtsgesetz:
Weimarer Republik. Drittes Reich. Bundesrepublik (BRD).


Kinder und Jugendliche als Opfer in 'Erziehungsheimen' / Arbeitserziehungslagern / Arbeitszwangslagern

Damalige Erziehungsanstalten gleicher Art wie jahrzehntelang in Westdeutschland betrieben wurden,
existierten auch in der Bundesrepublik Österreich.
Ein Betroffener aus Österreich meldet sich zu Wort.


Die bisher verdrängte Geschichte der Heimerziehung in der Republik Österreich - Schwarze
Pädagogik der Nachkriegszeit, genauso wie in der Bundesrepublik Deutschland
.
WANDERAUSSTELLUNG zur Geschichte der Heimerziehung in Österreich - Nachkriegszeit.
Ein Heim Namens
"WEGSCHEID", in Linz, Öber-Osterreich, wird vorgestellt:
Ausstellungskatalogue:
Michael John / Wolfgang Reder, "Wegscheid. Von der Korrektionsbaracke
zur sozialpädagogischen Institution"
, Linz 2006, ISBN-10: 3-200-00657-9.


“Der unwerte Schatz” – Roman einer Kindheit – Vernichtung ‘unwerten’ Lebens.
Roman von Tino Hemmann, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2005 – ISBN 3-938288-41-8


DVD 112 / 2005: "LEBENSUNWERT – Paul Brune – NS-Psychiatrie und ihre Folgen
ca. 45 Min. Film plus 15 Min. ergänzendes Material – erhältlich vom Medienshop
des Westfälischen Landesmedienzentrum – Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Münster.


Lebenswert – Lebensunwert – ERNST KLEE : "Deutsche Medizin im Dritten Reich"
S. Fischer Verlag Frankfurt/M., Oktober 2001, ISBN 3-10-039310-4416.
Rezension von dem Soziologen Dr. Robert Krieg (geb. 1949) selbst Autor und Regisseur:


Schutzbefohlene Heimkinder / Insassen Hinter Mauern : Ein Fallbeispiel – Der Leidensweg des Paul Brune

Paul Brune – Fallbeispiel – „Lebensunwert“ – Filmbiographie
über die langen Schatten der Psychiatrie des 'Dritten Reiches',
aber auch ihre dunkle Kontinuität in der Bundesrepublik
bis fast in die Gegenwart –
konzentriert sich hier auf die Situation in Einrichtungen der Provinz Westfalen in der Trägerschaft des Provinzialverbandes,
Vorläufer des Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).


Paul Brune – “Lebensunwert” – Und wer sonst noch? – Eine späte Entschuldigung!
NS-Ideologie im Dritten Reich und ihre Folgen – auch noch für lange Zeit danach.
Beiträge, Erklärungen und Korrespondenz zu diesen Themen – aus dem Jahre 2003.


Gott und die Welt. - Einzelhaft und Zwangsarbeit – Fürsorgeerziehung
in Deutschland [BRD] [50er, 60er, 70er und 80er Jahre] –

im WDR Fernsehen, Sonntag 11.09.2005 um 16:25;
Wiederholung, Dienstag 13.09.2005 um 10:15, (Länge 30 Min.).


WDR FERNSEHEN – Dokumention: "Lebensunwert" – Der Weg des Paul Brune

Zum Thema Antifaschismus:
»Lebensunwert? - NS-Psychiatrie, Zwangssterilisierung und Widerstand« -
Irrsinnige Ideology und ihre Langzeit Folgen im Nachkriegsdeutschland. -
Herausgeber dieses Sachbuches, erstveröffentlicht in 2007, ist

der Freundeskreis Paul Wulf. Erschienen im Graswurzel Verlag. ISBN 3-939045-05-5.


Ein VORWORT von Journalist, Filmmacher und Autor Robert Krieg zum Sachbuch
»Lebensunwert? - NS-Psychiatrie, Zwangssterilisierung und Widerstand«


[ Heimerziehung – Zöglinge - Heimkinder ] Zwischen Disziplinierung und Integration
– Westfälisches Institute für Regionalgeschichte – Landschaftsverband Westfalen-Lippe Münster –
FORSCHUNGEN ZUR REGIONALGESCHICHTE – Markus Köster und Thomas Küster (Hg.)
[ Anstaltserziehung – Fürsorgeerziehung – Weimarer Republik – Drittes Reich – Bundesrepublik ]


Dipl.-Päd. Wolfram Schäfer, Institut für Erziehungswissenschaft, Philipps-Universität Marburg:
Fürsorgeerziehung und Jugendpsychiatrie im Nationalsozialismus
Die erbbiologisch begründete Forderung nach der »Aussonderung Unerziehbarer« aus der Fürsorgeerziehung war von den führenden Vertretern der deutschen Jugendpsychiatrie bruchlos aus der Weimarer Republik über die NS-Diktatur in die Bundesrepublik tradiert worden. Die Auswirkungen auf die Gestaltung der Heimerziehung in der jungen Demokratie waren bekanntermaßen fatal.


Sieglinde WALTRAUD Jung’s Leidensgeschichte als Gefangene
und unentlohnter Arbeitssklave der Rummelsberger Anstalten,
im "Haus Weiher"
(1965-1968)(zugehörend zur Bayrischen Inneren Mission)
"Heim für 'schwererziehbare' Mädchen""Mädchenheim Weiher"
(1938-1972)
in Hersbruck, bei Nürnberg, eine Zweigstelle der Rummelsberger Anstalten, in Bayern,
Bundesrepublik Deutschland – "Wirtschaftsunternehmen" im "Wirtschaftswunder BRD".


Ehemalige Heimkinder schildern »Schwere Schicksale im Bundestag«,
Berichtet im Der Westen (Das Portal der WAZ Mediengruppe), 16.11.2007.
Sabine Nölke: Der Petitionsausschuss des Bundestags befaßte sich
erstmals im Dezember 2006 mit dem Schicksal ehemaliger Heimkinder.


»Die weggesperrten Kinder der Nachkriegszeit.«
»Heimzöglinge der 50er und 60er Jahre haben ihr Schweigen gebrochen -
Jetzt fordern sie eine Entschädigung.
«
Jürgen Potthoff berichtet im Der Westen (Das Portal der WAZ Mediengruppe), 20.11.2007.


Regina Eppert (Regina Page) mit Peter Wensierski vom SPIEGEL berichten
über, und diskutieren, die damalige Heimerziehung der Nachkriegszeit
(ca 1945-1979)
in ihren Sachbüchern "Schläge im Namen der Herrn – Die verdrängte Geschichte
der Heimkinder in der Bundesrepublik"
und "Der Alptraum meiner Kindheit und Jugend –
Zwangseinweisung in deutsche Erziehungsheime"

Berichtet @ westline – in Westfälische Nachrichten – 20. Oktober 2006,
in einem Artikel mit der Überschrift "Lachen und Weinen strengstens verboten".


"Mädchenknast" – Dortmunder Vincenzheim – September 1977 – auch hier werden Heimkinder weitergehend gefangen gehalten und als unentlohnte Arbeitskräfte – Zwangsarbeiter – von der Katholischen Kirche von Deutschland ausgebeutet – hier in einer Waschanstalt / Großwäscherei der Paderborner Vinzentinerinnen.

Das damalige Vincenzheim (für Mädchen) - die heutige Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung "Vincenzheim Ausbildungsstätte" - in Dortmund lehnt den Vorwurf von damaligen Misshandlungen gegen ihre jugendlichen Heim-Insassen ab. Und auch Theo Breul, Abteilungsleiter beim Caritas-Verband in Paderborn, was das Salvator-Jugendheim in Hövelhof - das damalige Salvator-Kollege (für Jungens) - betrifft, weist alle Vorwürfe zurück.

Bundesrepublik Deutschland: Kinder alleinerziehenden Müttern entrissen und in konfessionelle Heime gesperrt, um christlich erzogen zu werden. Heimkinder wegen läppischer „Vergehen“ – nur bei Hinreichung einmal täglich von Wasser und Brot –
in Isolationshaft gesperrt.
Heimkinder-Ueberlebende überall in der Bundesrepublik Deutschland
berichten von jahrelanger unentlohnter „Zwangsarbeit“ und schwerwiegenden Misshandlungen und Entwürdigungen –
und sind noch heute davon traumatisiert.


Heimkinder-Überlebende brechen ihr Schweigen: Schläge und Quälereien von Kindern und Jugendlichen - "Unglaublich. " - "Niemand hat etwas davon gewußt." "Es kann doch nicht möglich sein. " - "Niemand [von den Heim-Insassen] hat sich beschwert. " - Es habe "allerdings keine regelmäßigen Kontrollen gegeben. " - Heute wird von den Verantwortlichen nur geleugnet, bagatellisiert, oder einfach völlig geschwiegen.

„Moorhof zur Hölle“ – Freistatt im Wietingsmoor in den 50er Jahren. Opfer über die damaligen Methoden in dieser Anstalt; berichtet mit Hilfe eines Zeitungsartikels der am 13.5.1999 im Weser-Kurier veröffentlicht wurde – das Jahr des 100. Jubiläumsfestes der Diakonie Freistatt.

Die wahre Geschichte der damaligen ANSTALT FREISTATT aufgedeckt und erstmalig im Internet veröffentlicht! ANSTALT FREISTATT, Torfgewinnungsgesellschaft im Bethel eigenen Wietingsmoor, ein privat-kirchliches Wirtschaftsunternehmen und Moorlager Arbeitserziehungslager / Arbeitszwangslager der Diakonie (1899-1991), das noch jahrzehntelang nach dem Zweiten Welt Krieg in der Bundesrepublik Deutschland angewendet wurde, wo 14 bis 21 Jahre alte “schwererziehbare” jugendliche deutsche Zwangsarbeiter systematisch getrimmt und auf das Schlimmste misshandelt wurden.

Das Wirtschaftsunternehmen der Torfgewinnungsgesellschaft im Bethel eigenen Wietingsmoor, im Areal der ANSTALT FREISTATT, im Hannoverschen, in der Bundesrepublik Deutschland, und dessen jugendlichen deutschen Zwangsarbeiter, im Vergleich zu den jugendlichen – und auch älteren – deutschen Zwangsarbeitern im BREMISCHEN TEUFELSMOOR, ein Wirschaftsunternehmen der TurbaTorfindustrie G.m.b.H, im Dritten Reich. Was war der Unterschied? Das ersterwähnte wurde (von 1899-1991) von der Diakonie betrieben, das andere (von 1934-1945) vom Staat.

Freistatt – Wirtschaftsunternehmen – Teil I
Freistatt – Anstalt Freistatt – Diakonische Heime Freistatt – Diakonie Freistatt – Freistatt im Wietingsmoor – Betheler Zweiganstalten im Wietingsmoor – Arbeiterkolonie Freistatt – Arbeitsdienstlager Freistatt – Moorkolonie Freistatt –
“Zwangsarbeitslager Freistatt”
Was entspricht der Wahrheit, und was nicht?


Freistatt – Wirtschaftsunternehmen – Teil II
Zweimalige Flucht eines jugendlichen Zwangsarbeiters aus Freistatt im Wietingsmoor
HOLZNER, MICHAEL – TREIBJAGD – Die Geschichte des Benjamin Holberg –
ein auf Fakten bassierender Roman über die Fürsorgeerziehung und ihre Folgen
in der Bundesrepublik Deutschland.
AUSZÜGE.


Tatorte schwerwiegender Misshandlung von Kindern und Jugendlichen
im Bethel eigenen Freistatt im Wietingsmoor:
Deckertau, Haus Neuwerk, Heimstatt, Moorburg, Moorhof, Moorhort, Moorpenison, Moorstatt, Wegwende, und Wietingshof.


Bethel-eigene Anstalt Freistatt im Wietingsmoor – Erziehungsziel “Arbeite und Bete!”
Stellungnahme dazu eines weiteren Betroffenen, Peter Remmers (vom 12.01.2006):
“Freistätter Hölle!” – “Das Moor ist die Hölle!”
– Fünf Jahre hatte er dort verbringen müssen! –


Mail (vom 16.02.2006) des heutigen Geschäftsführers der Diakonie Freistatt,
Pastor Wolfgang Tereick, an den ehemaligen Freistatt Insassen, Peter Remmers,
worin der Herr Pastor die Ehrlichkeit des ehemaligen Zöglings in Frage stellt.
.


Ehemaliger Freistatt Insasse, Peter Remmers, am 16.02.2006, antwortete
dem heutigen Geschäftsführer der Diakonie Freistatt, Pastor Wolfgang Tereick,
auf dessen Anschuldigungen, vom 18.02.2006.
.


6. Stellungnahme von Pastor Wolfgang Tereick, Geschäftsführer Diakonie Freistatt, vom 04.03.2006
− in EVANGELISCHE WOCHENZEITUNG FÜR WESTFALEN UND LIPPE: UK "Unsere Kirche" −
folgend der Veröffentlichung des Buches "Schläge im Namen des Herrn".


Der heute 61-jährige ehemalige Fürsorgezögling Willi Komnick
erstmalig nach 40 Jahren, am 5. Mai 2006, besucht die heutige Diakonie Freistatt –
damalige Anstalt Freistatt im Wietingsmoor, gelegen in einem riesigen
Hochmoorgebiet zwischen Diepholz und Sulingen im Hannoverschen, in Niedersachsen –
ein Ableger der „v. BodelschwinghschenAnstalten“ Bethel, bei Bielefeld,
in Nordrhein-Westfalen – wo die damaligen jugendlichen Insassen
systematisch misshandelt und ausgebeutet worden waren.


Warum habt ihr mich geschlagen?, fragen heute die ehemaligen Insassen,
die damals in Anstalt Freistatt im Wietingsmoor, einem riesigen Hochmoorgebiet
zwischen Diepholz und Sulingen im Hannoverschen, in Niedersachsen –
einem Ableger der „v. BodelschwinghschenAnstalten“ Bethel, bei Bielefeld, in
Nordrhein-Westfalen – systematisch misshandelt und ausgebeutet worden waren.


Während sich die Bundesrepublik Deutschland im Wirtschaftswunder befand,
und begann Goldbarren in Manhatten Banken zu stapeln,
wurden Kinder und Jugendliche im ganzen Land in Heimen und Anstalten
meistens kirchlicher Trägerschaft auf das Schlimmste misshandelt,
geknechtet und ausgebeutet,
und dort nicht nur um ihre Kindheit und Jugendzeit gebracht,
aber dort auch um ihre Löhne und ihre ihnen später zustehenden Rentenanteile betrogen.


Ehemaliges Heimkind Wolfgang Rosenkötter erzählt seine Geschichte:
"Mein erster Tag in Freistatt" - [ Freistatt im Wietingsmoor - Diakonie Freistatt ] -
im
SOZIALEXTRA. Zeitschrift für Soziale Arbeit und Sozialpolitik. Dezember 2006
(Seite 18). Auch im "SWR2Eckpunkt" hat Wolfgang Rosenkötter schon am 26. September 2006
unter dem Titel
"Ich habe nur Angst gehabt" von seinen Erfahrungen berichtet.
"Mein erster Tag in Freistatt" veröffentlicht auch auf dieser Webseite: Heimkinder-
ueberlebende.org
mit freundlicher Erlaubnis von dem Autor, Wolfgang Rosenkötter.


Im Heim [ Anstalt Freistatt in den 70er Jahren ]: Gewalt und Zwang weitergehend auf der Tagesordnung. Schwerarbeit ohne Entlohnung in Bethel eigenen Betrieben fortgesetzt. Verpachtung der Zöglinge auch an umliegende Bauerhöfe ohne dass ihrerseits, oder von Seiten der Mutter-Anstalt Bethel, Sozialversicherungsabgaben entrichtet werden.

Die schreckliche Seite der Kirche - SPIEGEL ARTIKEL vom 19.5.2003 - KIRCHE Unbarmherzige Schwestern

Schikanen überall, auch beim "Reichsarbeitsdienst" (RAD) 1940:
Erfahrungsbericht eines Reicharbeitsdienstlers, Werner Mork (*1921),
aus Kronach, aufgezeichnet Juli 2004


[ Nationalsozialistische Ideologie als Hilfe zur Erziehung – der Anfang des Endes. ]

Von der Fürsorgeerziehung zur Kinder- und Jugendhilfe.
Vom Jugendwohlfahrtsgesetz zum Kinder- und Jugendhilfegesetz.
Historischer Wandel der Hilfe zur Erziehung




Bitte nicht vergessen auch "Ehemalige Heimkinder" @ http://heimkinderopfer.blogspot.com zu besuchen.


Wichtiger Hinweis: Diese Seite wird ziemlich häufig aktualisiert. Damit Sie immer die aktuellsten Beiträge präsentiert bekommen, raten wir Ihnen, bei jedem Besuch dieser Seite auf Ihrem Browser den "refresh/aktualisieren" - Button zu drücken!


Home Impressum Kontakt Zurück nach oben