Der Betreiber dieser nichtkommerziellen Webseite ist der hoch-engagierte Martin Mitchell in Australien (ein ehemaliges “Heimkind” in kirchlichen Heimen im damaligen West-Deutschland)

Kommentar (vom 18.03.2006) zur “Aufarbeitung der damaligen Heimerziehung”
von
Jürgen Sauer – Presse- und Öffentlichkeitsreferent beim Diözesan-Caritasverband
für das Erzbistum Paderborn und Mitglied der Redaktion von "Caritas in NRW"
und "Caritas in NRW – AKTUELL”.

[ Aus dem Internet enthoben @ http://www.caritas-nrw.de/cgi-bin/showcontent.asp?ThemaID=670 ]

Kommentar

Heimerziehung: Aufarbeiten - aber fair

Von Jürgen Sauer

Im vergangenen Jahr veröffentlichte der WDR in der Reihe "Gott und die Welt" einen bemerkenswert differenzierten Beitrag über die kirchliche Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren. Der Beitrag ging unter die Haut. Er zeigte Verfehlungen, Schuld, aber auch die ganze Tragik jener Zeit, in der ja nicht nur in Heimen, sondern an Schulen und im Elternhaus geprügelt wurde. Der ZDF-Redaktion "Frontal 21" ist soviel Sensibilität nicht gegeben. Der Beitrag vom 8. Februar war quasi die kostenlose Werbung für Peter Wensierskis neues Buch "Prügel im Namen des Herrn". Unkritisch, ohne Gegenrecherche variierten Beitrag und Moderation die Welt- und Kirchensicht des Autors. Zentrale Thesen von Herrn Wensierski: Die Ordensleute handelten im Auftrag der Kirche. Es gehe also nicht um die Schuld einzelner Personen. "Täter" sei vielmehr die Kirche insgesamt, sie habe jahrzehntelang versucht, in einem "Kartell des Schweigens" ihre Taten zu vertuschen.

Diese Thesen sind zunächst einmal subjektive Meinungen. Bedenklich wird es, wenn Medien  wie "Frontal 21" solche Meinungen in einem für Außenstehende kaum noch unterscheidbaren Gemenge aus Nachricht und Kommentar transportieren. Beispiel Schuldfrage: Geht es hier um individuelle Schuld oder trägt die Kirche insgesamt Mitverantwortung? Eine Frage, die zumindest strittig ist und differenziert dargestellt werden muss. Für "Frontal 21" ist dagegen die Lage eindeutig. Die Penetranz, mit der in der Sendung ein Schuldbekenntnis "der Kirche" verlangt wurde, ist befremdlich. Wie war das noch? "Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache" (Hanns-Joachim Friedrichs).

Niemand bestreitet ernsthaft, dass schreckliche Dinge in der Heimerziehung der 50er und 60er Jahre passiert sind, dass Menschen versagt und Schuld auf sich geladen haben. Doch "System" hatte das Ganze nicht, schon gar nicht wurde "im Namen des Herrn" geprügelt. Wenn schon ein "Auftraggeber" ausfindig gemacht werden soll, muss man auch nach der Rolle der Jugendämter fragen: Jede Heimunterbringung erfolgte im Auftrag dieser Behörden. Die Verantwortung der Jugendämter scheint nicht ins kommunikative Konzept zu passen. So bleibt der Eindruck, dass in bester Augstein-Tradition mal wieder ein SPIEGEL-Autor seinen Kreuzzug gegen die Kirche "als Hort allen Übels" führt.

Die betroffenen ehemaligen Heimkinder haben einen anderen Stil und eine andere Form der Aufarbeitung verdient. Aber auch die beschuldigten Ordensleute haben Anspruch auf einen fairen Umgang. Gerechtigkeit lässt sich nicht herstellen, wenn man die heute Hochbetagten vor laufender Kamera zu einem Schuldbekenntnis zwingen will - gleichsam als Akt medialer Vergeltung. Damit macht man Quote und einige wenige Personen auch Kasse. Den Opfern ist damit nicht gedient.

[ Enthobern aus dem Internet @ http://www.caritasinnrw.de/cgi-bin/showcontent.asp?ThemaID=21 ]

Jürgen Sauer (Paderborn):

Macht die Westfalen-Dominanz in der Redaktion komplett. Referent für Gemeindecaritas und Öffentlichkeitsarbeit beim Caritasverband für das Erzbistum Paderborn. Geboren am 1. Juni 1960 in Warstein (kurkölnisches Sauerland). Nach dem Abitur 1978 zunächst Studium der Geschichte und Publizistik in Münster, seit 1979 Katholische Theologie in Paderborn und München (Diplom-Theologe). 1984 Aufnahme in das Münchener Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses mit Volontariat bei der Essener Kirchenzeitung Ruhrwort. 1987 bis 1993 Redakteur bei der Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln. 1993 Leiter der neu geschaffenen Fachstelle Öffentlichkeitsarbeit beim Diözesan-Caritasverband Paderborn; seit 1999 zusätzlich Ansprechpartner für die beruflichen Mitarbeiter der Fachdienste Gemeindecaritas in den örtlichen Caritasverbänden. Lebt mit Frau und zwei Kindern in Paderborn-Elsen. [ Jürgen Sauer ist Presse- und Öffentlichkeitsreferent beim Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Paderborn und Mitglied der Redaktion von "Caritas in NRW" und "Caritas in NRW - AKTUELL. Seine E-Mail lautet j.sauer@caritas-paderborn.de ]


[ Erstveröffentlichung auf dieser Webseite: 21. März 2006 ]


Subindex Nr. 12

Stellungnahme vom 07.03.2006 von dem Bethel-Sprecher Jens U. Garlichs zu dem
damaligen Unrecht in der Heimerziehung und den Missständen in der Bethel
Einrichtung Diakonie Freistatt nach dem 2. Weltkrieg, die Bethel "schon lange dabei"
sei "aufzuarbeiten" und "öffentlich zu machen".


Bethels DRITTE offizielle öffentliche Stellungnahme,
vom 21. Februar 2006, hervorgerufen durch einen Gästebucheintrag,
an diesem Tag, im Gästebuch von Bethel, von Jörg Schmidt aus Juist-Soltau,
einem wohlwollenden langjährigen Unterstützer von Bethel.
Stellungnahme von Bethel-Presse-Sprecher Jens U. Garlichs.


Undatierte öffentliche Stellungnahme der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel,
anscheinend durch ihren Bethel-Presse-Sprecher Jens U. Garlichs,
anscheinend erstmalig auf der Bethel-Webseite veröffentlicht ca Mitte März 2006.


In Bezug auf das SPIEGEL-Buch „Schläge im Namen des Herrn“ –
Stellungnahme von Pfarrer Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes
der Evangelischen Kirche in Deutschland.
Interview: Katharina Sperber, Frankfurter Rundschau, 07.03.2006 | child slave labour


Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
über die Kritik an der Heimerziehung auch in diakonischen Einrichtungen der Nachkriegsjahre.
Interview in dem Magazin zeitzeichen - Ausgabe 4/2006 (auf Seite 41-42) -
Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft. Die Fragen stellte Kathrin Jütte.


Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
versichert ehemaligen Heimkindern, die in damaligen Heimen der Inneren Mission, bzw. der Diakonie
erzogen und ausgebildeten worden sind, dass die Diakonie "jeden dabei unterstützen" wird
"seine Akten einzusehen". "Wir haben kein Interesse, etwas unter den Tisch zu kehren.", sagt er,
in einem Interview, dass er im chrismon PLUS - das evangelische Magazin - 06/2006
(auf Seite 47) Anfang Juni 2006 gegeben hat. Die Fragen stellte Burkhard Weitz.


Aktuelle Ausgabe "Diakonie Report" ( Innere Mission, München ) Nr. 35 - 2006 –– ( Seite 7 ):
"Systematische Misshandlungen gab es nicht
[ in der evangelischen Heimerziehung ]",
meint Michael Häusler, Leiter des Archivs des Diakonischen Werkes
der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).


EVANGELISCHER ERZIEHUNGSVERBAND IN DAMAGE CONTROL:
Bundesverband Evangelischer Einrichtungen und Dienste e. V. regt an und
gibt Ratschläge wie man mit Betroffenen damaliger Misshandlungen und
Traumatisierungen in eigenen Einrichtungen umgehen sollte und möglichen
von Betroffenen ausgehenden Rechtsansprüchen aus dem Wege gehen könnte.


Bischof Dr. Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche
in Deutschland (EKD) äußerte sich innerhalb seines Vortrages am 10.03.2006
in Dortmund − zu den damalig auch in Heimen und Erziehungsanstalten
in evangelischer Trägerschaft angewendeten Gewaltmethoden.


Vereinsberater Michael-Peter Schiltsky: Verein ehemaliger Heimkinder e. V.
Schiltsky ist Heimkind der Wirtschaftswunderzeit, ein geschundenes,
ein missbrauchtes Kind. Und er hat, als einer von ganz, ganz wenigen
der vielen Heimkinder der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik,
das Abitur geschafft und studiert.
Vorgestellt vom Täglicher Anzeiger
(Kreis Holzminden) am 25.03.2006.


Vom Verein ehemaliger Heimkinder e. V. im Internet veröffentlichte
offizielle öffentliche Stellungnahme der EKD vom 22. März 2006,
in Antwort auf ein Schreiben des Vereins – Anfang Februar 2006 –
an den Ratsvorsitzenden der EKD Bischof Dr. Wolfgang Huber.

( Das Vereinsschreiben selbst, an die EKD – bzw. an den Ratsvorsitzenden der EKD Bischof Dr. Wolgang Hunber –
ist leider bisher noch nirgens veröffentlicht worden
)

Der Spiegel, 16/2006 – Späte Reue – Kirchen unter Erklärungsdruck
zur Geschichte der Heimerziehung und schwarzen Pädagogik
in der Bundesrepublik Deutschland.


Das katholische DOM Nr. 23 – 4. Juni 2006 – Seite 20 – ERZBISTUM Paderborn.
Scherfede: St. Johannisstift organisierte Fachtagung zur Heimerziehung.
Katholische DOM-Magazin Artikel-Überschrift: »Wer nicht lieb war, kam ins Heim«.


Westfalen-Blatt Nr. 122 – Dh11 – LOKALES – 27./28. Mai 2006 – Seite 00 – Paderborn.
Scherfede: St. Johannisstift stellt sich der Vergangenheit.
Tagung zum Thema Heimerziehung mit Betroffenen.
Fachtagung zur »Historie der Heimerziehung«.


„Beispiel für pädagogische Fehler“
Kinder- und Jugendhilfe St. Johannisstift setzt sich mit Heimerziehung auseinander
Westfälische Nachrichten – berichtet von Anja Sparbrod – Mai 2006.


Pfarrer Wolfgang Wagner von der evangelischen Akademie Boll nimmt Stellung
zur Heimerziehung im Nachkriegsdeutschland (BRD) (Westdeutschland),
dem SPIEGEL-Buch “Schläge im Namen des Herrn”,
und zu den Aussagen von Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes, dazu.


Leserbrief von Pfarrer Dierk Schäfer – Akademie Boll – 14.03.2006 – und
seine persönliche Stellungnahme zu der im Nachkriegsdeutschland (in der BRD)
in der Heimerziehung weiter fortgeführten “Schwarzen Pädagogik der Nazis” |
sein persönlicher Aufruf zur Aufarbeitung der Geschichte, und zum Sühne tun –


Offener Brief von Pfarrer Dierk Schäfer – Akademie Boll – 12.04.2006 – an
Pfarrer Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche
in Deutschland, worin Pfarrer Dierk Schäfer, u. a., ganz besonders darauf hinweisst,
dass zu einer umfassenden Aufarbeitung der Mißstände
in den Nachkriegs-Heimen Westdeutschlands,
auch eine Neubewertung des Tuns, Wirkens und Handelns von Johann-Hinrich Wichern,
Gründer der Inneren Mission und Vater des damaligen Rettungshausgedanken, gehört.


CARITAS-Präsident Peter Neher im Spiegel-Interview: “Es tut mir leid!”
Präsident der deutschen Caritas, Peter Neher, fordert einen
offeneren Umgang mit einem dunklen Kapitel deutscher Geschichte:
die Geschichte der Heimerziehung im Nachkriegsdeutschland.


Offener Brief an die Deutsche Bischofskonferenz am 6. März 2006.
Appell des Verein ehemaliger Heimkinder e. V. an die Deutsche Bischofskonferenz.
Michael-Peter Schiltsky : Im Auftrag des Vorstandes : Verein ehemaliger Heimkinder e. V.


Caritas stellt sich Diskussion um Heimerziehung der Nachkriegszeit,
während welcher Zeit "Strafe statt Pädagogik" und "intensive Arbeitseinsätze"
auch in Heimen und Anstalten katholischer Orden – unter der Führung der verschiedenen
Diözesan Caritasverbände in der BRD, bzw. der "Caritas", an der Tagesordnung waren.
Kurzfristige Terminansage am 18.09.2006 für ein Termin am 25.09.2006 in Münster.


Kommentar (vom 18.03.2006) zur “Aufarbeitung der damaligen Heimerziehung”
von Jürgen Sauer – Presse- und Öffentlichkeitsreferent beim Diözesan-Caritasverband
für das Erzbistum Paderborn und Mitglied der Redaktion von "Caritas in NRW"
und "Caritas in NRW – AKTUELL”.


Bücher von Bethel – v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel – oder von der
Inneren Mission, der Diakonie, oder von der Evangelischen Kirche in Deutschland
selbst in Auftrag gegebene Veröffentlichungen,
angeblich zur Aufarbeitung ihrer Geschichte,
und angeblich ganz besonders auch zur Aufarbeitung ihrer Geschichte
im Umgang mit Kindern und Jugendlichen
in der diakonischen Heimerziehung der Nachkriegszeit
(d. h. “der diakonischen Heimerziehung” nach dem Zweiten Welkrieg,
während dem Wirtschaftswunder Westdeutschlands).
Wo sind diese angeblichen “Aufarbeitungen der Geschichte
der diakonischen Heimerziehung
der Nachriegszeit” zu finden ?


Einige weiterhin an einigen Stellen im Internet bestehen bleibende
zu der Zeit notwendige öffentliche Bekanntgebungen
von Martin Mitchell aus Australien, nachdem Bethel und die Diakonie
Freistatt und die Evangelische Kirche in Deutschland im August 2003
begann zu zensieren und zu blockieren.




Bitte nicht vergessen auch "Ehemalige Heimkinder" @ http://heimkinderopfer.blogspot.com zu besuchen.


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