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Evangelische Kirche in Deutschland ] [ EKD
]
Stellungnahme
der EKD vom 22. März 2006
Der
Verein ehemaliger Heimkinder e. V. [ bzw.
Vereinsberater Michael-Peter Schiltsky ] schrieb an den
Ratsvorsitzenden der EKD Bischof Dr. Wolfgang Huber [
ungefähr Anfang Februar 2006 ]
[
Der Vereinsberater, Michael-Peter Schiltsky, sagt aus, und am Ende
der von ihm zitierten Passagen des Antwortschreibens der EKD,
informiert darüber, wie er, der Vereinsberater selbst –
diesbetreffend – die Zukunft sieht. ]
“Als
Antwort auf unser Schreiben an den Ratsvorsitzenden der EKD Bischof
Dr. Wolfgang Huber vom Februar schrieb
uns der Präsident
des Kirchenrates Dr. Hermann Barth, der von Bischof Dr. Wolfgang
Huber gebeten worden war, sich der Sache anzunehmen, unter
anderem:”
"[
……….]
[.….]
die Informationen und Erkenntnisse, die in den letzten Wochen durch
die Diskussion um das Leiden ehemaliger Heimkinder auch in
evangelischen Einrichtungen vermittelt worden sind, liegen vielen
Menschen in der evangelischen Kirche schwer auf der Seele. [.….]
Was damals in Einrichtungen der Erziehungspflege und der Heimfürsorge
geschehen ist, war Unrecht und kann weder mit dem Zeitgeist noch mit
irgendeinem vernünftigen Verständnis von Pädagogik
erklärt werden, darüber sind wir uns alle einig. [.….]
[
………. ]
Es ist keine Frage, dass
diejenigen, die heute Verantwortung in der Kirche tragen, sich dafür
schämen, was damals in Einrichtungen geschehen ist, die den
Namen "evangelisch" tragen oder getragen haben. Der Rat hat
den Präsidenten des Diakonischen Werkes der EKD, Dr. Jürgen
Gohde, gebeten, auch im Namen der EKD die damaligen Ereignisse
aufzuarbeiten und Begegnungen zwischen den durch die damaligen
Ereignisse traumatisierten Menschen und denen, die heute in den
Einrichtungen arbeiten, zu ermöglichen. Das Diakonische Werk
beschäftigt sich intensiv mit diesem Thema und bemüht sich
darum, dass betroffene diakonische Einrichtungen ihre Archive für
Nachforschungen öffnen. Nach bisherigem Kenntnisstand gehörten
die evangelischen Einrichtungen der Heimfürsorge und
Erziehungspflege, in denen es zu den beklagenswerten Missständen
gekommen ist, zum Diakonischen Werk, deshalb erscheint es uns als der
richtige Weg, das Diakonische Werk mit der Aufarbeitung zu betrauen.
[.….] Das Diakonische Werk, dies hat sein
Präsident dem Rat bestätigt, wird alles für einen
transparenten Aufarbeitungsprozess Nötige tun und sich damit
diesem Aspekt seiner Geschichte stellen. Damit soll den Menschen, die
Opfer geworden sind, Gelegenheit gegeben werden zur Darstellung ihrer
Erfahrungen, und eine Situation herbeigeführt werden, in der es
möglich sein könnte, auf der Ebene der unmittelbar
Betroffenen und Handelnden um Entschuldigung zu bitten und
Entschuldigung zu gewähren. Der Rat weiß, dass das für
die Betroffenen eine entlastende, auch heilende Bedeutung haben
kann.
Es geht insgesamt darum, die Opfer in ihrer Integrität
und Glaubwürdigkeit wahrzunehmen und ein Gespräch über
die Geschichte und die Tradition der Gewalt nicht nur in der
Fürsorgeerziehung möglich zu machen. Das Buch von Peter
Wensierski und die öffentliche Diskussion eröffnen eine
vielleicht letzte Chance, die Aufarbeitung der Fürsorgeerziehung
aktiv anzugehen, weil sowohl diejenigen, die als Erzieher oder
Mitarbeiter in diesem Feld tätig waren, als auch die Menschen,
die Traumata davongetragen haben, noch miteinander ins Gespräch
kommen können. Ein Weg in die Zukunft lässt sich nur mit
den Betroffenen finden. [......]
[ ……….
]"
“Wir
sind [ – bzw. der Verein ehemaliger Heimkinder
e. V., über ihren Berater, Michael-Peter Schiltsky, ist –
] im Gespräch mit dem Präsidenten des
Diakonischen Werkes der EKD, Dr. Jürgen Gohde. Herr Dr. Gohde
hat sich bereits ausführlich informiert und intensiv mit der
Problematik befasst. Wir können sagen, dass der Diakonie
zweifellos an einer ernsthaften Aufarbeitung gelegen ist und man sich
auch bemüht zeigt, diese schnellstmöglich auf den Weg zu
bringen.”
[
Michael-Peter Schiltsky für den Verein Ehemaliger Heimkinder
e. V. ]
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