Der Betreiber dieser nichtkommerziellen Webseite ist der hoch-engagierte Martin Mitchell in Australien (ein ehemaliges “Heimkind” in kirchlichen Heimen im damaligen West-Deutschland)

Ehemalige Insassin des "Haus Weiher" (1964-1968), Sieglinde Alexander, möchte
wissen: Wer kennt Waltraud Jung aus dem
"Mädchenheim Weiher"? - "Haus Weiher" -
eine evangelisch-lutherische Erziehungsanstalt für 'schwererziehbare' Mädchen,
damalig, bis 1972, ein Teil der Rummelsberger Anstalten, in Hersbruck,
nord-nord-westlich von Nürnberg.

Wer kennt Waltraud Jung aus dem Mädchenheim Weiher?

Das Haus Weiher war bis 1972 eine Erziehungsanstalt für schwererziehbare Mädchen, ein Teil der Rummelsberger Anstallten.

Viele Zöglinge waren in diesem Heim. Einige wenige haben entweder eine Lehre in der Wäscherei oder eine Schneiderlehre gemacht.

Heute sind nicht nur die psychischen Folgen dieser Zeit bekannt sondern auch die Fakten, dass Rentenjahre aus dieser Zeit fehlen.

Meine Geschichte aus dem Haus Weiher soll dazu anregen, dass sich viele aus Weiher melden damit die Verfehlungen aus der Heim-Zeit ein Recht finden.

Auszug aus: „Vom Feuer in die Hölle“ Meine Jugendjahre im Mädchenheim

Nach endlich 6 mal ausreißen sagte ich den kaltherzigen Beamten im Jugendamt, dass, wenn sie mich wieder nach Hause schicken würden, ich stehlen oder sogar einen Mord begehen würde, um in's Gefängnis zu kommen, das mir wesentlich menschlicher vorkam als mein Elternhaus. Endlich wurde ich erhört und ich kam in das Mädchenheim "Elisabeth" in Augsburg. Ich glaubte der Hölle zu Hause entkommen zu sein. Ohne mir ein Wort zu sagen, oder meine Bedürfnisse zu beachten, veranlasste das Jugendamt eine Verlegung. 6 Monate später wurde ich wie ein Stück Vieh in's Mädchenheim Weiher in Hersbruck transportiert. Ich wusste aber nicht, dass ich in eine neue Abteilung der Hölle kam, in das "heilige Feuer der Hölle". Das Mädchenheim Weiher wurde von der Bruderschaft Altdorf betrieben, unter der Leitung von Bruder Buchta. Jetzt lernte ich den Rest einer unglaublichen Grausamkeit kennen, die nur von Menschen ausgeübt werden kann. Unterdrückung und Beschämung war die schwarze Pädagogik im
Haus der immer Betenden, denen, die sich die "Sündenlosen", die "Guten" nannten. Ich lernte schnell den Unterschied, dass hier die Gewalt unter dem Deckmantel Jesus Christus ausgeübt wurde und ich dadurch noch wertloser war als zu Hause. Bestrafungen, wie mir erklärt wurde, sind für die Bildung eines besseren Charakters, damit man Gott würdig wird. Widerspruch gegen diese würdelose Behandlung wurde mit dem Tragen einer blaukarierten Bluse und Rock bestraft, die uns als "unverbesserlich" markierten.

Unsere eigene Kleidung war in eine große Kleiderkammer gesperrt und keines der 300 Mädchen im Heim hatte Zugang. Unterwäsche wurde von den Erzieherinnen einmal pro Woche ausgehändigt. Eine Bluse musste 14 Tage getragen werden, ein Rock vier Wochen.
Montag bis einschließlich Samstag arbeiteten wir, entweder in der Landwirtschaft, in der Wäscherei oder in der Näherei, von 7:30 bis 18 Uhr und ohne Bezahlung.

Nach einem Jahr durfte ich eine dreijährige Schneiderlehre beginnen. Die Lehrstelle war im zweiten Haus auf dem gleichen Gelände. Wir Schneiderinnen, erhielten ein Taschengeld von 11 DM pro Monat. Davon mussten wir unsere Seife und Zahnpasta kaufen, der Rest musste für Stoff für das Prüfungskleid am Ende der Lehre gespart werden.

Das tägliche Waschen am Morgen und Abend mit kaltem Wasser wurde von den Erzieherinnen überwacht. Acht Mädchen standen nackt in einem kalten Waschraum mussten alle Teile des Körpers waschen. Von gierigen Blicken der Erzieherinnen wurde jede Bewegung mit dem Waschlappen überwacht und manchmal fuhr die Hand einer Erzieherin über den Rücken, mit der Bemerkung: "Du hast was vergessen." Duschen für 3 Minuten mit warmem Wasser war nur alle 14 Tage erlaubt und das auch wieder nur unter Bewachung. Haare durften nur alle 4 Wochen gewaschen werden.

Alles war überwacht, alles war kontrolliert, sogar wie oft man auf's WC ging, menschliche Bedürfnisse blieben unbeachtet. Aber, es wurde immer gebetet, morgens, mittags und abends. Jeden Sonntag durften die "Braven", die sich nicht schuldig machten, die den Hausgesetzen folgten, in 4 kleine Gruppen aufgeteilt in die Kirche von Weiher nach Hersbruck wanderten. Es sollte eine Belohnung sein die 2 Kilometer bei Hitze, Regen, Schnee und Frost zu gehen. Das war der einzige Kontakt zu der Außenwelt, aber es war uns verboten mit anderen Menschen in der Kirche oder auf dem Weg dorthin zu sprechen.

Briefe durften wir nur an Eltern und enge Verwandte schreiben und auch diese wurden von den Erziehern gelesen. War der Inhalt nicht der Hausregel entsprechend oder wenn wir uns über die Zustände hier beklagten, verschwand der Brief, ohne es dem Schreiber zu sagen. Für drei Jahre fragte ich mich, warum mir niemand schrieb. Als 50 jährige erfuhr ich zum ersten Mal, dass meine Cousine mir viele Briefe geschrieben hatte, die ich nie erhielt.

Das Essen war mehr als miserabel und einseitig. Alles war Dampfkost, viel Kartoffeln und ganz selten Fleisch. Das Frühstück war jeden Tag das Gleiche: eine Scheibe altes Brot mit einer messerspitze Marmelade. Der Schimmel am Brot wurde weggeschnitten bevor es uns serviert wurde. Die Erzieherinnen hatten selbstverständlich frisches Brot, eine Auswahl von Wurst, Käse Marmelade und Jogurt.

Als an einem Sonntag im Dessert Maden aus den Eiswaffeln krabbelten, war das Ende meiner Grenze des Erdultens erreicht und ich riss aus. Ich wurde wieder eingefangen und erhielt eine Tracht Prügel von der Heimleiterin Frau Klose. Meine langen Haare wurden abgeschnitten und musste nun die übliche Strafkleidung: blaukarierter Rock mit blaukarierter Bluse tragen. Aber das war nicht alles.

Ich wurde für vier Wochen in ein Dachzimmer mit einem kleinen vergitterten Fenster eingesperrt, mit nur einer Matratze, keine Bettwäsche, keine Zudecke, kein Kopfkissen. Tagsüber war es dampfend heiß und nachts viel zu kalt.

Ich bekam zwei Mal am Tag Essen und durfte morgens und abends auf die Toilette. Eine Erzieherin brachte das Essen. Sie sperrte die Türe auf, öffnete sie einen Spalt und schob das Essen und ein Glas Wasser über den Boden mit dem Fuß wortlos in's Zimmer und versperrte die Türe sofort wieder. Niemand durfte mit mir sprechen, niemand durfte mit mir Kontakt aufnehmen. Ich durfte weder lesen noch schreiben. In der zweiten Woche begannen Depressionen und Selbstmordgedanken. Ich merkte, wie die Isolation eine Spaltung meines Bewusstseins verursachte. Das logische Denken trat immer mehr in den Hintergrund und Emotionen flüchteten in eine Fantasiewelt als Ersatz. Um mich zu vor dieser fortschreitenden Spaltung zu schützen begann ich das Zimmer abzumessen. Ich setzte einen Fuß vor den anderen und zählte die Schritte. Als dieses Spiel dann eine Automatisierung annahm, zählte ich die Leisten am Holzboden. In der dritten Woche war auch diese Beschäftigung nicht mehr erfüllend und ich begann die Flecken an der Zimmerwand mit Spucke und meinen Fingern zu reinigen. Später weichte ich mit Spucke die Wand an manchen Stellen auf, um die Haarrisse in der Wand zu reparieren.

Zum Schluss konnte ich nicht mehr schlafen. Entweder schreckte ich mitten in der Nacht auf weil ich glaubte, dass jemand im Zimmer ist der mit mir reden wollte, oder ich konnte nicht einschlafen ohne meinen Kopf und Oberkörper zu wiegen.

Nach diesen vier Wochen hatte ich eine dominierende Angst gegen alle Menschen entwickelt und konnte mich nur schwer wieder in die Gruppe eingliedern. Natürlich musste ich die blaukarierte Strafkleidung für weitere 8 Wochen tragen. Der Spott anderer Mitzöglinge und die Einschränkungen, die die Strafkleidung mit sich brachte, verfolgte mich bis zu meiner Entlassung.

In den 3 Jahren erduldete ich nicht nur die mentale und psychische Grausamkeit der Erzieherinnen und die eines religiösen verlogenen Systems, ich war auch der sexuellen Gewalt anderer Zöglinge hilflos ausgesetzt. Meine Kindheit, wie auch meine Jugend, waren ein unmenschliches Trauma das nur Hass und Wut als Ergebnis haben kann.

Trotz allem bestand ich meine Gesellenprüfung als Schneiderin und verließ das Mädchenheim Weiher als 19Jährige nach drei Jahren. Ich war ein junges Mädchen, mental verstümmelt, die nun in ein Leben geschickt wurde, um zu beweisen, dass sie ein wertvolles, funktionierendes Mitglied der Gesellschaft ist. 42 Jahre lang hielt ich diesen endlosen und zerstörenden inneren Schmerz der Wertlosigkeit in mir geheim, aus Scham und Schuldgefühl. Ich wollte nicht, dass die Menschen mit dem Finger auf mich zeigten. Ich wusste aber, dass ich kein Verständnis von der Gesellschaft in der ich lebte erwarten konnte. Ich verstand auch damals noch nicht, dass es NICHT die Schuld des Kindes ist, sondern derer die die Kinder erziehen.

Waltraud Jung

heute: Sieglinde Waltraud Alexander ( 2. November 2006 )

Sieglinde ist Betreiberin der Webseite "Erwachsene misshandelt als Kinder"
www.emak.org und ist kontaktierbar @ Email: admin@emak.org


Genauso, wie oben von Sieglinde Alexander beschrieben, war es auch im Marienstift in Braunschweig. - siehe @ http://www.heimkinder-ueberlebende.org/70_Jahre_evangelische_und_katholische_Maedchenerziehungsheime_in_Deutschland_No01.html - und in vielen, vielen anderen evangelisch-lutherischen sowie auch in römisch-katholischen Mädchenerziehungsheimen in Deutschland.

Über das von Sieglinde Alexander erw
ähnte und in ihrem Buch beschriebene "Haus Weiher", ist kaum etwas im Internet zu finden, und der damalige Träger - die Rummelsberger Anstalten - ist nicht bereit über diese damalige Einrichting Auskunft zu geben. Ansonsten wird "Haus Weiher" nur ganz kurz hier erwähnt @ http://www.hersbruck.de/stadtinfo/stadtteile.php?action=weiher.

"Haus Weiher", im Zeitraum von 1938 bis 1972, wurde als ein "Erziehungsheim für 'schwererziehbare' Mädchen" von der Bayrischen Inneren Mission (Diakonischen Werke der Evangelischen Kirche in Deutschland), betrieben wurde, und war zu der Zeit den Rummelsberger Anstalten unterstellt.

Ein Bauernhof mit einem Weiher war die Keimzelle dieses Weilers, der erstmals 1267 erwähnt wird. Da wird der Hof von Walter Schenk von Klingenburg an die Grafen zu Wertheim und Hanau zu Lehen aufgetragen und 1305 an das Kloster zu Engelthal verkauft. Im Salbuch des Klosters Engelthal vom Jahre 1312 wird u.a. auch ein Gut zu Weiher genannt.


Hof in Weiher

Im Jahre 1930 wurde in einem der Bauernhöfe ein zu den Rummelsberger Anstalten gehörendes Heim "zur Heimat für obdachlose Männer" gegründet. 1938 wurde das Haus in ein Heim für schwererziehbare Mädchen umgewidmet. Seit 1972 ist es ein Wohnheim mit Werkstätte für geistig Behinderte. Ansonsten bestand der Ort aus insgesamt 8 landwirtschaftlichen Anwesen und gehörte zur Gemeinde Ellenbach bis zu deren Eingemeindung in die Stadt Hersbruck im Jahre 1972. Im Jahre 1983 wies die Stadtverwaltung Hersbruck hier preisgünstige Baugrundstücke aus und es entstand eine architektonisch gut in die Landschaft passende Siedlung aus 16 Wohngebäuden, die sich harmonisch dem gewachsenen Ortskern anpassen. Für das Jahr 2003 ist die Erweiterung der "Neuen Siedlung" geplant.

Eine zweite, 1355 in Sulzbach ausgestellte Urkunde schlichtete einen Streit um die Nutzung des Waldes am Arzberg zwischen der Stadt Hersbruck und den Ellenbachern.


[ Erstveröffentlichung auf dieser Webseite: 26. November 2007 ]


Subindex Nr. 11

SPIEGEL-Buch: "Schläge im Namen des Herrn –
Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik"
|
Buchauthor, Dokumentarfilmer und Fernsehjournalist: Peter Wensierski |
ISBN: 342105892X | Ab 07.02.2006 auch in Buchläden erhältlich.


Zum ersten Jahrestag der Veröffentlichung des SPIEGEL-Buches
"Schläge im Namen des Herrn - Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik"
11. Februar 2007 - „Herzlichen Dank“ sagt Peter Wensierski „an“ „alle“, „die“ zuvor
und seither „mitgewirkt" und „mitgeholfen“ „haben" „das jahrzehntelange Schweigen
über eines der dunkelsten Kapitel der Nachkriegsgeschichte zu brechen“.


HEIMKINDER-SCHICKSALE: "Wie geprügelte Hunde" - Von Peter Wensierski
Sie wurden geschlagen, erniedrigt und eingesperrt. Unter oft unvorstellbaren
Bedingungen wuchsen in den fünfziger und sechziger Jahren Hunderttausende Kinder und Jugendliche
in kirchlichen Heimen auf.
"Wir waren Zwangsarbeiter", sagen sie heute. Ein dunkles Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte


Jürgen Schubert – Fünfzehn Jahre Leid im Heim under der Macht des ORDEN
DER RECHTHABENDEN, der Barmherzigen Schwestern in Marsberg.
SPIEGEL-online-Panorama 19.05.2006 – “20 Euro für 15 Jahre Leid.”
Kirchen und Politik in Deutschland nehmen sich jetzt erstmalig des Schicksals
der Ehemaligen Heimkinder der bundesrepublikanischen Nachkriegszeit an.


Heimkinder weinen noch immer – auch noch 30, 40, 50, 60, 70 Jahre später,
nach den Qualen und Misshandlungen, denen sie als “Schutzbefohlene”
von ihren damaligen ‘Erziehern’ in christlichen sowie auch in staatlichen Heimen ausgesetzt wurden.
Ihre Traumata und ihr Leiden begleitet sie ihr ganzes restliches Leben !!!

( Aktuelle Ausgabe, Hessische Zeitung, Guxhagen, Mittwoch, 8. März 2006 )

Die Neue Westfälische, Paderborner Kreiszeitung,
Ostwestfalen-Lippe, No. 273 , am Montag, 24 November 2003, berichtet auf Seite 4 –
Heimkinder wollen nicht vergessen werden
Landschaftsverband sagt Betroffenen Hilfe zu.


Offizieller Bericht und Beschlüsse – LWL - Landschaftsverband Westfalen-Lippe
– Landesjugendamt – in Münster – Vorlage 11/1891 vom 16.12.2003
betreffend "Aufarbeitung der Fürsogeerziehung in den 60er- und 70er-Jahren",
und der Anfang, diesbetreffend, gemacht von Gisela Nurthen und Marion Zagermann.


BUCHVORSTELLUNG – SPIEGEL-Buch – "Schläge im Namen des Herrn –
Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik"
– WENSIERSKI, Peter –
Deutsche Verlags-Anstalt, München 2006 – ISBN 342105892X – Gebunden, 249 Seiten, 19,90 EUR
– Buchvorstellung verfasst von Marion Zagermann am 1. Februar 2006 –


Deutschlandfunk - dradio.de : 27.03.2006 - Vorstellung und Rezension drei verschiedener Bücher:
Politische Literatur -
eins davon: damalige Heimerziehung "Schläge im Namen des Herrn -
Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik"
von Peter Wensierski.
Redakteur am Mikrofon:
Hermann Theißen;
Rezensenten:
[ 1.) ] Volker Ullrich, [ 2.) ] Otto Langels, [ 3.) ] Marcus Heumann.


Kurzvorstellung des neusten SPIEGEL-Buches von Peter Wensierski: "Schläge im Namen des Herrn -
Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik"
von lär/bor
vom 22.05.2006 in "Die Berliner Literaturkritik", unter der Überschrift
"Knute und Halleluja" - "Die Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik".


"IN DEN-KLAUEN DER KIRCHE" - Mai 2006 Buchrezension : TIP Berlinonline
von
Margit Miosga zum SPIEGEL Buch
»SCHLÄGE IM NAMEN DES HERRN -
Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik
«, Peter Wensierski,
ISBN 342105892X, erschienen im SPIEGEL-Verlag, 11.02.2006.


Buch-Rezension des neusten SPIEGEL-Buches von Peter Wensierski: "Schläge im Namen des Herrn -
Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik"
von Victoria Gross
vom 04.09.2006 in "Die Berliner Literaturkritik", unter der Überschrift
"Kirchlicher Fürsorgeknast - Rohrstockrepublik Deutschland".
"Ein Buch über Menschenrechtsverletzungen in westdeutschen Heimen".


Frühere Heimkinder haben (Ende 2003) eine Interessengemeinschaft gegründet:
Sie wollen entschädigt werden für erlittenes Unrecht, Prügel und Zwangsarbeit, denen
sie in vielen staatlichen sowohl wie auch konfessionellen Heimen ausgeliefert waren.


Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren:
LWV-Verbandsversammlung entschuldigt sich
bei damaligen Heimkindern für erlittene Gewalt:
„Der Landeswohlfahrtsverband Hessen spricht sein tiefstes Bedauern
über die damaligen Verhältnisse in seinen Heimen aus
und entschuldigt sich bei den ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohnern,
die körperliche und psychische Demütigungen und Verletzungen erlitten haben.“


Die Verbandsversammlung des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen
hat in ihrer Plenarsitzung am 5. April 2006 einstimmig beschlossen
sich bei den ehemaligen Heimkindern aller ihrer damaligen Einrichtungen
zu entschuldigen.
Rede auf der Plenarsitzung der Verbandsversammlung 2006 des
Landeswohlfahrtsverbandes Hessen am 5. April 2006.


Frankfurter Rundschau 06.04.2006.
Entschuldigung bei Heimkindern.
Landeswohlfahrtsverband spricht "tiefstes Bedauern" über Gewalt
in Erziehungsanstalten der Nachkriegszeit aus
Der Landeswohlfahrtsverband LWV will ehemaligen Heimkindern bei ihrem Kampf
um Anerkennung und Unterstützung helfen. Das hat die Verbandsversammlung
am Mittwoch einstimmig beschlossen. In manchen Erziehungsanstalten
wurden bis in die 70er Jahre hinein Kinder misshandelt.


Frankfurter Rundschau 06.04.2006.
Entschuldigung aber keine Entschädigung.
Beim Formulieren der Erklärung des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen
am Mittwoch den 5. März 2006, wurde alles vermieden,
was Ansprüche gegen den Heimträger begründen könnte.


►Heimerziehung: Lektüre / Tagungsbeitrag von Prof. Dr. Christian Schrapper
Professor für Pädagogik und Sozialpädagogik an der Universität Koblenz –
an die Anwesenden der Veranstaltung am 9. Juni 2006 in Idstein im Taunus,
mit Kommentaren, u. a., von Wolfram Schäfer
(Philipps Universität Marburg)
und Peter Wensierski
(SPIEGEL - Berlin).


Jürgen Schubert, Vorsitzende des Verein ehemaliger Heimkinder e.V., 09.06.2006, auf der
vom Landwohlfahrtsverband Hessen angesetzten Tagung in Idstein im Taunus,
klar und deutlich trägt vor die Forderungen der ehemaligen Heimkinder
an Kirche und Staat – d.h. an die beiden deutschen Amtskirchen und an die
Bundesrepublik Deutschland, sowie an alle damals beteiligten Landesregierungen.


► Damalige Heimerziehung: Dreiteilige Ansprache von Michael-Peter Schiltsky
Vereinsberater: Verein ehemaliger Heimkinder e.V.
an die Anwesenden der Veranstaltung am 9. Juni 2006 in Idstein im Taunus,
eine Tagung, die vom Landeswohlfahrtsverband Hessen angesetzt worden war.


►Heimerziehung: Tagungsbeitrag/Diskussionsbeitrag
von Prof. Dr. Mechthild WolffFachhochschule Landshut
und Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen
(IGfH), am 9. Juni 2006, auf der
vom Landeswohlfahrtsverband Hessen angesetzten Tagung in Idstein im Taunus.


►Damalige Heimerziehung: Tagungsbeitrag/Diskussionsbeitrag
von Pro. Dr. Dr. hc. Reinhard Wiesner,
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen, und Jugend
(Deutscher Bundestag = German Federal Parliament), am 9. Juni 2006, auf der
vom Landwohlfahrtsverband Hessen angesetzten Tagung in Idstein im Taunus.


►Damalige Heimerziehung: Tagungsbeiträge/Diskussionsbeiträge
(1.) von Frau Evelin Schönhut-Keil, Erste Beigeordnete des Landeswohlfahrtsverbandes
Hessen
, und
(2.) von Frau Susanne Nöcker, Hessisches Sozialministerium, 09.06.2006,
auf der vom Landeswohlfahrtsverband Hessen angesetzten Tagung in Idstein im Taunus.


►Damalige Heimerziehung: Tagungsbeitrag/Diskussionsbeitrag
von Dr. Matthias Almstedt, Leiter der Abteilung Sozialpädagogik an der Käthe-Kollwitz-
Schule in Marburg
, vom 9. Juni 2006, auf der
vom Landeswohlfahrtsverband Hessen angesetzten Tagung in Idstein im Taunus.


►Damalige Heimerziehung: Tagungsbeitrag/Diskussionsbeitrag
von Herrn Andreas Prinz, Leiter des Landesjugendamtes Giessen, in Hessen, 09.06.2006,
auf der vom Landeswohlfahrtsverband Hessen angesetzten Tagung in Idstein im Taunus.


►Heimerziehung: Tagungsbeitrag/Diskussionsbeitrag von MdP Marlene Rupprecht
(SPD)Mitglied des Petitionsausschusses im Deutschen Bundestag, am 9. Juni 2006,
auf der vom Landeswohlfahrtsverband Hessen angesetzten Tagung in Idstein im Taunus.


Menschenwürde und Menschenrechte:
Die Aufgabe des Bundestags-Ausschusses für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe
ist es, unter anderem, "Verletzungen zu korrigieren".
Das Forum Menschenrechte ist ein Netzwerk von mehr als 40 deutschen
Nichtregierungsorganisationen
(NGOs), die sich für einen verbesserten, umfassenden
Menschenrechtschutz einsetzen.


LWV-Landes-direktor vom Landeswohlfahrtsverband Hessen, Uwe Brückmann,
über die Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den 50ern und 60ern.
"Damals fehlte die Kontrolle" – FORUM – HNA-online – Interview vom 31.03.2006.


Zwei wichtige Leserbriefe - unter anderen - @ Kobinet Nachrichten.
Leserbriefe
(1.) von Diplom Psychologin, Gertrud Zovkic, vom 04.04.2006
und
(2.) von einem damalig Betroffenen, Heinz-Peter Junge, vom 19.04.2006.


In Anerkennung und zur Erinnerung an die Initiatorin der Heimkinder-Sache,
Gisela Nurthen, und all ihre Arbeit und all ihre Bemühungen
zur Aufdeckung der Schandtaten begangen an Hunderttausenden
von Kindern und Jugendlichen in Heimen in der Bundesrepublik Deutschland
während des “Wirtschaftswunders” der Nachkriegsjahrzehnte.
Auszüge aus dem SPIEGEL-Buch von Peter Wensierski
“Schläge im Namen des Herrn – Die verdrängte Geschichte der Heimkinder
in der Bundesrepublik”


Der Spiegel, 16/2006 – Späte Reue – Kirchen unter Erklärungsdruck
zur Geschichte der Heimerziehung und schwarzen Pädagogik
in der Bundesrepublik Deutschland.


Fotogalerie zwangarbeitender Jungens.
Zwangsverpflichtet im Vaterland!

"ZWANGSARBEIT" – "ARBEITSDIENST" – "ARBEITSTHERAPIE" – "KEIN PFENNIG JOBS"
– Fürsorgeerziehung, Jugendwohlfahrt und Arbeiterwohlfahrt und ihre Abarten
in der Geschichte Deutschlands


Siehe auch Heimkinderopfer-Fotogalerie @ http://www.flickr.com/photos/heimkinderopfer/

Fotogalerie zwangarbeitender Mädchen.
Zwangsverpflichtet im Vaterland!

"ZWANGSARBEIT" – "ARBEITSDIENST" – "ARBEITSTHERAPIE" – "KEIN PFENNIG JOBS"
– Fürsorgeerziehung, Jugendwohlfahrt und Arbeiterwohlfahrt und ihre Abarten
in der Geschichte Deutschlands


Braunschweiger Hauszeitschrift des Marienstiftes "Doppelpunkt" - Heft Nr. 3/2000
Aus der Geschichte des Marienstiftes
[und anderen solcher Einrichtungen]:
So, ungefähr, sah es aus – über einen Zeitraum von zwischen 50 bis 70 Jahren –
für ‘verwahrloste’ Mädchen unter dem "Jugendwohlfahrtsgesetz"
in allen deutschen (Mädchen)Erziehungsanstalten / Mädchenheimen
( ob evangelisch-lutherisch oder katholisch ! ),
also auch in der Nachkriegszeit, im "Wirtschaftswunder Westdeutschland".


Ehemalige Insassin des "Haus Weiher"(1964-1968), Sieglinde Alexander, möchte
wissen: Wer kennt Waltraud Jung aus dem
"Mädchenheim Weiher"? - "Haus Weiher" -
eine evangelisch-lutherische Erziehungsanstalt für 'schwererziehbare' Mädchen,
damalig, bis 1972, ein Teil der Rummelsberger Anstalten, in Hersbruck,
nord-nord-westlich von Nürnberg.


Siehe auch Heimkinderopfer-Fotogalerie @ http://www.flickr.com/photos/heimkinderopfer/

Bisher unbeantwortete Korrespondenz an Renate Schmidt MdB (SPD)
Heimkinder-Überlebene bemühen sich um Gehör bei der Bundesregierung
Zuständige Bundesministerien aber schweigen




Siehe auch "Ehemalige Heimkinder" @ heimkinderopfer.blogspot.com und heimkinderopfer2.blogspot.com


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