Der Betreiber dieser nichtkommerziellen Webseite ist der hoch-engagierte Martin Mitchell in Australien (ein ehemaliges “Heimkind” in kirchlichen Heimen im damaligen West-Deutschland)

Leserbrief von Pfarrer Dierk Schäfer – Akademie Boll – 14.03.2006 – und
seine persönliche Stellungnahme zu der im Nachkriegsdeutschland (in der BRD)
in der Heimerziehung weiter fortgeführten “Schwarzen
Pädagogik der Nazis” |
sein persönlicher Aufruf zur Aufarbeitung der Geschichte, und zum Sühne tun –



Leserbrief

Endlich wird das Schicksal der Heimkinder in der Nachkriegszeit zum Thema. Kirchliche und staatliche Einrichtungen haben in einer unheiligen Allianz die Schwarze Pädagogik der Nazis fortgeführt. Immer noch stehen die Heimkinder in der Opferhierarchie ganz unten.

Das Buch von Herrn Wensierski ist hoffentlich geeignet, das Schicksal der Heimkinder ins Bewußtsein der Öffentlichkeit zu rücken und dadurch die Verantwortlichen zu bewegen. Von Wiedergutmachung kann zwar keine Rede sein, denn der Verlust von Kindheit und Jugend ist nicht wieder gut zu machen. Aber drei Dinge sollten möglich sein:

1. Anerkennung der Verantwortung und Bitte um Vergebung

Verantwortlich sind hier neben einigen noch lebenden Personen vor allem Institutionen und ihre Rechtsnachfolger:
An erster Stelle sind die Kirchen und die mit ihnen verbundenen Einrichtungen zu nennen, und dann die staatlichen Auftraggeber. Not tut ein neues „Stuttgarter Schuldbekenntnis“, in dem beide Kirchen die inhaltliche Verantwortung für ihre Einrichtungen in Diakonie und Caritas bzw. ihrer Orden übernehmen und die damals Mißhandelten und Ausgebeuteten im Vergebung bitten.

2. Inhaltliche Aufarbeitung

Theologie und Kirchen schulden der Öffentlichkeit Rechenschaft, wie es angesichts der menschen- und speziell kinderfreundlichen Botschaft Jesu zu dieser Orgie von Verletzungen der Menschenrechte kommen konnte.
Auch die staatlichen Instanzen sind aufgerufen, sich an dieser Rückbesinnung zu beteiligen: Wie konnten aufsichtführende Ämter dermaßen versagen? Und: Wie steht es heute mit der Aufsicht? Jugendämter haben keine Fachaufsicht und es gibt immer wieder Einzelfälle, in denen Landräte und Jugendamtsleiter versuchen, amtliches Versagen zu bemänteln und inkompetente Mitarbeiter zu decken.

3. Finanzielle Linderung der Folgen

„Arbeitstherapie“ gehörte damals zu den Standardmaßnahmen. So darf mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, daß Kinder und Jugendliche zumindest ab dem 14. Lebensjahr in den Kinderheimen zur Arbeit eingesetzt wurden. Es ist also ausreichend, wenn durch Akten oder Zeugen belegt wird, daß jemand im jugendlichen Alter im Heim gewesen ist und wie lange. Diese Zeit ist bei der Rentenzumessung zu berücksichtigen. Eine solche Denkfigur entspricht fiskalischen Pauschalannahmen zur „Lebenswirklichkeit“, gegen die in der Regel kein Widerspruch einzelner Steuerpflichtiger zugelassen wird. Hier muß man den Staat in die Pflicht nehmen.

Da auf die Rentenkassen damit wieder einmal „politische“ Kosten zukommen, wäre eine finanzielle Beteiligung der Einrichtungen angemessen, die von der Arbeitskraft der Kinder profitiert haben.

Eine kirchliche Bitte um Vergebung würde um so glaubhafter, wenn die Kirchen zusammen mit den staatlichen Instanzen einen Opferfonds finanzierten, aus dem dann die erforderlichen Psychotherapien bezahlt werden können, die den traumatisierten Heimkindern helfen, mit ihrer Vergangenheit fertig zu werden.

Dierk Schäfer
Diplom-Psychologe & Diplom-Theologe
Akademieweg 11
73087 Bad Boll
Fone: (0 71 64) 79-209
Fax: (0 71 64) 79 5 209
Fone (privat): (0 71 64) 1 20 56
dierk.schaefer@ev-akademie-boll.de


[ Erstveröffentlichung auf dieser Webseite: 21. März 2006 ]


Subindex Nr. 12

Stellungnahme vom 07.03.2006 von dem Bethel-Sprecher Jens U. Garlichs zu dem
damaligen Unrecht in der Heimerziehung und den Missständen in der Bethel
Einrichtung Diakonie Freistatt nach dem 2. Weltkrieg, die Bethel "schon lange dabei"
sei "aufzuarbeiten" und "öffentlich zu machen".


Bethels DRITTE offizielle öffentliche Stellungnahme,
vom 21. Februar 2006, hervorgerufen durch einen Gästebucheintrag,
an diesem Tag, im Gästebuch von Bethel, von Jörg Schmidt aus Juist-Soltau,
einem wohlwollenden langjährigen Unterstützer von Bethel.
Stellungnahme von Bethel-Presse-Sprecher Jens U. Garlichs.


Undatierte öffentliche Stellungnahme der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel,
anscheinend durch ihren Bethel-Presse-Sprecher Jens U. Garlichs,
anscheinend erstmalig auf der Bethel-Webseite veröffentlicht ca Mitte März 2006.


In Bezug auf das SPIEGEL-Buch „Schläge im Namen des Herrn“ –
Stellungnahme von Pfarrer Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes
der Evangelischen Kirche in Deutschland.
Interview: Katharina Sperber, Frankfurter Rundschau, 07.03.2006 | child slave labour


Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
über die Kritik an der Heimerziehung auch in diakonischen Einrichtungen der Nachkriegsjahre.
Interview in dem Magazin zeitzeichen - Ausgabe 4/2006 (auf Seite 41-42) -
Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft. Die Fragen stellte Kathrin Jütte.


Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
versichert ehemaligen Heimkindern, die in damaligen Heimen der Inneren Mission, bzw. der Diakonie
erzogen und ausgebildeten worden sind, dass die Diakonie "jeden dabei unterstützen" wird
"seine Akten einzusehen". "Wir haben kein Interesse, etwas unter den Tisch zu kehren.", sagt er,
in einem Interview, dass er im chrismon PLUS - das evangelische Magazin - 06/2006
(auf Seite 47) Anfang Juni 2006 gegeben hat. Die Fragen stellte Burkhard Weitz.


Aktuelle Ausgabe "Diakonie Report" ( Innere Mission, München ) Nr. 35 - 2006 –– ( Seite 7 ):
"Systematische Misshandlungen gab es nicht
[ in der evangelischen Heimerziehung ]",
meint Michael Häusler, Leiter des Archivs des Diakonischen Werkes
der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).


EVANGELISCHER ERZIEHUNGSVERBAND IN DAMAGE CONTROL:
Bundesverband Evangelischer Einrichtungen und Dienste e. V. regt an und
gibt Ratschläge wie man mit Betroffenen damaliger Misshandlungen und
Traumatisierungen in eigenen Einrichtungen umgehen sollte und möglichen
von Betroffenen ausgehenden Rechtsansprüchen aus dem Wege gehen könnte.


Bischof Dr. Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche
in Deutschland (EKD) äußerte sich innerhalb seines Vortrages am 10.03.2006
in Dortmund − zu den damalig auch in Heimen und Erziehungsanstalten
in evangelischer Trägerschaft angewendeten Gewaltmethoden.


Vereinsberater Michael-Peter Schiltsky: Verein ehemaliger Heimkinder e. V.
Schiltsky ist Heimkind der Wirtschaftswunderzeit, ein geschundenes,
ein missbrauchtes Kind. Und er hat, als einer von ganz, ganz wenigen
der vielen Heimkinder der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik,
das Abitur geschafft und studiert.
Vorgestellt vom Täglicher Anzeiger
(Kreis Holzminden) am 25.03.2006.


Vom Verein ehemaliger Heimkinder e. V. im Internet veröffentlichte
offizielle öffentliche Stellungnahme der EKD vom 22. März 2006,
in Antwort auf ein Schreiben des Vereins – Anfang Februar 2006 –
an den Ratsvorsitzenden der EKD Bischof Dr. Wolfgang Huber.

( Das Vereinsschreiben selbst, an die EKD – bzw. an den Ratsvorsitzenden der EKD Bischof Dr. Wolgang Hunber –
ist leider bisher noch nirgens veröffentlicht worden
)

Der Spiegel, 16/2006 – Späte Reue – Kirchen unter Erklärungsdruck
zur Geschichte der Heimerziehung und schwarzen Pädagogik
in der Bundesrepublik Deutschland.


Das katholische DOM Nr. 23 – 4. Juni 2006 – Seite 20 – ERZBISTUM Paderborn.
Scherfede: St. Johannisstift organisierte Fachtagung zur Heimerziehung.
Katholische DOM-Magazin Artikel-Überschrift: »Wer nicht lieb war, kam ins Heim«.


Westfalen-Blatt Nr. 122 – Dh11 – LOKALES – 27./28. Mai 2006 – Seite 00 – Paderborn.
Scherfede: St. Johannisstift stellt sich der Vergangenheit.
Tagung zum Thema Heimerziehung mit Betroffenen.
Fachtagung zur »Historie der Heimerziehung«.


„Beispiel für pädagogische Fehler“
Kinder- und Jugendhilfe St. Johannisstift setzt sich mit Heimerziehung auseinander
Westfälische Nachrichten – berichtet von Anja Sparbrod – Mai 2006.


Pfarrer Wolfgang Wagner von der evangelischen Akademie Boll nimmt Stellung
zur Heimerziehung im Nachkriegsdeutschland (BRD) (Westdeutschland),
dem SPIEGEL-Buch “Schläge im Namen des Herrn”,
und zu den Aussagen von Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes, dazu.


Leserbrief von Pfarrer Dierk Schäfer – Akademie Boll – 14.03.2006 – und
seine persönliche Stellungnahme zu der im Nachkriegsdeutschland (in der BRD)
in der Heimerziehung weiter fortgeführten “Schwarzen Pädagogik der Nazis” |
sein persönlicher Aufruf zur Aufarbeitung der Geschichte, und zum Sühne tun –


Offener Brief von Pfarrer Dierk Schäfer – Akademie Boll – 12.04.2006 – an
Pfarrer Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche
in Deutschland, worin Pfarrer Dierk Schäfer, u. a., ganz besonders darauf hinweisst,
dass zu einer umfassenden Aufarbeitung der Mißstände
in den Nachkriegs-Heimen Westdeutschlands,
auch eine Neubewertung des Tuns, Wirkens und Handelns von Johann-Hinrich Wichern,
Gründer der Inneren Mission und Vater des damaligen Rettungshausgedanken, gehört.


CARITAS-Präsident Peter Neher im Spiegel-Interview: “Es tut mir leid!”
Präsident der deutschen Caritas, Peter Neher, fordert einen
offeneren Umgang mit einem dunklen Kapitel deutscher Geschichte:
die Geschichte der Heimerziehung im Nachkriegsdeutschland.


Offener Brief an die Deutsche Bischofskonferenz am 6. März 2006.
Appell des Verein ehemaliger Heimkinder e. V. an die Deutsche Bischofskonferenz.
Michael-Peter Schiltsky : Im Auftrag des Vorstandes : Verein ehemaliger Heimkinder e. V.


Caritas stellt sich Diskussion um Heimerziehung der Nachkriegszeit,
während welcher Zeit "Strafe statt Pädagogik" und "intensive Arbeitseinsätze"
auch in Heimen und Anstalten katholischer Orden – unter der Führung der verschiedenen
Diözesan Caritasverbände in der BRD, bzw. der "Caritas", an der Tagesordnung waren.
Kurzfristige Terminansage am 18.09.2006 für ein Termin am 25.09.2006 in Münster.


Kommentar (vom 18.03.2006) zur “Aufarbeitung der damaligen Heimerziehung”
von Jürgen Sauer – Presse- und Öffentlichkeitsreferent beim Diözesan-Caritasverband
für das Erzbistum Paderborn und Mitglied der Redaktion von "Caritas in NRW"
und "Caritas in NRW – AKTUELL”.


Bücher von Bethel – v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel – oder von der
Inneren Mission, der Diakonie, oder von der Evangelischen Kirche in Deutschland
selbst in Auftrag gegebene Veröffentlichungen,
angeblich zur Aufarbeitung ihrer Geschichte,
und angeblich ganz besonders auch zur Aufarbeitung ihrer Geschichte
im Umgang mit Kindern und Jugendlichen
in der diakonischen Heimerziehung der Nachkriegszeit
(d. h. “der diakonischen Heimerziehung” nach dem Zweiten Welkrieg,
während dem Wirtschaftswunder Westdeutschlands).
Wo sind diese angeblichen “Aufarbeitungen der Geschichte
der diakonischen Heimerziehung
der Nachriegszeit” zu finden ?


Einige weiterhin an einigen Stellen im Internet bestehen bleibende
zu der Zeit notwendige öffentliche Bekanntgebungen
von Martin Mitchell aus Australien, nachdem Bethel und die Diakonie
Freistatt und die Evangelische Kirche in Deutschland im August 2003
begann zu zensieren und zu blockieren.




Bitte nicht vergessen auch "Ehemalige Heimkinder" @ http://heimkinderopfer.blogspot.com zu besuchen.


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