Der Betreiber dieser Webseite ist der hoch-engagierte Martin Mitchell in Australien (ein ehemaliges “Heimkind” in kirchlichen Heimen im damaligen West-Deutschland)

Das katholisches Kinderheim / Waisenhaus „Heilig Kreuz“ in Cloppenburg-Stapelfeld, und der damalige Umgang mit Kindern und Kleinkindern dort.

Heinrich S., aus Cloppenburg, schildert wie er damals (zusammen mit seinen drei Geschwistern) mit 5 ins Heim kam, und sagt heute dazu,
„Ich hatte keine Kindheit“.

Die 2005 Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz fand statt in diesem, hierunter beschriebenen, in 1950 erbauten Kinderheim, jetzt Kardinal-von-Galen-Haus (Katholische Akademie und Heimvolkshochschule) genannt (Stapelfelder Kirchstraße 13, 49661 Cloppenburg). Das hier an dieser Stelle sich damalig befindende Kinderheim “Heilig Kreuz” Cloppenburg-Stapelfeld, wurde in 1975 in die Cloppenburger Jugendburg St. Michael verlegt.

Mit 5 ins Heim: „Ich hatte keine Kindheit“

Kinder aus dem Kinderheim Stapelfeld planen Treffen –
Heinrich S. erinnert sich: „Wir wurden eiskalt getrennt“


VON HUBERT KREKE

[ Münsterländische Tageszeitung, Mittwoch, 21. Januar 2004 ]

Cloppenburg - Als seine Frau im Wochenbett starb, verlor Hans S. auch seine vier Kinder. Nur sonntags durfte der Maurer aus Cloppenburg den fünfjährigen Heinrich und die Geschwister im Kinderheim „Heilig Kreuz“ in Stapelfeld besuchen, höchstens zwei Stunden lang, immer zwischen zwei und vier. „Mein Vater hat sich um uns gekümmert“, sagt Heinrich S. fast trotzig: „Aber man hat ihm die Kinder aus den Händen gerissen. Daran ist er verzweifelt.“

Minutenlang studiert der Sohn am Küchentisch den 46 Jahre alten Gerichtsbeschluss, der bis heute wirkt. „Der Vater bekümmert sich nicht ausreichend um seine Kinder“, steht auf dem dünnen Durchschlag vom 8. Juli 1957. Als die Entscheidung fiel, lag der Handwerker im Krankenhaus, Seine Einwände seien „nicht glaubhaft“, meinte der Richter. Denn Hans S. arbeitete die Woche über außerhalb, irgendwo in Westfalen. Auf Antrag des Jugendamts schickte das Gericht vier Kinder im Alter von vier, fünf, sieben und acht Jahren ins Waisenhaus. Zehn Jahre verbrachte Heinrich S. im Heim der mildtätigen Stiftung.

„Wir wurden eiskalt getrennt“, erinnert sich der Cloppenburger. Die Nonnen verteilten die Geschwister auf verschiedene Gruppen. „Ich musste betteln, um meinen Bruder zu sehen. Wenn ich ihn heimlich traf, gab es sofort was drauf“, erzählt S.. Der Rohrstock regierte. Wer im Schlafsaal sprach, musste zur Strafe die halbe Nacht allein in einer zugesperrten „Dunkelkammer“ stehen. „Klassenkeile“ bedeutete, dass die ganze Gruppe auf Anordnung ihres „Fräuleins“ mit dem Hausschuh zuschlagen musste. Der Schmerz verging, die Entwürdigung blieb.

Seine Schwester fand als Einzige nach neun Jahren ein neues Zuhause. „Für uns gab’s nur Ferien-Familien“, sagt Heinrich S.. Während der großen Ferien wurden er und seine Brüder von mitleidigen Bauern aufgenommen, von denen viele Geld und Arbeitskraft zum Bau des Heims gespendet hatten. Als sein kleiner Bruder aus der Sommerfrische zurückkehrte, sprach der Junge von „Mama“ und „Papa“, die ihm sogar einen Kuss gegeben hatten. „Ich hab’ ihn angestarrt und garnicht verstanden, was er da redet“, erzählt der ältere Bruder heute.

Über seine Kindheit hat Heinrich S. mehr als 30 Jahre kaum gesprochen. „Ich hatte keine Kindheit. Ich wollte das einfach vergessen“, erklärt der Cloppenburger. Er hat es nicht geschafft. Trotz einer beruflichen Karriere und einer glücklichen Ehe. „Das zieht sich wie ein Fluch durch mein Leben“, sagt er: „Ich hatte immer das Gefühl, zu niemandem gehen zu können. Ich hab’ mir alles selbst erkämpfen müssen.“

Erst als er seine spätere Frau kennen lernte, wendete sich sein Leben. „Sie und ihre Eltern haben immer zu mir gehalten und mich ermutigt“, sagt Heinrich S.. Als das Paar heiraten wollte, fehlten dem jungen Mann sechs Monate bis zur Volljährigkeit, damals noch 21 Jahre. Der Vormund, der nach dem Tod des Vaters eingesetzt worden war, verweigerte die Einwilligung. Heinrich S. klagte gegen ihn und das Jugendamt und gewann. Eine kleine Wohnung hatte sich das Paar vorher schon eingerichtet. Heimlich.

Der Ärger steigt wieder hoch, wenn S. erzählt. Aber auch glückliche Momente. Auf dem Küchetisch liegen alte Klassen- und Kommunionsfotos. Die Jungen tragen alle den gleichen Haarschitt. „Den hier kenn’ ich gut“, sagt S. und zeigt auf sein Gesicht: „Der hat immer die Mädchen verhauen. Und die drei sind Brüder. Der eine ist ein Arzt geworden, der andere ein Wunderheiler.“ Mit der Dorfjugend haben sie Fußball gespielt.

Viele von den Gesichtern wird Heinrich S. im September wiedersehen, wenn die Pfarrgemeinde Heilig Kreuz ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Klar, dass er hinfährt. Denn: „Wir gehören dazu, wir sind da groß geworden.“


MT-STICHWORT

Kinderheim Heilig-Kreuz

StapelfeldEine kleine Anzeige in der MT hat den Ball ins Rollen gebracht: „Wer weiss etwas über den Verbleib der Kinder aus dem ehemaligen Waisenhaus in Stapelfeld?“ Dutzende von Heimbewohnern, ehemaligen Nachbarn und Angehörigen haben sich inzwischen bei den Initiatoren des Aufrufs gemeldet (… 04471[Telefonnummer anonymisiert], und 04471[Telefonnummer anonymisiert]). Gemeinsam mit den Stapelfeldern wollen sie … September das 50-jährige Bestehen der Pfarrgemeinde Heilig Kreuz feiern.

Ihr früheres Zuhause war noch älter. Das heim für 140 Kinder wurde schon …. eingweiht. Die Geschwister Joseph und Katharina St….borg vermachten ihren …. der milden Stiftung. Ein ner spendeten bei Kollektionen und Haussammlungen …… 130000 DM. Landwirte gaben bei guten Ernten pro H……. den Gegenwert von zwei Z…nern Getreide. Das Spendenverzeichnis füllte acht Kontobücher. Etwa 500 Lad….. Baumaterial transportierten Fuhrunternehmen und Firmen kostelos, berichtete der 1984 erschienene Dor….. Vahren.

1975 siedelte das Kinderheim nach Cloppenburg ….. ehemalige Jugendburg St. Michael über. Das frühere Waisenhaus beherbergt heute …. Heimvolkshochschule [(Katholische Akademie und Heimvolkshochschule), heute „Kardinal-von-Galen-Haus“ genannt, wo auch, nächstes Jahr – vom 14. bis 17. Februar 2005 – die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz stattfinden wird].

© Münsterländische Tageszeitung 2004

Die diesjährige Bischofskonferenz im Oldenburger Münsterland (welche auf dem Gelände des ehemaligen Kinderheims „Heilig Kreuz“ in Cloppenburg-Stapelfeld stattfand)14. bis 17. Februar 2005 - war eine wunderbare Opportunität für die Katholische Kirche aus Deutschland sich der Leiden der Heimkinder-Überlebenden der damaligen katholischen Einrichtungen Deutschlands anzunehmen und sich öffentlich bei ihnen zu entschuldigen, eine Opportunität die der Vorsitzende der Konferenz, Mainzer Kardinal Karl Lehmann, obwohl er schon mehrmals zu diesem Thema persönlich angesprochen worden ist, leider aber nicht wahrgenommen hat.

[ Vermerk: Leider war es dem hiesigen Redakteur dieser Webseite, Martin Mitchell in Australien, nicht möglich jedes Wort dieses Artikels genau festzustellen, da die Fotokopie die ihm von Deutschland zugestellt wurde, von minderwertiger Qualität war, und der Artikel nirgendwo im Internet angezeigt ist. Wenn jemand dem hiesigen Redakteur eine bessere Kopie würde zukommen lassen, wäre ihm Martin Mitchell sehr dankbar dafür. ]

[ Erstveröffentlichung auf dieser Webseite: 9. März 2005 ]

Das katholisches Kinderheim / Waisenhaus „Heilig Kreuz“ in Cloppenburg-Stapelfeld
und der damalige Umgang mit Kindern und Kleinkindern dort.
Heinrich S., aus Cloppenburg, schildert wie er damals (zusammen mit seinen drei Geschwistern) mit 5 ins Heim kam, und sagt heute dazu,
„Ich hatte keine Kindheit“.


Die diesjährige Bischofskonferenz im Oldenburger Münsterland
(welche auf dem Gelände des ehemaligen Kinderheims „Heilig Kreuz“ in Cloppenburg-Stapelfeld stattfand)

– 14. bis 17. Februar 2005 – war eine wunderbare Opportunität für die Katholische Kirche aus
Deutschland sich der Leiden der Heimkinder-Überlebenden der damaligen
katholischen Einrichtungen Deutschlands anzunehmen und sich öffentlich bei ihnen zu entschuldigen,
eine Opportunität die der Vorsitzende der Konferenz, Mainzer Kardinal Karl
Lehmann, obwohl er schon mehrmals zu diesem Thema persönlich angesprochen worden ist, leider aber nicht wahrgenommen hat.


Eine weitere kommende gute Opportunität für die Katholische Kirche aus Deutschland,
und ihre Würdenträger, sich bei allen Heimkinder-Überlebenden –
Opfern ihrer damaligen „Erziehungsmethoden“ – zu entschuldigen, ist der Weltjugendtag 2005.


US-Bank JP Morgan entschuldigt sich für die Sklaven-Geschäfte ihrer
Vorgängerbanken, zwischen 1831 und 1865, in Amerika.

Die deutschen Kirchen aber – was ihre vielen damaligen Kindersklaven in ihren
massiven (steuerfreien!) Wirtschaftsunternehmen, zwischen 1945 und 1985,
in Deutschland, betrifft – weigern sich weiterhin diesem Beispiel zu folgen.


Angebliche Verhöhnung der Kirche bei Rockstar Westernhagen.
Kirche verlangt Entschuldigung. Bischöfe fordern Buße von Westernhagen.
[ Ihr Scheinheiligen, zieht erst die Balken aus euren eigenen Augen, dann könnt ihr euch um den Splinter im Auge eures Bruders kümmern. ( Lukas 6:42) [Die Bibel in heutigem Deutsch] ]



Bitte nicht vergessen auch "Ehemalige Heimkinder" @ http://heimkinderopfer.blogspot.com zu besuchen.


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