Der Betreiber dieser nichtkommerziellen Webseite ist der hoch-engagierte Martin Mitchell in Australien (ein ehemaliges “Heimkind” in kirchlichen Heimen im damaligen West-Deutschland)

Schwarze Pädagogik in der ehemaligen DDR : Deutsche Demokratische Republik.
Artikel diesbetreffend von Helmuth Frauendorfer, in Wochenzeitung
RHEINISCHER MERKUR
Nr. 47 vom 20.11.2003 : »Der Schock wirkt weiter«
DDR-Vergangenheit − Kommunismus Jugendwerkhof Torgau − die verschärfteste
Form der militaristischen Maßregelung und Umerziehung von Kindern und Jugendlichen,
um sie kollektiv dem sozialistischen Menschenbild gleich machen zu können.

[ Enthoben aus dem Internet @ http://www.rheinischer-merkur.de/aktuell/ku/ku_034704.html ( leider aber jetzt nicht mehr dort auffindbar ) ]

Der Schock wirkt weiter

DDR-VERGANGENHEIT / Vom Jugendwerkhof Torgau ist nicht viel übrig geblieben. Nur die Erinnerung der Opfer

Schule schwänzen oder die falsche Musik hören - das reichte für die Einweisung in die Erziehungsanstalt. Nun trafen sich zum ersten Mal die Ehemaligen.

[
Foto zur Zeit nicht verfügbar ]
DRILL: Auf der Tafel standen einst die Namen der Bestraften und Belobigten. Foto: Helmuth Frauendorfer

Autor: HELMUTH FRAUENDORFER

Seine Stimme zittert. Er ist aufgeregt. Er steht so nahe zur Tür, als wollte er sicher sein, dass er nur einen Schritt über das Laminat machen muss, um draußen zu sein, um diesen Raum mit den weißen Tapeten und der holzgetäfelten dunklen Decke verlassen zu können. Dabei hat er keinen Grund mehr zu flüchten.

Ein Foto von ihm hängt zwei Räume weiter, siebzehn war
Stefan Lauter damals. Er könnte sich seiner selbst sicher sein und seiner Biografie. Aber ganz sicher ist hier keiner. Und das merkt man auch Stefan Lauters Stimme an, als er sagt: „Am liebsten wäre ich 1985 geboren, nicht 1967.“

Dann wäre ihm vieles erspart geblieben, wie den anderen mehr als dreißig „Ehemaligen“ auch, die in diesem Raum sitzen an diesem schönen Herbsttag, diesmal aber freiwillig. Denn hier, im Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau, wurde ihre Jugend gebogen und gebrochen von Erziehern der Deutschen ach so Demokratischen Republik. Es ist das erste Treffen der ehemaligen Insassen.

„Auf Biegen und Brechen“ - so heißt auch die Dauerausstellung in der Erinnerungs- und Begegnungsstätte Torgau, in der Fotos von Stefan Lauter und anderen hängen, zusammen mit den wenigen Bildern, die es noch von der Umerziehungsanstalt gibt.

Die Ausstellung wurde erst Ende Mai dieses Jahres [2003] eröffnet. Etwa 1200 Besucher fanden bislang den Weg dahin. Neben Tagesbesuchern waren das Schüler, Gruppen aus der Erwachsenenbildung und internationale Gruppen, wie unlängst Touristen aus der Ukraine, für die der Bezug zum Pädagogen Makarenko besonders spannend war.

Insgesamt ist nicht viel übrig geblieben. Eine Gittertür, zwei Pritschen, zwei Kübel, ein Stück Stacheldraht. Das Verwaltungsgebäude steht noch da, ist heute Gedenkstätte. Die anderen Trakte, die Zellen, der „Fuchsbau“, die Schleuse, die Sturmbahn, alles umgebaut, eine feine Wohnsiedlung ist daraus geworden.

Die Mauer hinter der Mauer

Die Lobby der Ehemaligen aus dem Geschlossenen Jugendwerkhof war nicht stark genug, sodass die Treuhand-Liegenschaftsverwaltung die seit 1990 leer stehende Immobilie 1996 an einen privaten Investor verkaufte.
Mico-Harriet Fabri hat vier Monate in der Hölle von Torgau verbracht: „Der Gedanke, dass dort Menschen ruhig schlafen, wo wir früher beim ersten Gitter- und Schlüsselklappern aufsprangen, unsere Betten einrissen, in die Schuhe sprangen und uns für einen Tag voller Torturen aufstellten, der lässt mich frösteln.“

Der Geschlossene Jugendwerkhof war die verschärfteste Form der militaristischen Maßregelung und Umerziehung von Kindern und Jugendlichen, um sie kollektiv dem sozialistischen Menschenbild gleich machen zu können. Man brauchte als Jugendlicher bloß ein bisschen anders zu sein - nur wenige Male die Schule schwänzen, die falsche Kleidung tragen, eine eigene Meinung haben, sich den Pionier- und FDJ-Zwängen nicht unterordnen -, schon landete man im Jugendwerkhof.

Vor allem, wenn man keinen Rückhalt in der Familie hatte. Da entschieden Jugendämter, Lehrer und Erzieher willkürlich darüber, ob sich jemand außerhalb oder innerhalb von Stacheldraht und Mauern bewegte. Und das innerhalb der sowieso von Mauer und Stacheldraht umgebenen DDR. Die Mauern hinter der Mauer.

Mico-Harriet Fabri stammt aus einer solchen Familie, die ihr keinen Rückhalt bot und sie dem Messer der DDR-Erziehung auslieferte. Als Kind lebt sie bei der Mutter und erlebt vier Scheidungen, Prügel, Instrumentalisierung, Misshandlung. Mal steckt ihre Mutter sie geknebelt in einen Schuhschrank, mal bewahrt sie sie als Paket verschnürt im Keller auf, ein anderes Mal hält sie das Kind an den Füßen aus dem fünften Stock und ruft ihm zu: „Wenn du nicht machst, was ich sage, lasse ich los.“

Die DDR-Pädagogen vermerken später lapidar in ihrer Akte: „Gestörtes Mutter-Kind-Verhältnis führte zu Erziehungsproblemen.“ Im Kinderheim Calbe ist
Mico-Harriet Fabri Klassenbeste, wird zwei Klassen hochgestuft und soll Gruppenratsvorsitzende werden - aber dazu müsste sie Jungpionier werden. Sie will nicht. Die Statuten gefallen ihr, auch später jene der FDJ.

Aber sie hat Fragen dazu. Warum es im alltäglichen Leben anders ist als in den Statuten beschrieben? Ihre Fragen sind unerwünscht. Später, als das Lehrfach Staatsbürgerkunde dazukommt, merkt sie, dass da gelogen wird, und verweigert die erwünschten Antworten; da ist sie nicht mehr Klassenbeste.

Über ihr Leben entscheiden andere. Weil ihre Mutter nicht in der Partei ist und sie wegen ihrer Fragen als „renitent“ gilt, wird sie 1987 in den Jugendwerkhof Bernburg eingewiesen. Keine Chance für eine Ausbildung. Stattdessen: Drill, Arbeit, keinerlei Freiheit. Gruppenzwänge, pädagogisch gewollt. Wenn jemand schlechte Arbeitsergebnisse hat, der Boden nicht richtig gewischt ist oder
Mico-Harriet Fabri nichts zu den in den Nachrichten gepriesenen Errungenschaften der DDR sagen will, wird die ganze Gruppe bestraft. Danach verschwinden die Erzieher ganz bewusst.

„Dann durfte die Gruppe mich als Punchingball benutzen, dann war ich vogelfrei ausgeliefert. Und wenn 27 Mädchen ihren Frust an dir loslassen und jede froh ist, nicht selbst in der Mitte zu stehen, dann hältst du es nicht mehr aus.“

Das geschieht öfter, mit ihren 1,56 Metern ist sie meistens die Kleinste in der Gruppe. Sie flüchtet. Des Öfteren.

„Jeder Fahrradkeller, in dem ich schlief, jedes Waldstück machte mir weniger Angst als die im Jugendwerkhof nachts abgeschlossene Station.“

Entweichung - das offizielle Unwort für Flucht. Dafür gibt es Strafen. Vor der Gruppe, mit der Gruppe. Hackordnung. Einzelarrest. Das heißt dann im DDR-Deutsch der Pädagogen: „Eingliederung nach der Entweichung mit Rechenschaftsablegung vor dem Kollektiv . . . scheiterten generell, da sie für keinerlei Kontaktaufnahme zugänglich war.“ Sie wird mit Medikamenten ruhig gestellt. Dann die Einlieferung nach Torgau. Die JWH-Direktorin vermerkt in der Akte: „Vorschläge für Erziehungsprozess in Torgau: Abbau der Kontrastellung.“

Zur Eröffnung dieser ersten Begegnung der Ehemaligen stellt
Stefan Lauter verschiedene Fragen. „Was machen die Leute, die hier tätig waren?“ Und er zählte auf. Ehemalige Erzieher, die jetzt in karitativen Vereinen, in anderen Erziehungseinrichtungen tätig, ja sogar verbeamtet sind, während die meisten der Insassen eine geknickte Biografie haben, ihnen die Möglichkeit einer Ausbildung genommen wurde.

Viele sind auch nach der Wende dazu nicht mehr in der Lage und leben deshalb am Existenzminimum. Oder darunter. Wie
Sonja B., die gerne lange Fingernägel hätte, sie aus Angst immer noch abknabbert, die bis heute nicht in der Lage ist, zu sagen, wenn ihr etwas nicht gefällt: So ausgelöscht wurde ihre Persönlichkeit.

Stefan Lauter erwähnt den DDR-Pädagogen Eberhard Mannschatz, der mitverantwortlich ist für die Jugendwerkhöfe, der heute in der Bildungspolitik der PDS mitmischt. Mannschatz formulierte die Aufgaben der Jugendwerkhöfe so: „Das Ziel der Umerziehung besteht darin, die . . . Besonderheiten in der Persönlichkeitsentwicklung zu überwinden, die Eigenheiten im Denken und Verhalten der Kinder und Jugendlichen zu beseitigen und damit die Voraussetzungen für eine normale Persönlichkeitsentwicklung zu schaffen.“

Mannschatz war bis 1977 Abteilungsleiter im Ministerium für Volksbildung, also der Handlanger und Vollstrecker von Margot Honecker. Bei einem Besuch in einem Jugendwerkhof fragt die Cheferzieherin der DDR eine Jugendliche, wie es ihr gehe. Diese antwortet: „Geht so.“ Die Folge der mangelnden Euphorie: für das Mädchen drei Tage Einzelarrest.

Weg mit der Westjeans!

Dass Mannschatz noch tätig ist, findet Stefan Lauter unerträglich. Er selbst kommt 1985 nach Torgau, denn „sein Denken und Handeln ist sehr durch westliche Einflüsse geprägt. Auch die kirchliche Beeinflussung hat hier einen großen Anteil.“

Stefan Lauter ist heute als politisch Verfolgter rehabilitiert, und seine Einweisung nach Torgau wurde als eine Rechtsstaatswidrigkeit gerichtlich anerkannt.

Anders im Fall
Mico-Harriet Fabri; ihr wurde die Zeit in Torgau nicht anerkannt. Sie kämpft noch vor Gerichten.

Stefan Lauter sagt am Anfang der Begegnung auch: „Nicht aufgeben. Und schämt euch nicht. Lasst euch begutachten. Geht zu Therapeuten. Was man mit sich trägt, ist kein Zuckerschlecken.“

Mico-Harriet Fabri hat dreimal versucht, sich das Leben zu nehmen. Sie hat im Jugendwerkhof Bernburg Schlimmes, Unerträgliches erlebt, sagt sie, aber Torgau war die Hölle.

Jeder „Neuzugang“ muss in der Schleuse zwischen den beiden verschlossenen Toren warten.
Mico-Harriet Fabri steht fünf Stunden lang mit dem Gesicht zur Wand da. Ein anderer, René K., guckt bei seiner Einweisung durch das Schlüsselloch und muss deswegen unter anderem 200-mal schreiben: „Ich darf nicht durch das Schlüsselloch gucken.“ Er landet im Jugendwerkhof, weil er Plastikbeutel mit West-Reklame benutzt und sich geweigert hat, in der Schule die West-Jeans auszuziehen und im Slip nach Hause zu laufen.

In Torgau gibt es nur Anstaltskleidung. Nichts Privates soll da sein. Nach der Schleuse folgen drei Tage Arrest in einer Zelle mit einem Kübel und einer Pritsche, die man tagsüber nicht benutzen darf. Nach diesen Tagen ist jeder nur noch Kollektiv. Selbst beim Toilettengang. Verrichtungen auf Kommando. „Wer das nicht schaffte“, so
Frau Fabri, „musste trotzdem das ganze Morgenprogramm absolvieren.“ Das beginnt um 5.30 Uhr mit Sport. Nach dem Sport die politische Indoktrination. Sport wird hier als Waffe eingesetzt. Wenn eine die Sturmbahn nicht schafft, muss die ganze Gruppe erneut antreten. Hackordnung. Oder sie wird vom Erzieher bestraft. Im Laufschritt eine Schubkarre mit einer schweren Bahnschwelle über den Hof schieben. Anketten am Gitter im Treppenbereich. Der „Torgauer Dreier“: Liegestütz, Hocke und Hockstrecksprung. Die häufigste Strafe: „Entengang“ - 20- oder 50-mal die drei Stockwerke rauf und runter, in der Hocke, mit den Händen hinter dem Kopf. Mico-Harriet Fabri zeigt es. Sie schafft drei Stufen. „Ich weiß nicht, wie ich es damals geschafft habe. Es war die Angst.“ Bei ihrer Ankunft in Torgau schafft sie es nicht. Dafür schlägt der Erzieher ihr den großen Schlüsselbund an den Kopf. Dagegen wehrt sie sich. Aber erst Jahre später. Im Oktober 2000 erwirkt sie eine rechtskräftige Strafe gegen diesen Erzieher wie auch gegen jenen, der ihr in der Arrestzelle den Kübel verweigert, „sodass sie sich nach mehreren Stunden in ihre Kleidung entleeren musste“ (Zitat aus dem Strafbefehl).

Nichts gesehen, nichts gehört

In Torgau ist jede Stunde des Tages und der Nacht durchorganisiert. Es gibt keine Individualität. Es gibt kein Entrinnen. Drei bis fünf Meter hohe Mauern trennen die Kinder und Jugendlichen vom Duft der Straße. Schließlich hat dieses Gebäude Tradition: 1901 Militäranstalt, nach dem Ersten Weltkrieg Gerichtsgefängnis, nach 1945 Untersuchungsgefängnis der sowjetischen Geheimpolizei NKWD, von 1952 bis 1963 Jugendgefängnis, und im Mai 1964 nimmt der Geschlossene Jugendwerkhof eifrig seine Arbeit auf, erst ein Jahr später wird seine Funktion auch gesetzlich verankert.

So übereifrig kommt auch im November 1989 ein Anruf vom Ministerium für Volksbildung, die Anstalt aufzulösen. Am 17. November wird der letzte Insasse entlassen und das Personal beginnt wegzureißen, was nach Gefängnis aussieht, und die Akten zu vernichten. Schließlich werden Erzieher als Fachpersonal übernommen für das Internat, das hier einzieht.

Für die Torgauer ist dieser Ort bis heute ein Problem, so
Beate Senftleben, die Projektleiterin der Erinnerungs- und Begegnungsstätte. Viele wollen sich die Ausstellung erst gar nicht anschauen, sagen, eigentlich bräuchte man solche Einrichtungen jetzt noch für die Jugend von heute; andere wollen von dem Treiben hier nichts gewusst haben, haben die Schreie nie gehört; und wiederum andere sagen: „Wir schämen uns hinterher für das, was hier gewesen ist.“

Von alldem, was im November 1989 in Torgau geschieht, erfährt
Mico-Harriet Fabri erst mal nichts. Sie sitzt im Jugendwerkhof Magdeburg. Die Mauer ist längst gefallen. Nicht für sie. Erst 1990 wird sie entlassen; traumatisiert von den Demütigungen. „Die haben mir eingeredet, ich sei eine Lügnerin, ein schlechter Mensch, und fast hätte ich es geglaubt. Jetzt bin ich dreißig und fühle mich als Loser. Der Glaube an Gerechtigkeit oder an irgendetwas ist erschöpft, und ich bin es auch.“


Die Fotosammlung „Auf Biegen und Brechen“ gibt es auch als Wanderausstellung bis zum 10.04.2004 in der Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen zu sehen.


[ Erstveröffentlichung auf dieser Webseite: 7. Juni 2007 ]

[ Die Weiterveröffentlichung dieses Artikels auf dieser Webseite hier ist speziell Frau Mico-Harriet Fabri-Riedel gewidmet, die Anfang des Jahres 2005 einen eingetragenen Verein für Betroffene der DDR-Umerziehung (besonders Ehemaligen aus dem Jugendwerkhof Torgau) hatte gründen wollen, Bemühungen ihrerseits, die aber von anderen, die andere Ideen hatten - Ideen die mit Kontrolle und Geldverdienen zu tun hatten - sabotiert wurde. Frau Mico-Harriet Fabri-Riedel hat seiher Deutschland verlassen und lebt seit dem Jahre 2006 im Exil in Griechenland. ]

Subindex Nr. 17

Kurznachrichten im deutschen Nachrichtenmagazin FOCUS vom 12. Augsut 2007:
»Verein ehemalige Heimkinder fordert von der Industrie Schadenersatz - „Firmen, die in
Heimen arbeiten ließen, sollen zahlen“
«- gibt Münchener Anwalt Michael Witti bekannt.


Forderungen ehemaliger Heimkinder der alten Bundesländer an die Kirchen, den
deutschen
Staat und jetzt auch an die deutsche Industrie und andere deutsche
Privatunternehmen
- Nutznießer von erzwungener, unentlohnter Arbeit von
minderjährigen jungen Mädchen und Jungen in Heimen und Anstalten
im "Wirtschaftswunderland Westdeutschland", berichtet in dem Artikel von Katrin Sache
"Auftakt zum Milliarden-Poker", Printausgabe
FOCUS 33/2007 - 13.08.2007, Seiten 34-35.


Online domradio Bericht, basierend auf einen gleichlautenden online Bericht der
Katholischen Nachrichten Agentur gleichen Datums - 13.08.2007 -
"Verlorene Jahre" der Heimkinder -
"Ehemalige Heimkinder weiten Forderungen aus" - Verein ehemaliger Heimkinder e.V.
verlangt nun auch Schadenersatz von der deutschen Industrie,
berichtet das Magazin
FOCUS 33/2007 - 13.08.2007, Seiten 34-35.


ZDF TV "MONA LISA" 07.10.2007, 18:00 Uhr bis 18:30 Uhr.
»Schwarze Pädagogik - Dunkle Seite der Heimerziehung«
Bis in die 70er Jahre wurden Zöglinge geschlagen, gedemütigt und gezwungen,
Sträflingskleidung zu tragen. Die Jugendlichen mussten, u.a.,
im "Landesfürsorgeheim Glückstadt"
(ex NS-"Arbeitserziehungslager")
unentlohnt, bis zur Erschöpfung in Steinbrüchen arbeiten.
Ein kaum bekanntes und düsteres Kapitel deutscher Zeitgeschichte.


ZDF TV "MONA LISA" 23.09.2007, 18:00 Uhr bis 18:30 Uhr.
»Entschädigung für eine gestohlene Kindheit - Heimkinder wollen Gerechtigkeit«
Heimterror in den 50er bis 70er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland (BRD).


NDR-Info Radio-Reportage vom 21.09.2007 betreffend "Ehemalige Heimkinder" der BRD
»Misshandelt und ausgebeutet: Heimkinder in den 60er Jahren« - Viele von ihnen
leiden noch heute unter den Spätfolgen. Daher wollen sie Entschädigung -
finanzieller, vor allem aber moralischer Art. Der Petitionsausschuss des Bundestages
befasst sich zur Zeit mit dem Thema.


»Schläge und Schikane im Heim« - Jugendamt-bestimmte Heimerziehung / Fürsorgeerziehung
im
"Wirtschaftswunderland Westdeutschland" (ca 1945-1985). Ein Artikel im HOFER ANZEIGER /
FRANKENPOST vom 26.10.2007, basierend auf einen Vortrag von Ehemaliges Heimkind,
Wolfgang Rosenkötter, an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Hof, am 15.10.2007,
zum gleichen Thema:
"Schwarze Pädagogik" in der nachkriegsdeutschen Bundesrepublik.


"REPORT MAINZ" 17.09.2007 - »Drangsaliert und ausgebeutet
Heimkinder klagen an
« - Thema: Die Arbeit in den Heimen.
Zeitreise zurück in die fünfziger, sechziger Jahre. Heimkinder.
Mehr als eine halbe Million gibt es damals von ihnen,
untergebracht in so genannten Fürsorgeheimen.
Die systematische Ausbeutung von Heimzöglingen als billige Arbeitskräfte.


Weiterhin in der demokratischen Bundesrepublik Deutschland bestehen bleibende
"Arbeitslager" / "Arbeitsanstalten" / "Arbeitserziehungsanstalten" / "Arbeitszwangsanstalten"
:
"Rheinische Arbeitsanstalt" (1949-1969); zu einem bestimmten Zeitpunkt umbenannt
in "Landesfürsorgeheim Braulweiler"; "Landesfürsorgeheim Glückstadt" - und,
und dergleichen, wo Zwang und Gewalt und Entwürdigung bis Mitte der 1980er Jahre
GRUNDSATZ war, an der Tagesordnung blieb, und systematisch praktiziert wurde.
Auszüge aus einem historischen Artikel:
Sonderausgabe SSK, kumm eros, Nr. 30 (Aug. 2004).


"Einzelhaft und Zwangsarbeit" : Westdeutsche "Arbeitslager" /
"Arbeitsanstalten" / "Arbeitserziehungsanstalten" / "Arbeitszwangsanstalten":
u.a.,
"Glückstadt" in Schleswig-Holstein, "Freistatt" in Niedersachsen, "Breitenau" und
"Kalmenhof" in Hessen, "Dansweilerhof" / "Brauweiler" in Nordrhein-Westfalen;
weitere, andere
"Arbeitsanstalten"-ähnliche Einrichtungen auch in jedem der anderen
"alten Bundesländer" - dem "Wirtschaftswunderland" - zwischen ca 1945 und 1975.


Leserbrief der Ehefrau eines damaligen Insassen - "Psychiatrie Patienten" - des
"LANDESKRANKENHAUS BRAUWEILER" bei Köln, wo, unter der Trägerschaft
des
"LANDSCHAFTSVERBAND RHEINLAND", "Menschen wie Vieh gehalten" wurden.


WESER-KURIER Nr. 209 - Freitag, 7. September 2007 (Seite 6) : POLITIK :
»Das harte Los der „Zöglinge“ - Im Erziehungsheim in Glückstadt
lebten Kinder wie
Zwangsarbeiter« - BRD-Heimerziehung in den 50er bis 70er Jahren:
„Schutzbefohlene“ in der „Freiwilligen Erziehungshilfe“ und „Fürsorgeerziehung“
in Schleswig-Holstein; genauso wie in den anderen alten Bundesländern auch.


»Brutale Fürsorge« im damaligen "Wirtschaftswunderland Westdeutschland".
Bis Anfang der siebziger Jahre sind in der Bundesrepublik Deutschland
»schätzungsweise 800000« Jugendliche, rechtsstaatswidrig, in staatlichen
und in kirchlichen Einrichtungen zu
Zwangsarbeit ausgenutzt worden.
DIE ZEIT | DEUTSCHLAND - DIE ZEIT, 01.11.2007 Nr. 45.


Zwangsarbeit in Schleswig-Holstein (NS-Zeit 1933-1945) und (BRD1945, bzw. 1949-1975).
Das zu Nazi-Zeiten in Schleswig-Holstein mit der "Landesarbeitsanstalt Glückstatt"
kombinierte "Konzentrationslager Glückstadt" an der Elbe (Königstraße / Ecke Jungfernstieg),
wo - wie in den nächsten dreißig Nachkriegsjahren auch - in internen Wirtschaftsbetrieben
Fischernetze geknüpft, Matten geflechtet, Tüten geklebt, und in der Landwirtschaft sowie
im Steinbruch gearbeitet, werden mußte
(n) - ohne daß die Insassen dafür entlohnt wurden.


Wichtige Mitteilung für ehemalige Heimkinder von den Representanten und
Rechtsvertretern für alle betroffenen Geschädigten der damaligen Heimerziehung.
Kurzfassung der Zielsetzung durch die Anwaltskanzlei Dr. Vehlow & Wilmans [ Hamburg ]
und der
Kanzlei Michael Witti [ München ]. Hamburg, Freitag den 7. September 2007.

( Von den Anwälten unabhängige Veröffentlichung, bzw. Weiterveröffentlichung dieser Bekanntgebung auf dieser Webseite )

Im Internet von GOOGLE indexierte Medien-Reportagen im Fall eines australischen
Gerichtsurteils:
Schadenersatz für einen Ureinwohner der "Stolen Generation":

TREVORROW -v- STATE OF SOUTH AUSTRALIA (No 5) [2007] SASC 285
Judgment of The Honourable Justice Gray - 1 August 2007


Hinweis auf eine Neuerscheining zur Geschichte der Heimerziehung in Deutschland:
"Der Staat als Erzieher. Jugendpolitik und Jugendfürsorge im Rheinland vom Kaiserreich
bis zum Ende des Nazismus"
von Sven Steinacker im ibedem-Verlag - ISBN 978-3-89821-724-8.


Schreiben des Geschäftsführers der Diakonie Freistatt, Pastor Wolfgang Tereick,
vom 28.08.2007, in dem mitgeteilt wird, daß sich die vorausgesehene Veröffentlichung
des Buches über die Geschichte der Diakonie Freistatt - »„Endstation“ Freistatt« -
welche für den Herbst 2007 vorgesehen war, sich bis März 2008 verzögern wird.
Anschließende Anlage zu diesem Schreiben: "vorläufige Gliederung des Buches"
und "ein paar Angaben zum gegenwärtigen Sachstand der Untersuchungen".


Ehemalige Heimkinder nehmen die Initiative.
Heimkinder wollen den Staat in die Pflicht nehmen.
Ehemalige Heimkinder stellen eine sehr einfache Frage an die Deutsche Bundesregierung:
The German Federal Government is being challenged to answer the following simple question:


Düsseldorf : Aachener Nachrichten online berichtet am 20.06.2007
über Veranstaltung am 19.06.2007 in Düsseldorfer Fachhochschule
in Anwesenheit des Erziehungswissenschaftler Manfred Kappeler.
Ehemalige misshandelte Heimkinder fordern ÖFFENTLICHE Debatte
des ihnen widerfahrenen Unrechts im "Wirtschaftswunderland"
und eine ÖFENTLICHE Anhörung dies betreffend im Bundestag
.


Der Ort meiner Qualen unter der "Fürsorge"/"Obhut" der Evangelisch-Lutherischen Kirche
im Jahre 1962 - das
"Burschenheim Beiserhaus" der damalig so genannten "Inneren Mission"
im Dorf "Rengshausen" (Knüllwald-Rengshausen, Kreis Schwalm-Eder), in Nord-Hessen,
ein seit 1840 bestehendes, mit
Parochialrechten versehenes Agrarunternehmen,
wo für lange, lange Zeit alle Insassen gezwungen wurden unentlohnt zu arbeiten
und sich der dort üblichen Religionslehre zu unterwerfen:
"Arbeite und Bete".


GOOD NEWS I - Der HOLSTEINER COURIER in seiner ONLINE-AUSGAGE vom
5. Juli 2007 stellt die folgende Frage: Wie viele Selbstmorde gab es in den Heimen?
Ehemalige Heimkinder, auch in
Schleswig-Holstein, stellen bestimmte Forderungen.
Bei
Sozialministerin Dr. Gitta Trauernicht stießen sie mit ihren Forderungen
auf Entgegenkommen. Anfang der Woche lud die Ministerin die ehemaligen Heimkinder
zu einem persönlichen, mehrstündigen "Gespräch", dass "sehr positiv" "lief".


GOOD NEWS II - Ehemalige Heimkinder in einem mehrstündigen Treffen im Landeshaus
in Kiel,
Schleswig-Holstein, mit Ministerin für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend
und Senioren,
Frau Dr. Gitta Trauernicht, am Dienstag den 3. Juli 2007, betreffend
den damaligen, bedauernswürdigen Zuständen in Heimen in
Schleswig-Holstein.


GOOD NEWS III - FDP nimmt die Heimkinder-Geschichte und "Aufarbeitung" "sehr ernst"!
Frage von Martin Mitchell
(vom 01.06.2007) auf www.abgeordnetenwatch.de und Antwort dazu
von
Dr. Guido Westerwelle, MdB (vom 10.07.2007).


BERLIN: Grüne fordern Entschädigung für Heimkinder.
Die Grünen wollen ehemaligen Heimkindern Gerechtigkeit widerfahren lassen
und fordern deshalb eine neue Bundestiftung, die Entschädigungen zahlt
und Hilfe leisted - berichtet
Der Tagesspiegel in seiner aktuellen Ausgabe am
24.04.2007
( HTM ); dieser Bericht ist seither auch archiviert worden online.

Siehe auch sogleich anschliessend den genauen Wortlaut der
PRESSEMITEILUNG NR. 0470 der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90
-
DIE GRÜNEN - Datum 25. April 2007
@
http://www.gruene-bundestag.de/cms/presse/dok/180/180456.htm 
und den genauen Wortlaut des dem Bundestag und
der Öffentlichkeit vorgelegten Beschlusses
Gerechtigkeit für ehemalige Heimkinder
@
http://www.gruene bundestag.de/cms/beschluesse/dokbin/180/180420.pdf



Absolute Transparenz ist gefragt auf allen Ebenen und zu jedem Aspekt.
Nichts als eine eingehende Untersuchung genügt.
Eine Untersuchung von Seiten des Untersuchungsausschusses oder der Justiz.
"Ehemalige Heimkinder" prangern an und machen die folgenden Vorwürfe.

Rundschreiben formuliert und verbreitet von Martin Mitchell am 29.03.2007.

Bisherige deutsche Heimerziehungsaufarbeitung skandalös !!!
Ehemalige Heimkinder erwarten mehr - viel mehr !!!

Rundschreiben formuliert und verbreitet von Martin Mitchell am 30.03.2007.

Heimkinder-Leiden in deutschen Fürsorgeeinrichtungen: »Geprügelt im Namen Gottes.«
Ehemalige Heimkinder:
»Sie wurden drangsaliert und ausgebeutet, gedemütigt und gequält.«
Oberhessische-Presse
(Tageszeitung für den Kreis Marburg-Biedenkopf), 20.11.2007.


Aktuelle Ausgabe der Kreis Lippe LIPPISCHE–LANDESZEITUNG Nr. 165 vom 19.07.2007
(untere Hälfte, Seite 9), Interview mit Ehemaliges Heimkind Wolfgang Focke und Artikel
diesbetreffend von Ulrich Pfaff "Wir hatten keinerlei Rechte" – damalige Heimerziehung –
"Wolfgang Focke kämpft als ehemaliges Heimkind für eine Entschädigung –
Klares Bekenntnis vom Staat erwartet
"

( ebenfalls online, aber nur für Abonnementen zugänglich @ xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx )

Pressekonferenz | Pressegespräch | press conferenceAssociation of former Wards of the State
Verein ehemaliger Heimkinder e. V. – Montag, 11. Dezember 2006, um 17:00 Uhr, Berlin-Mitte:
im Saal von Gangway e. V., Schuhmannstraße 5, 10117 Berlin –
ein 5 Minuten Fußweg vom S-Bahnhof sowohl wie U-Bahnhof “Berlin-Friedrichstraße”.


Deutsche Heimkinder / Kindersklaven verlangen eine anständige Entschädigung und
Wiedergutmachung; keine "Abfindung" / "kein Schweigegeld", keinen "Kompromiss" !

German wards of the state / institutionalised children used as slave labourers (in the former West
Germany) demand adequate compensation and the making of appropriate amends; they don't
want to be "paid off" / "to be bribed henceforth to keep quiet"; no "compromise" !


Absolutes Verbot aller Formen von Zwangsarbeit (Pflichtarbeit) !, oder nicht ?
War "Zwangsarbeit" / "Pflichtarbeit" / "Arbeitstherapie" /
"Arbeitserziehung" / "Arbeitszucht" / "Arbeitszwang"
"Arbeiterverdingung" / "unentlohnte erzwungene Arbeit" damals legal in der
Bundesrepublik Deutschland, oder nicht? War so etwas legal in den 1950er, 1960er,
1970er und 1980er Jahren?
Ist es heute legal in der Bundesrepublik Deutschland?

Sind nicht die Nutzung und Nutznießung von Zwangsarbeit völkerrechtliche Verbrechen und stellen
diese nicht schwere Menschenrechtsverletzungen und Einschränkung der menschlichen Freiheit dar?


Petition vom 25.05.2007 der Düsseldorfer Dipl. Psychologin Gertrud Zovkic
an den Hessischen Landtag, für ehemaliges Heimkind im Kalmenhof -
Insassin von 1943-1969 - Elfriede Schreyer (Jahrgang 1931).




Die "Schwarze Pädagogik" der 50er, 60er und 70er Jahre wiederholt sich in 1980 - 2006.
Abschiebung:
Outsourcing deutscher "Problemkids" – im Alter von 11- bis 17 Jahren
zur "Arbeitstherapie" / "Knechtschaft" ins Ausland
(unentlohnt), unter anderem auch nach
Kirgisien, Namibia, Nicaragua, Rumänien, Estland, Portugal, Italien, Griechenland, Island,
Russland und Kanada – für die Vermittler und Träger eine lukrative Einnahmequelle.
"Damals fehlte die Kontrolle" was "Fremdplatzierung" betraf, und heute fehlt sie ebenso.


Germany : Menschenhandel: Beteiligung kirchlicher Einrichtungen : Kinder und Jugendliche als
Arbeitssklaven auf Zeit von „seriösen“ Institutionen ohne Bedenken unter dem Deckmantel
pädagogischer Zielsetzung ausgeliehen – ins Ausland abgeschoben.


ZDF : 2DF Frontal21 − Reportage von V. Neukum und A. Becker-Wenzel
03.04.2007 : "Verschoben und Vergessen − Geschäfte mit Problemkindern".
Menschenhandel. Deutsche Problemkinder ins Ausland abgeschoben.
Globalisierung deutscher Jugendhilfe : Jugendhilfe-Odyssee.


Fremdplatzierung / Heimerziehung in Deutschland, damals und heute.
»Letzte Chance oder größter anzunehmender Unfall der Jugendhilfe?« -
Montag, 12. Juni 2007 um 19 Uhr:
Ein kleines Theaterstück mit anschließender Podiumsdiskusion
im Museum in der "Runden Ecke", Dittrichring 24, LEIPZIG.


CHRISTA SCHUDEJA Dipl.-Rel.-Pädagogin, Sozialtherapeutin − 12.02.2007 −
Bundesrepublik Deutschland : verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche

»Jugendhilfe in der Kritik«
»Die Lüge von der letzten Chance«
Menschenrechtsverletzungen anstatt Hilfe.


PROTESTAKTION − und nachträglicher Bericht darüber − betreffend Demonstration
am 13. und 14. Juli 2007 vor der Hessischen Landesvertretung in Berlin
gegen heutige Heimerziehungsmethoden:
Förderung von Misshandlungen an
Jugendlichen durch die Hessische Landesregierung im Trainingcamp Lothar Kannenberg
.


Schwarze Pädagogik in der ehemaligen DDR : Deutsche Demokratische Republik.
Artikel diesbetreffend von Helmuth Frauendorfer, in Wochenzeitung
RHEINISCHER MERKUR Nr. 47 vom 20.11.2003 :
»Der Schock wirkt weiter«
DDR-Vergangenheit − Kommunismus Jugendwerkhof Torgau − die verschärfteste
Form der militaristischen Maßregelung und Umerziehung von Kindern und Jugendlichen,
um sie kollektiv dem sozialistischen Menschenbild gleich machen zu können.




Siehe auch "Ehemalige Heimkinder" @ heimkinderopfer.blogspot.com und heimkinderopfer2.blogspot.com


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